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Leopardus colocolo braccatus

Art der Gattung Pardelkatzen (Leopardus)
Leopardus colocolo braccatus
PSM V51 D522 Felis bracatta from southern brazil.png

Leopardus colocolo braccatus

Systematik
Überfamilie: Katzenartige (Feloidea)
Familie: Katzen (Felidae)
Unterfamilie: Kleinkatzen (Felinae)
Gattung: Pardelkatzen (Leopardus)
Art: Pampaskatze (Leopardus colocola)
Unterart: Leopardus colocolo braccatus
Wissenschaftlicher Name
Leopardus colocolo braccatus
(Cope, 1889)

Leopardus colocolo braccatus ist eine Unterart der südamerikanischen Pampaskatze (Felidae). Das Verbreitungsgebiet von Leopardus c. braccatus erstreckt sich über Teile des brasilianischen Cerrado und den Nordwesten von Paraguay.[1]

Dunkelgrün – das Verbreitungsgebiet von L. c. braccatus

MerkmaleBearbeiten

Leopardus c. braccatus ist mittelgroß mit einer durchschnittlichen Kopf-Rumpf-Länge von 52 bis 56 Zentimeter und einer Schwanzlänge von 23 bis 33 Zentimetern. Sie ist damit kleiner als L. c. colocolo, die im Norden Chiles vorkommende Nominatform der Pampaskatze.[2]

In der Fellfarbe variieren die Tiere zwischen zwei Typen, die von García-Perea 1994 als Typ 3A und 3B beschrieben wurden. Bei Typ 3A sind die Tiere auf der Rückenseite fast vollständig agouti-braun mit einigen undeutlichen braunen Rosetten an den Flanken. Die Rückenlinie ist etwas dunkler als der Rest des Rückens. Der Schwanz ist nicht geringelt, weist jedoch eine schwarze Spitze auf. Die Beine sind schwarz gestreift, die Füße vollständig schwarz. Beim Typ 3B ist die Hauptfarbe etwas blasser und mehr gelblich. Die Fleckung der Flanken ist deutlicher Die Füße sind dagegen nur teilweise schwarz und auch die Schwarzfärbung der Schwanzspitze ist weniger ausgeprägt.[2]

LebensweiseBearbeiten

Über die Lebensweise der Unterart liegen nur wenige Informationen vor. Sie ernährt sich wie die anderen Arten räuberisch vor allem von Nagetieren, ergänzt wird das Nahrungsspektrum durch kleine Eidechsen und Vögel.

SystematikBearbeiten

Die Form wurde im Jahr 1889 durch den US-amerikanischen Wissenschaftler Edward Drinker Cope erstmals wissenschaftlich beschrieben. Sie gilt als Unterart der in Südamerika weit verbreiteten Pampaskatze (Leopardus colocolo). Die spanische Zoologin Rosa García-Perea teilte die Pampaskatze 1994 in drei Arten auf (Lynchailurus braccatus, L. colocolo und L. pajeros) und gab ihnen die Gattungsbezeichnung Lynchailurus, die durch den russischen Naturforscher Nikolai Severtzov eingeführt wurde.[2] Johnson und Kollegen konnten 1999 in einer molekularbiologischen Untersuchung der Kleinkatzen Südamerikas die Arttrennung nicht nachvollziehen. Sie stellten zwar innerhalb der betrachteten Proben der Pampaskatzen Cluster fest, die die nähere Verwandtschaft regional nahe beieinanderlebende Gruppen der Katzen aufzeigen, diese deckten sich jedoch nicht mit den Arten, die von García-Perea beschrieben wurden.[3] Die Aufteilung in drei Arten wurde in den Mammal Species of the World, einem im Jahr 2005 erschienenen Standardwerk zur Mammalogie so übernommen, die drei Arten wurden aber in die Gattung der Pardelkatzen (Leopardus) gestellt.[4] Im Handbook of the Mammals of the World, einem weiteren Standardwerk, dessen Raubtierband im Jahr 2009 erschien, wurde Leopardus colocolo braccatus wieder als Unterart der Pampaskatze zugeordnet und auch die Fachgruppe des internationalen Umweltschutzverbandes (IUCN/SSC Cat Specialist Specialist Group) führt L. c. braccatus als Unterart der Pampaskatze.[5][6] betont in einer 2017 veröffentlichten Revision der Katzensystematik jedoch das einige Unterarten der Pampaskatze in Zukunft nach weiteren Untersuchungen den Status selbständiger Arten erhalten könnten.[1]

BelegeBearbeiten

  1. a b Kitchener A. C., Breitenmoser-Würsten Ch., Eizirik E., Gentry A., Werdelin L., Wilting A., Yamaguchi N., Abramov A. V., Christiansen P., Driscoll C., Duckworth J. W., Johnson W., Luo S.-J., Meijaard E., O’Donoghue P., Sanderson J., Seymour K., Bruford M., Groves C., Hoffmann M., Nowell K., Timmons Z. & Tobe S. 2017. A revised taxonomy of the Felidae. The final report of the Cat Classification Task Force of the IUCN/ SSC Cat Specialist Group. Cat News Special Issue 11, 80 pp.
  2. a b c Rosa García-Perea: The Pampas Cat Group (Genus Lynchailurus Severtzov, 1858) (Carnivora: Felidae), a Systematic and Biogeographic Review. American Museum Novitates 3096, 1994; S. 1–36.
  3. Warren E. Johnson, Jill Pecon Slattery, Eduardo Eizirik, Jae-Heup Kim, Marilyn Menotti Raymond, Cristian Bonacic, Richard Cambre, Peter Crawshaw, Adauto Nunes, Héctor N. Seuánez, Miguael Angelo Martins Moreira, Kevin L. Seymour, Faiçal Simon, William Swansson, Stephen J. O’Brien: Disparate phylogeographic patterns of molecular genetic variation in four closely related South American small cat species. Molecular Ecology 8, 1999: S79-S94, doi: 10.1046/j.1365-294X.1999.00796.x.
  4. Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder (Hrsg.): Leopardus in Mammal Species of the World. A Taxonomic and Geographic Reference (3rd ed).
  5. http://www.catsg.org/index.php?id=87
  6. Leopardus colocolo in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2008. Eingestellt von: T. de Oliveira et al., 2008. Abgerufen am 24. Januar 2009.