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Leon Fleisher im Jahr 1963

Leon Fleisher (* 23. Juli 1928 in San Francisco) ist ein amerikanischer Pianist und Dirigent.

Inhaltsverzeichnis

BiografieBearbeiten

Fleisher begann mit dem Klavierspiel im Alter von vier Jahren. Mit acht hatte er seinen ersten öffentlichen Auftritt. Bereits als Jugendlicher trat er mit den New Yorker Philharmonikern auf. Artur Schnabel nahm ihn in seinen kleinen Schülerkreis auf und beeinflusste seine Spielweise stark.

Bekannt ist Fleisher nach wie vor für seine Aufnahmen in Zusammenarbeit mit George Szell und dem Cleveland Orchestra aus den 1950er und frühen sechziger Jahren. Sie waren das Resultat einer Vertragsvereinbarung mit der Firma „Columbia Masterworks“. Von herausragender Qualität sind die Aufnahmen der Klavierkonzerte von Beethoven und Brahms, daneben des Klavierkonzertes Nr. 25 von Mozart sowie der Klavierkonzerte von Grieg und Schumann, der Symphonischen Variationen von César Franck und von Rachmaninows Rhapsodie über ein Thema von Paganini.

In den 1960er Jahren verlor Fleisher aufgrund einer Erkrankung, die schließlich als fokale Dystonie diagnostiziert wurde, den Gebrauch der rechten Hand weitgehend. Daher verlagerte er den Schwerpunkt seiner musikalischen Tätigkeit auf die Lehre, insbesondere am Peabody Institute der Johns Hopkins University.[1] Außerdem nahm er noch verschiedene Werke aus dem Repertoire für die linke Hand auf. Er trat wegen seiner Einschränkung über dreißig Jahre ausschließlich als linkshändiger Konzertpianist auf. Seit 1998 ermöglicht es ihm die regelmäßige Injektion von Botulinumtoxin (Botox), mit der rechten Hand wieder nahezu ohne Einschränkungen zu spielen.

1992 wurde Fleisher in die American Academy of Arts and Sciences gewählt. 2007 wurde er mit dem Kennedy-Preis ausgezeichnet.

Heute ist Fleisher, trotz seines hohen Alters, als Dirigent und Lehrer an mehreren musikalischen Hochschulen tätig. Unter anderem wirkt er nach wie vor am Tanglewood Music Center. Zu seinen Schülern gehören Elena Fischer-Dieskau, Orit Wolf, Jonathan Biss, Yefim Bronfman, Naida Cole, Enrico Elisi, Enrique Graf, Hélène Grimaud, Margarita Höhenrieder, Hao Huang, Kevin Kenner, Louis Lortie, Wonny Song, André Watts, Jack Winerock, Daniel Wnukowski und Einav Yarden.

Im November 2010 erschien Fleishers Autobiografie unter dem Titel My Nine Lives, verfasst gemeinsam mit Anne Midgette, einer Musikkritikerin der Washington Post.

DiskografieBearbeiten

  • Leon Fleisher: The Complete Album Collection, Sony 87254 59972, 23 CD.[2]

Film/VideoaufnahmenBearbeiten

Zur BiografieBearbeiten

Videos mit Leon FleisherBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Leon Fleisher: Andrew W. Mellon Chair. Piano. In: Johns Hopkins Peabody Institute. Abgerufen am 10. Januar 2019.
  2. Ein Zustand der Gnade und der Ekstase in FAZ vom 24. Mai 2013, Seite 37