Leipziger literarischer Herbst

Der Leipziger literarische Herbst ist ein Literaturfestival in Leipzig. Es findet jährlich im Oktober statt. Im Zeitraum von etwa einer Woche sind literarische und kulturpolitische Begegnungen zu erleben, in deren Diskussionsforen nationale und internationale Autoren an verschiedenen Orten innerhalb der Stadt lesen und sich im Diskurs zu wichtigen und aktuellen Themen austauschen.

GeschichteBearbeiten

Gegründet wurde der Leipziger literarische Herbst 1991 von aktiven Vorstandsmitgliedern des Verbands deutscher Schriftsteller (VS) in den IG Medien und bis 2003 wurde er jährlich veranstaltet. Wichtigstes Motiv war es, ein Forum der Begegnung zu gründen, das Literatur- und Kulturschaffenden die kritische Auseinandersetzung mit drängenden Problemen und Fragen der Gegenwart ermöglicht. Aufgrund des Rückzugs der öffentlichen Förderer aus der Finanzierung wurde das Festival 2003 eingestellt und erst 2009 unter dem Namen „textenet“ wiederbelebt. Nach der erfolgreichen Wiederaufnahme wird das Lesefestival seit 2010 wieder offiziell unter dem Namen „Leipziger literarischer Herbst“ geführt.

Die folgende Liste enthält alle Leipziger literarischen Herbste mit Thematik, leitenden Organisationen und Personen in chronologischer Reihenfolge.

Jahr Thematik Federführende Organisation Projektleitung
1991 1. Poetik des Widerstandes VS Sachsen Hubert Witt
1992 2. Schreiben heute Kulturamt Stadt Leipzig Friedrich Ebert Stiftung verantwortliche Mitarbeiter
1993 3. Deutschland in Europa VS Sachsen Hubert Witt
1994 4. Kinder. Jugend. Welt Friedrich-Bödecker-Kreis Sachsen Roswitha Kuhnert
1995 5. Generationen VS Sachsen Hubert Witt
1996 6. Eva und Adam VS Sachsen Regine Möbius
1997 7. Passagen Freie Akademie der Künste Ingrid Czechowski, Peter Geist
1998 8. Fantastische Aussichten Freie Literaturgesellschaft Friedemann Berger, Steffen Mohr
1999 9. Im fliegenden Wechsel: Schreiben Kulturamt Stadt Leipzig Alexander Korund, Sibille Tröml. Jan Zänker
2000 10. laut&stil.le Kulturamt Stadt Leipzig Christian Hussel
2001 11. Eingeboren – Ausgezogen Kulturamt stadt Leipzig Thomas Wegmann
2002 12. Beziehungsweise verwandt Kulturamt stadt Leipzig Thomas Wegmann
2009 13. textenet VS Sachsen Steffen Birnbaum, Bertram Reinecke
2010 14. Sind wir Ost oder West? VS Sachsen Steffen Birnbaum, Ralf Pannowitsch
2011 15. Mittelpunkt Literatur – Deutschland und seine Nachbarn VS Sachsen Steffen Birnbaum, Regine Möbius
2012 16. Ausblicke – Was lesen wir morgen?
2013 17. Vordenken über Europa
2014 18. WEST-ÖSTLICHER DIVAN: 25 Jahre Friedliche Revolution
2015 19. Leipzig Livre – Leipzig 1000

Seit der Wiederaufnahme des Lesefestes im Jahr 2009 gehörten internationale und nationale Autoren wie Jonathan Franzen, Dorothee Elmiger, Mario Levi, Helle Helle, Boualem Sansal, Volker Braun, Katja Lange-Müller, Thomas Rosenlöcher, Artur Becker und John von Düffel zum Programm des Leipziger literarischen Herbstes.

Organisation und FinanzierungBearbeiten

Veranstalter des Lesefestes ist seit 1991 der Verband deutscher Schriftsteller (VS) in ver.di – Landesverband Sachsen in wechselnder Zusammenarbeit mit der Friedrich-Ebert-Stiftung, dem Friedrich-Bödecker-Kreis, der Freien Akademie der Künste zu Leipzig, der Freien Literaturgesellschaft, dem Autorensyndikat und seit 2010 mit dem Kulturwerk deutscher Schriftsteller in Sachsen e. V., unterstützt von Vereinen, Verlagen, literarischen Multiplikatoren und Verbänden. Finanziert wird der Leipziger literarische Herbst durch öffentliche Mittel des städtischen Kulturamtes und der sächsischen Kulturstiftung. Mitwirkende Partner sind u. a. die Leipziger Volkszeitung, der Sächsische Literaturrat, der MDR, die Moritzbastei und das Literaturhaus Leipzig.[1] Die Projektleitung des Leipziger literarischen Herbstes besteht aus einer Doppelspitze. Der ständige Projektleiter ist seit 2010 der Schriftsteller Steffen Birnbaum. Die wechselnde Projektleitung nahm im Jahr 2010 der Übersetzer Ralph Pannowitsch und im Jahr 2011 die Schriftstellerin Regine Möbius ein. Für den 22. Leipziger literarischen Herbst 2018 übernahm die Literaturübersetzerin Franka Reinhart die Co-Projektleitung.

QuellenBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Newsarchiv der Stadt Leipzig (Memento des Originals vom 18. Oktober 2010 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.leipzig.de vom 15. September 2010

WeblinksBearbeiten