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Leimbach
Oberlaufname bis Balzfeld: Bettelbach
Der Leimbach in Brühl

Der Leimbach in Brühl

Daten
Gewässerkennzahl DE: 23794
Lage Baden-Württemberg
Flusssystem Rhein
Abfluss über Rhein → Nordsee
Quelle etwa 1,7 km südöstlich der Ortsmitte von Balzfeld im Schlupfert
49° 15′ 24″ N, 8° 48′ 13″ O
Quellhöhe ca. 204 m ü. NN[1]
Mündung etwa 2,6 km westlich der Ortsmitte von Brühl an der Grenze zum Edinger Ried bei Rheinkilometer 409,96 von rechts und Osten in den RheinKoordinaten: 49° 23′ 46″ N, 8° 29′ 59″ O
49° 23′ 46″ N, 8° 29′ 59″ O
Mündungshöhe 90,6 m ü. NN[1]
Höhenunterschied ca. 113,4 m
Sohlgefälle ca. 3 ‰
Länge 37,8 km[2]
Einzugsgebiet 140 km²
Abfluss am Pegel Wiesloch[3]
AEo: 114 km²
Lage: 25,1 km oberhalb der Mündung
NNQ (07.10.1944)
MNQ 1944/2009
MQ 1944/2009
Mq 1944/2009
MHQ 1944/2009
HHQ (18.06.1978)
77 l/s
374 l/s
806 l/s
7,1 l/(s km²)
9,57 m³/s
21,5 m³/s
Linke Nebenflüsse Waldangelbach
Rechte Nebenflüsse Gauangelbach
Einwohner im Einzugsgebiet 157.000
Leimbach in Schwetzingen

Der Leimbach ist ein Bach im Rhein-Neckar-Kreis mit einer Gesamtlänge von 38 km und einem Einzugsgebiet von 140 km². Seine wichtigsten Zuflüsse sind der Gauangelbach und der Waldangelbach. Der Leimbach entspringt im Kraichgau bei Balzfeld, Gemeinde Dielheim, und mündet bei Brühl in den Oberrhein.

GeographieBearbeiten

VerlaufBearbeiten

Die Quelle des Leimbachs liegt südöstlich des Dielheimer Ortsteils Balzfeld im Westsaum des Gebietes der Stadt Sinsheim, von hier fließt der auf seinen ersten knapp drei Kilometern noch Bettelbach genannte Bach ungefähr westnordwestlich durch die Ortskerne von Balzfeld (ab hier: Leimbach), Dielheim und des Gemeindeteils Horrenberg. Anschließend durchquert er die Stadt Wiesloch auf Westlauf. Danach schwenkt er am Ostrand der Oberrheinischen Tiefebene auf Nordkurs, folgt dabei dem Verlauf der Bahnstrecke Karlsruhe-Mannheim und zunächst auch der Grenze von Wiesloch zu Walldorf-

An der Nordwestspitze des Wieslocher Stadtgebietes wird bei Hochwasser (etwa 20 m³/s) die Wasserführung durch Ablauf in den linken Abzweig Hardtbach reduziert, der nach Durchqueren des Waldgebietes Schwetzinger Hardt den Kraichbach speist.

Nach dem letzten, schnurgeraden Abschnitt fließt der Leimbach wieder gewundener durch die Orte Nußloch und St. Ilgen (Stadtteil von Leimen) hindurch und biegt dann dicht um Sandhausen herum auf Westlauf. Er passiert in mehr Abstand den Sandhäuser Weiler Bruchhausen und die Heidelberger Hofgruppe Neurott und erreicht weiter abwärts Oftersheim.

In dessen Ortsmitte wechselt er auf Nordwestlauf und tritt an der Ortsgrenze ins Siedlungsgebiet der anstoßenden Stadt Schwetzingen über. Dort führt er direkt am Schwetzinger Schloss vorbei. Nach erstem Verlassen des Stadtgebietes fließt er nun westlich, zunächst in einem kleinen Südbogen um den Siedlungsbereich von Brühl herum, auf einem Abschnitt auf dem Gemeindegebiet von Ketsch, dann an dessen Gebietsrand zu Brühl, dann ganz auf Brühler Grund.

Hieraufhin schneidet er eine Gemeindeexklave von Schwetzingen und bleibt von nun an bis zur Mündung im Naturschutzgebiet Schwetzinger Wiesen oder an dessen Rand zu einem zu Brühl gehörenden Kieswerk in den Rheinauen am linken Ufer. Zuallerletzt ist er dabei Grenzgewässer zwischen Brühler Gebiet im Süden und dem einer kleinen Gemeindeexklave von Edingen-Neckarhausen im Norden. Er mündet auf 90,6 m ü. NHN von rechts und gegenüber der Brühler Kollerinsel in den Rhein.

Von der Einmündung des Waldangelbach in Wiesloch bis zur Mündung in den Rhein ist der Leimbach ein sogenanntes Gewässer erster Ordnung gemäß §3 Abs. 1 Satz 3 und Anlage WG des Baden-Württembergischen Wassergesetzes. Die gleiche Klassifizierung gilt für den Zufluss Landgraben und den Entlastungskanal Hardtbach.

Ein ausgeschilderter Radweg von der Leimbachmündung nach Sinsheim führt auf weiten Strecken entlang dem Flusslauf.

ZuflüsseBearbeiten

Zuflüsse vom Ursprung bis zur Mündung.

Ursprung des Leimbachs in Balzfeld aus dem Zusammenfluss des rechten Bettelbachs, der amtlich zum Leimbachhaupstrang gerechnet wird, und des linken Bruchgrabens.

  • Goldbach, von rechts nach Balzfeld
  • Erlenbach, von links zwischen Balzfeld und Horrenberg
  • Hohberggraben, von links vor Horrenberg
  • Straßenbrunnengraben, von rechts nach Horrenberg
  • Krebsbach, von rechts bei Unterhof
  • Gauangelbach, von rechts nahe dem Erlenbachhof von Dielheim
  • Aschbach, linker Teilungsarm bis Dielheim
  • Hundswiesengraben, von links in Dielheim
  • Eckertsbruchgraben, von links am Ortsende von Dielheim
  • Schlangengrundgraben, von rechts bei Altwiesloch
  • Waldangelbach, von links in Wiesloch
  • → (Abgang des Hardtbachs), nach links nach der Wieslocher Kläranlage
  • Dörrbachgraben, von rechts wenige Meter nach dem vorigen
  • Saugrundgraben, von rechts am Ortseingang von Nußloch
  • × (Unterquerung durch den Landgraben), von rechts am Nordrand von Sandhausen; der am Nordrand von Nußloch rechts des Leimbachs entstehende Entwässerungsgraben verläuft danach am Südwestrand von Leimen und nach der Quering des Leimbach diesem lange links etwa parallel, bis er am Ortseingang von Oftersheim in diesen von links einmündet. Es ist der letzte bedeutende Zufluss des Leimbachs
    Nach Karten aus den 1870er Jahren wurde der Landgraben damals an der Oberen Mühle (auch Giessorsmühle) südlich von Nußloch vom Leimbach abgetrennt, verlief dann westlich des Leimbachs durch das heutige Naturschutzgebiet Nußlocher Wiesen, unterquerte westlich von Nußloch den Leimbach und erreichte dann den heutigen Ausgangspunkt des Gewässers.[4]

Mündung des Leimbachs von rechts in der Oberrhein ca. 2 km westlich des Ortsrandes von Brühle zwischen den Gemarkungen von Brühl links und der größeren südwestlichen Exklave von Edingen-Neckarhausen rechts. Nur etwa einen Rheinkilometer weiter aufwärts mündet der vom Leimbach-Abzweig Hardtbach gespeiste Kraichbach, der zuletzt im Ketscher Altrhein läuft.

OrteBearbeiten

Orte am Lauf mit ihren Zugehörigkeiten. Nur die Namen tiefster Schachtelungsstufe bezeichnen Siedlungsanrainer. Oberlauf Bettelbach:

Rhein-Neckar-Kreis

Leimbach selbst:

Kreisfreie Stadt Heidelberg

Rhein-Neckar-Kreis

  • Gemeinde Sandhausen

Kreisfreie Stadt Heidelberg

  • Stadtteil Kirchheim
    • Neurott (Bauernsiedlung, in etwas Abstand rechts)

Rhein-Neckar-Kreis

  • Gemeinde Oftersheim
    • Aussiedlerhöfe im oberen Feld (in etwas Abstand links)
    • Altneurott (Aussiedlerhof, in etwas Abstand rechts)
    • Oftersheim (Dorf)
  • Stadt Schwetzingen
  • Gemeinde Ketsch
    • (keine Besiedlung am Lauf)
  • Gemeinde Brühl
    • Gemeindeteil Brühl
      • Brühl (Dorf, fast nur rechts)
  • Stadt Schwetzingen
    • westliche Stadtexklave (keine Besiedlung)
  • Gemeinde Brühl
    • Gemeindeteil Brühl
      • (keine Besiedlung am Lauf, links)
  • Gemeinde Edingen-Neckarhausen
    • Gemeindeteil Edingen
      • große südwestliche Gemeindeexklave
        • (keine Besiedlung, rechts)

Entlastungskanal HardtbachBearbeiten

Der Hardtbach wird östlich von Walldorf vom Leimbach abgeschlagen, durchfließt das Waldgebiet Schwetzinger Hardt und mündet nach 13 Kilometer nördlich des Industriegebiets Hockenheim-Talhaus bei der Seehausschleuse in den Kraichbach. Bei außergewöhnlich großem Hochwasser können auf zwei Waldflächen insgesamt 205.000 Kubikmeter Wasser zurückgehalten werden. Die Flächen liegen südlich des Hardtbachs, westlich der Bundesautobahn 5 und beidseits der Bundesstraße 291.[5] Oberhalb der Rückhalteflächen ist der Hardtbach für einen Abfluss von 23, unterhalb für 10 Kubikmeter pro Sekunde dimensioniert.[6]

GeschichteBearbeiten

Der Leimbach umschloss in Schwetzingen bereits die alte Burgenanlage und erhielt im Zuge des Neubaus des Schwetzinger Schlosses (ab 1657) seine heutige Lage und Form. Der im Schlossgarten befindliche See und alle übrigen Gewässer wurden seinerzeit von zwei Wasserwerken gespeist, die den Leimbach als Antrieb für die Mühlräder der Pumpen nutzten.

ÖkologieBearbeiten

Am Unterlauf kann man Nutria beobachten. In Mündungsnähe bildet der Bach den Lebensraum von Eisvogel und Ringelnatter. Im Sommer neigt das Gewässer zu Eutrophierung mit starker Algenbildung.

LiteraturBearbeiten

  • Ingmar Holzhauer: Landschaftsgeschichte und menschlicher Einfluss im Umfeld der Schwetzinger Hardt seit dem Würm-Hochglazial. Dissertation, Heidelberg 2013. Digitalisat auf der Website der Universitätsbibliothek Heidelberg, PDF-Datei, 13,4 MB

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Nach dem Höhenlinienbild auf dem Geoportal Baden-Württemberg (Hinweise).
  2. Datensatzeintrag nach Geoportal Baden-Württemberg (Hinweise).
  3. Deutsches Gewässerkundliches Jahrbuch Rheingebiet, Teil I 2009 Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg ,S. 101, abgerufen am 22. Januar 2016 (PDF, deutsch, 1,85 MB).
  4. Alter Verlauf des Landgrabens:
  5. Steckbriefe HRB Hartbachpolder I und HRB Hartbachpolder II bei der LUBW (Abgerufen am 24. Juni 2019).
  6. Regierungspräsidium Karlsruhe: Maßnahme 2 - Ausbau des Hardtbachs und Polderbau. (Abgerufen am 24. Juni 2019)

WeblinksBearbeiten