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Leichtathletik-Europameisterschaften 2018/10.000 m der Männer

Der 10.000-Meter-Lauf der Männer bei den Leichtathletik-Europameisterschaften 2018 fand am 7. August im Olympiastadion in der deutschen Hauptstadt Berlin statt.

2018 European Athletics Championships Logo.svg
Disziplin 10.0000-Meter-Lauf der Männer
Stadt DeutschlandDeutschland Berlin
Ort Olympiastadion Berlin
Teilnehmer 32 Athleten aus 18 Ländern
Wettkampfphase 7. August 2018
Medaillengewinner
Gold Gold Morhad Amdouni (FrankreichFrankreich FRA)
Silbermedaillen Silber Bashir Abdi (BelgienBelgien BEL)
Bronzemedaillen Bronze Yemaneberhan Crippa (ItalienItalien ITA)
Szene aus dem 10.000-Meter-Finale

Europameister wurde der Franzose Morhad Amdouni. Er siegte vor dem Belgier Bashir Abdi. Der Italiener Yemaneberhan Crippa gewann die Bronzemedaille.

RekordeBearbeiten

Weltrekord Athiopien  Kenenisa Bekele 26:17,53 min Brüssel, Belgien 26. August 2005
Europarekord Vereinigtes Konigreich  Mo Farah 26:46,57 min Eugene (Oregon), USA 3. Juni 2011
Meisterschaftsrekord Finnland  Martti Vainio 27:30,99 min EM in Prag, Tschechoslowakei (heute Tschechien) 29. August 1978

WettbewerbsverlaufBearbeiten

Vorläufe mussten bei 32 Teilnehmern nicht angesetzt werden, das Feld ging sofort in den Entscheidungslauf.

Die Voraussetzungen für diese zweite Langstrecke auf der Bahn sah ähnlich aus wie für den 5000-Meter-Lauf. Bei den Toppveranstaltungen auf Weltniveau gab es – abgesehen vom Briten Mo Farah – schon seit langer Zeit für europäische Läufer kaum Möglichkeiten, in die Phalanx der Afrikaner einzudringen. Die Europäer konnten also hier die Chance nutzen, sich gut zu präsentieren. Im Gegensatz zum 5000-Meter-Lauf gab es über die längere Distanz bereits aktuelle Vergleichswerte aus dem 10.000-Meter-Europacup, ausgetragen im Juni in London. Dort hatte der Deutsche Richard Ringer triumphiert, hatte sich aber im Vorfeld verletzt und gehörte aufgrund seines Trainingsrückstands nicht zum Kreis der Favoriten. Der Franzose Morad Amdouni hatte in London Rang zwei belegt vor dem Italiener Yemaneberhan Crippa und dem Spanier Adel Mechaal, die hier zu den Medaillenkandidaten zählten. Stark einzuschätzen waren auch der Europameister von 2016 Polat Kemboi Arıkan, der für die Türkei startete, Vizeeuropameister Ali Kaya, ebenfalls Türkei, und der spanische EM-Dritte Antonio Abadía. Mit guten Aussichten startete auch der Belgier Bashir Abdi als EM-Vierter von 2012.

In der Anfangsphase wechselten sich der Spanier Juan Pérez sowie die beiden für die Türkei startenden Kaan Kigen Özbilen und Titelverteidiger Arıkan in der Führungsarbeit ab. Das Tempo war mit 1000-Meter-Abschnitten von knapp unter 2:50 min nicht hoch. So blieb auch längere Zeit eine größere Läufergruppe zusammen. Auch auf der zweiten Streckenhälfte setzte sich diese Tendenz fort. Özbilen führte das Feld nun für längere Zeit an, es wurde sogar noch etwas langsamer. Dennoch mussten jetzt nach und nach zahlreiche Athleten abreißen lassen. Fünf Läufer gaben das Rennen in dieser Phase auf, darunter auch Kaya, Arıkan und Ringer.

Im weiteren Verlauf ergriffen Abdi und der Spanier Adel Mechaal die Initiative, nachdem Özbilen sein eigenes Tempo nicht mehr halten konnte. Eine Temposteigerung gab es allerdings erst auf den letzten tausend Metern. Mit Mechaal, dem Belgier Soufiane Bouchikhi, Amdouni, Abdi, Crippa, dem Briten Andy Vernon und dem Schweizer Julien Wanders hatte sich jetzt eine siebenköpfige Spitzengruppe gebildet. Mit Beginn der letzten Runde übernahm Abdi die Führung. Ihm folgten Mechaal, Amdouni, Crippa und Bouchikhi, während Vernon und Wanders den Kontakt verloren. Auf den letzten zweihundert Metern war Morhad Amdouni am schnellsten und siegte knapp vor Bashir Abdi. Yemaneberhan Crippa gewann die Bronzemedaille, Adel Mechaal wurde Vierter. Andrew Vernon fing Soufiane Bouchikhi am Schluss noch ab und belegte Rang fünf vor dem Belgier. Julien Wanders kam auf den siebten Platz. Mit deutlichem Abstand erreichte der Franzose Florian Carvalho hinter ihm Rang acht. Der lange führende Kaan Kigen Özbilen wurde am Ende Zehnter hinter dem Spanier Juan Pérez.

Eine Reihe der hier gestarteten Läufer war vier Tage später auch über 5000 m mit dabei. Morhad Amdouni holte sich mit Bronze dort eine zweite Medaille. Yemaneberhan Crippa kam auf den vierten Platz.

 
Europameister Morhad Amdouni, Frankreich
 
Vizeeuropameister Bashir Abdi, Belgien
 
Bronzemedaillengewinner Yemaneberhan Crippa, Italien
 
Adel Mechaal, Spanien (hier im Crosslauf) – Rang vier
Zwischenzeiten
Zwischenzeit-
Marke
Zwischenzeit Führende(r) 1000-m-Zeit
1000 m 2:47,28 min Polat Kemboi Arıkan vor dem geschlossenen Feld 2:47,28 min
2000 m 5:37,03 min Kaan Kigen Özbilen in einer großen Führungsgruppe 2:49,75 min
3000 m 8:27,72 min Juan Pérez in einer großen Führungsgruppe 2:50,69 min
4000 m 11:18,74 min Kaan Kigen Özbilen in einer großen Führungsgruppe 2:51,02 min
5000 m 14:08,93 min Kaan Kigen Özbilen in einer 13-köpfigen Führungsgruppe 2:50,19 min
6000 m 16:59,38 min Kaan Kigen Özbilen in einer 11-köpfigen Führungsgruppe 2:50,45 min
7000 m 19:55,85 min Bashir Abdi in einer 11-köpfigen Führungsgruppe 2:56,47 min
8000 m 22:48,02 min Adel Mechaal in einer 11-köpfigen Führungsgruppe 2:52,17 min
9000 m 25:38,02 min Adel Mechaal mit einer 7-köpfigen Spitzengruppe 2:50,00 min
10.000 m 28:11,22 min Morhad Amdouni 2:33,20 min

ErgebnisBearbeiten

7. August 2018, 20:20 Uhr

Platz Athlet Land Zeit (min)
  Morhad Amdouni Frankreich  Frankreich 28:11,22
  Bashir Abdi Belgien  Belgien 28:11,76
  Yemaneberhan Crippa Italien  Italien 28:12,15
04 Adel Mechaal Spanien  Spanien 28:13,78
05 Andrew Vernon Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 28:16,90
06 Soufiane Bouchikhi Belgien  Belgien 28:19,04
07 Julien Wanders Schweiz  Schweiz 28:22,02
08 Florian Carvalho Frankreich  Frankreich 28:29,08
09 Juan Pérez Spanien  Spanien 28:31,31 SB
10 Kaan Kigen Özbilen Turkei  Türkei 28:32,93
11 Chris Thompson Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 28:33,12
12 Daniel Mateo Spanien  Spanien 28:44,43
13 Lorenzo Dini Italien  Italien 28:45,04
14 Alexander Yee Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 28:58,86
15 Simon Debognies Belgien  Belgien 29:00,98
16 Amanal Petros Deutschland  Deutschland 29:01,19
17 Wassyl Kowal Ukraine  Ukraine 29:07,23
18 Arttu Vattulainen Finnland  Finnland 29:12,02
19 Nicolae Alexandru Soare Rumänien  Rumänien 29:13,82
20 Jewgeni Rybakow Authorised Neutral Athletes  Authorised Neutral Athletes 29:15,30
21 Dmytro Siruk Ukraine  Ukraine 29:19,55
22 Benjamin Rainero de Haan Niederlande  Niederlande 29:38,31
23 Stephen Scullion Irland  Irland 29:46,87
24 Sebastian Hendel Deutschland  Deutschland 29:53,45
25 Girmaw Amare Israel  Israel 30:11,91
26 François Barrer Frankreich  Frankreich 30:22,91
27 Marius Øyre Vedvik Norwegen  Norwegen 30:46,59
DNF Samuel Barata Portugal  Portugal
Richard Ringer Deutschland  Deutschland
Aras Kaya Turkei  Türkei
Jakub Zemaník Tschechien  Tschechien
Polat Kemboi Arıkan Turkei  Türkei

Weblinks und QuellenBearbeiten