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Leibniz-Institut für Wissensmedien

Forschungseinrichtung der Leibniz-Gemeinschaft

Das Leibniz-Institut für Wissensmedien (IWM) Tübingen ist ein außeruniversitäres Forschungsinstitut der Leibniz-Gemeinschaft, das Wissenserwerb und Wissenskommunikation mit digitalen Technologien erforscht.

Leibniz-Institut für Wissensmedien
Leibniz-Institut für Wissensmedien
Leibniz-Institut für Wissensmedien
Kategorie: Forschungseinrichtung
Träger: Stiftung "Medien in der Bildung"[1]
Bestehen: seit 2001
Rechtsform des Trägers: gemeinnützige, privatrechtliche Stiftung[1]
Sitz des Trägers: Institut
Mitgliedschaft: Leibniz-Gemeinschaft
Standort der Einrichtung: Tübingen
Entstanden aus: Deutsches Institut für Fernstudienforschung
Art der Forschung: Grundlagenforschung, Anwendungsforschung
Fachgebiete: Psychologie, Kommunikationswissenschaft, Neurowissenschaft
Grundfinanzierung: 50 % Bund, 50 % Länder[1]
Leitung: Ulrike Cress (Direktorin des Leibniz-Instituts für Wissensmedien)
Mitarbeiter: ca. 200 (Stand: März 2019)
Homepage: http://www.iwm-tuebingen.de

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Das IWM entstand aus dem Deutschen Institut für Fernstudienforschung (DIFF). Aufgrund der Empfehlung des Wissenschaftsrates wurde das DIFF im Jahre 2000 geschlossen.[2] Das Land Baden-Württemberg war gegen die Schließungsabsicht.[3]

Gleichzeitig empfahl der Wissenschaftsrat die Einrichtung des Instituts für Wissensmedien (IWM) als Fortführung der Abteilung für Angewandte Kognitionswissenschaft unter der Leitung von Friedrich Wilhelm Hesse, der vorher Leiter dieser Abteilung am DIFF war.[4]

Das Instituts für Wissensmedien wurde 2001 gegründet und in die Leibniz-Gemeinschaft aufgenommen.

ForschungBearbeiten

Am Leibniz-Institut für Wissensmedien (IWM) wird untersucht, welche Prozesse bei der menschlichen Informationsverarbeitung ablaufen und wie diese durch digitale Medien beeinflusst bzw. unterstützt werden können.

In zahlreichen Projekten und Kooperationen mit Forschungs- und Praxispartnern leistet das IWM einen Beitrag zur Erforschung, Realisierung und Implementierung innovativer mediengestützter Lehr-/ Lernszenarien. Diese grundlagenorientierte und an sozialen und kognitiven Prozesse orientierte Forschung liefert Erkenntnisse für die Praxis. Dabei adressiert das IWM insbesondere die Praxisfelder Schule, Hochschule, Internetnutzung, Wissensarbeit und Museum. Beispiele dafür sind das Portal e-teaching.org[5], ein Informations- und Qualifizierungsportal zum Einsatz digitaler Medien in der Hochschullehre, das in Zusammenarbeit mit der Universität Tübingen betriebene Tübingen Digital Teaching Lab (TüDiLab)[6] oder die Nutzung interaktiver Tische zur Präsentation von Ausstellungsobjekten in Museen oder zur Kollaborationsunterstützung im Kontext wissensintensiver Arbeit. Von Alumni des IWM wird das Internetportal Wissensdialoge.de[7] betrieben.

 
IWM Außenansicht

InstitutBearbeiten

Das IWM ist ein gemeinnütziges, außeruniversitäres Forschungsinstitut der Leibniz-Gemeinschaft, das empirisch erforscht, wie Menschen mit digitalen Medien Wissen erwerben, anwenden, vermitteln und austauschen. Es betrachtet kognitive, motivationale, emotionale und soziale Prozesse bei der Nutzung digitaler Medien im Kontext gesellschaftlicher und technischer Entwicklungen. Dabei thematisiert es auch Potenziale und Risiken, die sich dadurch für das menschliche Erleben und Verhalten ergeben.

Die Forschung des IWM gliedert sich in die Bereiche Individuelle Nutzung von Wissensmedien, Soziale Nutzung von Wissensmedien sowie Forschungsbereichübergreifende Aktivitäten. Gegenstand des Forschungsbereichs Individuelle Nutzung von Wissensmedien sind die wissensbezogenen Nutzungs- und Verarbeitungsprozesse von individuellen Lernenden bei digitalen Informationsangeboten. Der Forschungsbereich gliedert sich in drei Arbeitsgruppen und eine Nachwuchsgruppe. Der Forschungsbereich Soziale Nutzung von Wissensmedien erforscht die Potenziale und Gefahren der Nutzung digitaler Kommunikations- und Kooperationsmedien bei der Zusammenarbeit und beim kollaborativen Wissenserwerb. Er setzt sich aus ebenfalls drei Arbeitsgruppen und einer Nachwuchsgruppe zusammen.

Die Forschungsergebnisse des IWM beziehen sich arbeitsgruppen-übergreifend auf folgende fünf Praxisfelder:

  • Lehren und Lernen mit digitalen Medien in der Schule
  • Lehren und Lernen mit digitalen Medien in der Hochschule
  • Wissensvermittlung in Museen & Ausstellungen
  • Wissensarbeit mit digitalen Medien
  • Wissensbezogene Internetnutzung

Das IWM initiierte 2009 gemeinsam mit der Eberhard Karls Universität Tübingen Deutschlands ersten Leibniz-WissenschaftsCampus Tübingen mit dem Ziel, ein strategisch ausgerichtetes Netzwerk zu schaffen, um die empirische Bildungsforschung in Tübingen weiterzuentwickeln. Von 2009-2016 befasste mit dem Thema "Bildung in Informationsumwelten", seit 2017 mit einer engeren inhaltlichen Fokussierung auf das Thema "Kognitive Schnittstellen"[8].

Weiterhin pflegt das IWM intensiven Austausch mit Forschungseinrichtungen im In- und Ausland und ist an folgenden Forschungsverbünden beteiligt: Den Leibniz-Forschungsverbünden Bildungspotenziale, Historische Authentizität, Science 2.0 und Nanosicherheit, der DFG-Forschergruppe Analyse und Förderung effektiver Lehr-Lernprozesse sowie der Exzellenz-Graduiertenschule Learning, Educational Achievement, and Life Course Development (LEAD) und dem Exzellenzcluster Maschinelles Lernen.

Das Institut fördert die Weiterentwicklung aller MitarbeiterInnen, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und ist verpflichtet, die forschungsorientierten Gleichstellungsstandards der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) umzusetzen. Das IWM ermöglicht die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Seit 2012 hat es das Zertifikat des audits berufundfamilie.

Wissenschaftliche QualitätBearbeiten

Das Institut ist in ein dynamisches Forschungsumfeld eingebettet. In seiner wissenschaftlichen Leistung orientiert sich das IWM an internationalen Standards und trägt dazu bei, diese maßgeblich weiterzuentwickeln. Als Einrichtung der Leibniz-Gemeinschaft unterliegt das IWM einem spezifischen Qualitätsmanagement. Der Senat der Leibniz-Gemeinschaft überprüft spätestens alle sieben Jahre die Leistungen jedes der 91 Leibniz-Institute. Für ein umfassendes Evaluierungsverfahren setzt er eine internationale und unabhängige Bewertungsgruppe ein, die vor Ort die Leistungen des zu evaluierenden Instituts überprüft. 2013 durchlief das IWM diese Evaluierung und wurde als „sehr gut“ bis „exzellent“ beurteilt.

NachwuchsförderungBearbeiten

Ein zentrales Anliegen des IWM ist die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Seit 2009 bietet das IWM ein strukturiertes Promotionsprogramm mit einem umfassenden Aus- und Weiterbildungsprogramm an, um Promovierenden eine optimale Betreuung und Einbindung in den Forschungsalltag zu ermöglichen. Dieses beinhaltet, dass die Doktorandinnen und Doktoranden Mitglieder einer Arbeitsgruppe des Instituts sind, ihre Arbeitsergebnisse in Fachzeitschriften publizieren und ihre Forschung auf Konferenzen im In- und Ausland präsentieren. Außerdem finden ein wöchentliches Doktorandenkolloquium und regelmäßige Methodenseminare statt. Die Teilnahme am Promotionsprogramm wird den Teilnehmenden zertifiziert.[9]

Daneben übernimmt das IWM eine Vorreiterrolle bei der Förderung von Postdoktorandinnen und Postdoktoranden. Seit 2016 besteht ein Postdoc-Netzwerk am IWM, mit dem Ziel, den beteiligten Personen den Aufbau eines eigenständigen Forschungsprofils zu ermöglichen und sie beim Erwerb damit einhergehender Drittmittel zu unterstützen. Hierfür stehen dem Netzwerk finanzielle Mittel zur Verfügung, die der Vorbereitung von Drittmittelanträgen, Forschungsaufenthalten im Ausland, der Organisation von Workshops, Mentoring und Training, Konferenzbesuchen sowie der Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie dienen.[10]

OrganisationBearbeiten

• Geschäftsführende Direktorin des Instituts: Ulrike Cress[11]
• Vorsitzender des Stiftungsrats: Ministerialrat Peter Castellaz
• Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirats: Birgit Spinath

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Leibniz-Institut für Wissensmedien. Tätigkeitsberichte. Tübingen
  • Wissenschaftsrat (2000). Stellungnahme zum Strukturkonzept des Instituts für Wissensmedien (IWM). Berlin.
  • Schwan, S., & Cress, U. (Eds.). (2017). The psychology of digital learning: Constructing, exchanging, and acquiring knowledge with digital media. Cham, Switzerland: Springer International Publishing.