Leesys – Leipzig Electronic Systems GmbH

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Rechtsform GmbH
Gründung 2014
Sitz Leipzig
Leitung Dr. Arnd Karden
Mitarbeiterzahl 400
Umsatz 198,558 Millionen EUR
Branche Elektrotechnik
Website http://www.leesys.com
Stand: 2016

Die Leipzig Electronic Systems GmbH (Leesys) ist eine Beteiligung der Quantum Capital Partners GmbH. Als deutscher Anbieter für Electronics Manufacturing Services (EMS) ist sie auf die Fertigung und Entwicklung von elektronischen Baugruppen für Automobilindustrie, Telekommunikations- und Medizintechnik spezialisiert.

GeschichteBearbeiten

Die Unternehmensgeschichte der Leesys GmbH ist eng mit der des Leipziger RFT-Fernmeldewerkes während der Wiedervereinigung Deutschlands verbunden. Aufgearbeitet von ehemaligen RFT-Mitarbeitern.[1]

Dr. Dietz & Ritter – Fabrik für Radio-Erzeugnisse und TransformatorenBearbeiten

Mit Beteiligung von Körting & Mathiesen gründeten 1925 zwei vormalige Mitarbeiter der Firma, der Kaufmann Oswald Ritter und der Techniker Wilhelm Dietz, in Leipzig-Stötteritz die Dr. Dietz & Ritter GmbH, Fabrik für Radio-Erzeugnisse und Transformatoren und legten so den Grundstein für den Elektronikstandort Leipzig. Firmensitz waren die ehemaligen Betriebsräume der Graphischen Kunstanstalt Dr. Trenkler & Co. in der Eichstädtstraße 11. Der Betrieb produzierte zunächst Transformatoren, Kraftverstärker und dynamische Lautsprecher unter Lizenz des amerikanischen Unternehmens Magnavox.

1948 erfolgte die Enteignung des Werkes in Leipzig, das im Herstellerverband Rundfunk- und Fernmelde-Technik (RFT) der DDR aufging.

VEB NachrichtenelektronikBearbeiten

Eine große Anzahl ursprünglich selbstständiger kleinerer und größerer Geräte- und Apparatehersteller für Radio- und Telekommunikationstechnik wurden im Laufe der Geschichte der DDR verstaatlicht und im RFT zusammengefasst. Aus einigen dieser Unternehmen wurde die VVB RFT Radio und Fernmeldetechnik Leipzig gebildet, aus der später das VEB RFT Kombinat Nachrichtenelektronik hervorging, sodass der Elektronikstandort Leipzig bestehen blieb.

Übernahme durch die Siemens AG und Gründung der LeesysBearbeiten

Die Siemens AG übernahm 1990 ehemals volkseigene Betriebe, darunter den Elektronikstandort Leipzig und mit ihm den VEB Nachrichtenelektronik.

Am 1. Juli 1990 erfolgte daraus die Gründung der „Nachrichtenelektronik Leipzig GmbH i.A.“, der „Elektroakustik Leipzig GmbH“ und der „industry engineering GmbH“. Mit der Fertigung der Telefonanlage Hicom 100 und der EWSD-Flachbaugruppenfertigung für Siemens wurde bereits im März 1990 begonnen. Am 1. November 1990 erfolgte die Gründung der Siemens Kommunikationstechnik GmbH Leipzig, als Gemeinschaftsunternehmen der Siemens-Bereiche Öffentliche Kommunikationsnetze und Private Kommunikationssysteme.

Bis zum Umzug im Jahr 1999 an den heutigen Standort in der Hertzstraße wurden am Standort in der Melcherstraße neben Nebenstellenanlagen auch Stromversorgungen gefertigt. Seit dem Fertigungsbeginn der Business Phones im Jahr 1997 haben bis jetzt mehr als 28 Millionen Telefone das Werk verlassen. Im Jahr 2003 liefen die ersten Wireless Modules vom Band. Bis heute konnten knapp 84 Millionen Module geliefert werden.

Das inzwischen Siemens Enterprise Communications Manufacturing genannte Unternehmen wurde 2005 an ein Siemens-Joint-Venture ausgegliedert.[2] Der Fertigungsstandort erweiterte 2010 sein Angebot auch für Kunden außerhalb des direkten Siemens-Umfeldes. Die Produktpalette umfasst Electronic Manufacturing Services, Kunststofffertigung und Komplettgeräte.

Umfirmierung zur LeesysBearbeiten

2012 erfolgte die Umfirmierung zur Leesys – Leipzig Electronic Systems GmbH. Mit dem Namen „Leipzig Electronic Systems“ sollte der Standort mit seiner Geschichte besonders betont werden.

Übernahme durch QuantumBearbeiten

2014 übernahm die Quantum Capital Partners AG (QCP), eine internationale Beteiligungsgesellschaft mit Hauptsitz in München, das Leipziger Unternehmen.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Klaus-Dieter Schmidt: Das Fernmeldewerk Leipzig. Ein Stück Leipziger Industriegeschichte von 1885 bis 1993. Engelsdorfer Verlag, Leipzig 2013, ISBN 978-3-95488-191-8.
  2. Franz Graser: Elektronikfertigung: Ex-Siemens-Tochter mausert sich als Leesys zu vollwertigem EMS-Anbieter. In: Elektronik Praxis. 7. Juli 2012, abgerufen am 21. November 2019.