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Maud Wood Park, die erste Präsidentin der LWV
Mitglieder der „League of Women Voters“ vor dem Weißen Haus, 1924

Die League of Women Voters (LWV) ist eine amerikanische Bürgerorganisation, die gebildet wurde, um Frauen eine größere Mitwirkung in öffentlichen Angelegenheiten zu ermöglichen, nachdem sie das Recht zu wählen errungen hatten. Sie wurde 1920 zur Unterstützung des neuen Frauenwahlrechts gegründet und entstand aus der Vereinigung des „National Council of Women Voters“ (gegründet von Emma Smith DeVoe) und der National American Woman Suffrage Association, die von Carrie Chapman Catt geführt wurde. Dies geschah ungefähr sechs Monate vor dem Inkrafttreten des 19. Amendments, das den Frauen das Wahlrecht verschaffte.[1] Die League of Women Voters begann als ein „kraftvolles politisches Experiment“ mit dem Ziel, den befreiten Frauen bei der Ausübung ihres Wahlrechts zu helfen. Ursprünglich konnten nur Frauen der „League“ beitreten; aber 1973 wurde das Vereinsrecht geändert, so dass die Mitgliedschaft auch für Männer erlaubt war. LWV arbeitet auf lokaler, bundesstaatlicher und nationaler Ebene, besitzt über 1000 lokale und 58 bundesstaatliche Unterorganisationen – und eine „Territory-League“ auf den U.S. Virgin Islands.[2]

Die League of Women Voters ist offiziell überparteilich – sie unterstützt und bekämpft keine Wahlkämpfer oder Parteien. Sie unterstützt und fördert jedoch eine Vielzahl von fortschrittlichen gesellschaftlichen Unternehmungen. Dazu gehören der Kampf für eine Finanzreform, für das allgemeine Gesundheitssystem, für Abtreibungsrechte, der Kampf gegen den Klimawandel und die Umweltzerstörung und gegen die Waffenpolitik in den Vereinigten Staaten.[3]

Inhaltsverzeichnis

Politische StandpunkteBearbeiten

 
Präsident Ronald Reagan und sein Gegenkandidat Walter Mondale in der zweiten Präsidentschaftsdebatte in Kansas City, Missouri (1984)
  • Die LWV trug zur Finanzierung der „United States Presidential Election Debates“ (dt.: Debatten zur Wahl des US-Präsidenten) in den Jahren 1976, 1980 und 1984 bei.[4][5]
  • Am 2. Oktober 1988 entschieden sich 14 Trustees der LWV einstimmig, sich aus den Debatten zurückzuziehen und veröffentlichten am 3. Oktober eine Presseverlautbarung, in der die Wünsche für den Wahlkampf der Hauptkandidaten zurückgewiesen wurden. LWV–Präsidentin Nancy Neuman sagte, dass das Format der Debatte „would perpetrate a fraud on the American voter“ (dt.: würde einen Betrug am amerikanischen Wähler verüben) und dass ihre Organisation nicht die Absicht habe, „to become an accessory to the hoodwinking of the American public“ (dt.: ein Zubehör zur Täuschung der amerikanischen Öffentlichkeit zu werden)."[6][7]
  • Bundesstaatliche und lokale League–Organisationen sind Veranstalter von Kandidaten-Debatten, damit auf allen Ebenen der Politik die Positionen der Wahlkämpfer klar werden.[8]
  • 2012 schuf LWV einen „National Voter Registration Day“, einen Tag, an dem Ehrenamtliche bei der Registrierung der Wähler helfen und so die Wahlbeteiligung erhöhen.[9]
  • Die League finanziert Wahlführer, z.B. „Smart Voter“ und „Voter's Edge“, welcher in Zusammenarbeit mit „MapLight“ gestartet wurde.[10]
  • Die League und ihre Unterorganisationen in den Staaten und Gemeinden betreiben „VOTE411.org“, eine Website, die es den Wählern erlaubt, die eigene Adresse einzufügen, um maßgeschneiderte Informationen über die Kandidaten ihres eigenen Wahlbezirks zu bekommen.[11]

Erfolge der LWVBearbeiten

  • Die League förderte die Einrichtung der Vereinten Nationen und wurde später eine der ersten Gruppen, die den Status als Nichtregierungsorganisation bei den U.N. bekam.[12]
  • Die League war gegen die „Voter ID laws“ (dt.: Gesetze der offiziellen Identifizierung zur Zulassung als Wähler) in den Vereinigten Staaten und unterstützte Bemühungen um eine Reform der Wahlkampffinanzierung.[13] Die LWV war eine Gegnerin der Entscheidung im Prozess Citizens United v. Federal Election Commission.[14] Die League unterstützt die verstärkte Regulierung von politischen Spenden.[15]
  • Die League kämpfte für die Annahme des „National Voter Registration Act“ von 1993, was von den Bundesstaaten per Gesetz verlangt, dass sie Wählerregistrierung von allen Führerschein-Agenturen sowie von Agenturen Sozialer Dienste und durch die Post möglich machen müssen.[16][17]
  • Die League unterstützte die Verabschiedung des „Bipartisan Campaign Reform Act“ von 2002, welches die versteckten Wahlkampfspenden bei den Bundeswahlen verbot und weitere Reformen in den Wahlkampffinanzierungsgesetzen brachte.[18][19]
  • LWV unterstützt den „Clean Air Act“, den „Clean Water Act“, den „Safe Drinking Water Act“, den „Resource Conservation and Recovery Act“ und das Kyoto-Protokoll.[20][21]
  • LWV ist gegen die vorgeschlagene „Keystone Pipeline“.[22]
  • Im Januar 2013 drängte die „League of Women Voters in Hawaii“ US-Präsident Barack Obama, während seiner Präsidentschaft aktiv im Klimaschutz tätig zu werden, gemäß dem „Clean Air Act“ von 1998, der von der League unterstützt wurde.[23]
  • Die League die Abschaffung der Todesstrafe durch den Gesetzentwurf der „Bill to abolish death penalty“[24]
  • LWV unterstützt „Universal Health Care“ und ist Förderer von „Medicaid“ und dem „Affordable Care Act“.[25][26][27]
  • Die League unterstützt eine allgemeine Einkommensteuererhöhung, um die nationale „Health Care Reform“ zu finanzieren, die die „Reproductive Health Care“ enthalten soll, einschließlich der Abtreibung in jedem Versicherungsvertrag. Die League unterstützt das Recht zur Abtreibung und war stark gegen die Verabschiedung des „Partial-Birth Abortion Ban Act“.[28][29][30]
  • Die League opponierte aktiv gegen die „Welfare Reform Legislation“, die dem 104. Kongress vorgelegt worden war.[31]
  • Die League ist gegen die „school vouchers“.[32] 1999 ging LWV gegen ein Gesetz von Florida vor, das Schülern erlaubte, „School Vouchers“ zu nutzen, um an andere Schulen zu wechseln.[33]
  • Die League unterstützt ein System, das den „illegal immigrants“, die schon in den Vereinigten Staaten sind, die Erlangung der vollen Staatsbürgerschaft ermöglicht. Sie war auch eine Lobbyistin für die Verabschiedung des „DREAM Act“ (= Act for Development, Relief, and Education for Alien Minors).[34]
  • Die League ist für „gun violence prevention policies“ einschließlich der regulierenden Bestimmungen bei der Lizenzvergabe bei Waffenbesitz.[35]

Führung und VerwaltungBearbeiten

Geleitet wird die LWV durch ein nationales Direktorium (Board of Directors), das aus den vier Vorstandsmitgliedern (Officers: President, Vice-President, Treasurer and Secretary), acht gewählten Direktoren und nicht mehr als acht vom Board berufenen Direktoren besteht. Die meisten davon wohnen in der „Metropolitanregion Washington D.C.“. Sie lenken die League gemäß der Satzung der „League of Women Voters of the United States“. Das nationale Direktorium wird in einer nationalen Mitgliederversammlung gewählt und ist verantwortlich für die Vereinsziele.[36]

Die örtlichen und bundesstaatlichen Leagues sind so organisiert, dass sie die Zwecke der Gesamtorganisation fördern und in lokalen und bundesstaatlichen Sachen aktiv werden. Diese Unterabteilungen haben ihre eigenen Vorstände und Direktoren. Das nationale Direktorium kann die Anerkennung versagen, wenn eine Unterorganisation die Erfordernisse zur Anerkennung nicht erfüllt.

LiteraturBearbeiten

  • Impact On Issues: 2004–2006. League of Women Voters of the United States, Washington,D.C., ISBN 0-89959-446-8.
  • Percy Maxim Lee, Louise Merwin Young, Ralph B. Young: In the public interest: the League of Women Voters, 1920–1970. Greenwood Press. Westport Conn. 1989. ISBN 0-313-25302-1
  • Jennifer A. Stevens: Breaking the Wave: Women, Their Organizations, and Feminism, 1945–1985. Hrsg.: Kathleen A. Laughlin, Jacqueline L. Castledine. Routledge 2010. S. 155–172 (Kapitel 9: Feminizing Portland, Oregon: A History of the League of Women Voters in the Postwar Era, 1950–1975) ISBN 0-415-87400-9

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Website von History.com, abgerufen am 4. Mai 2015.
  2. Gregg Lee Carter: Guns in American Society: A-L. ABC-CLIO: 2002. S. 352
  3. Statement zur League abgerufen am 6. Februar 2015, von „PolitiFact Florida“, Hrsg. von der Tampa Bay Times, 3. Dezember 2012
  4. Do the debates unfairly shut out third parties?, CBS News. 15. Oktober 2012. 
  5. Everything you need to know about presidential debate history, The Week. 14. Oktober 2012. Abgerufen am 4. Mai 2015. 
  6. League of Women Voters Pulls Out of Presidential Debate, Palm Beach Post. 3. Oktober 1988. Abgerufen am 4. Mai 2015. 
  7. In a First, Debates Give Presidential Candidates the Topics Ahead Of Time, U.S. News & World Report. 21. September 2012. Abgerufen am 4. Mai 2015. 
  8. Hannah Hageman: League of Women Voters election debates coming up (en). In: WHOP 1230 AM | News Radio. 
  9. Nothing to See Here, Slate. 23. September 2014. 
  10. Where to get info on candidates, issues in Nov. 4 election, San Diego Union-Tribune. 17. Oktober 2014. 
  11. Letter: Check Vote411.org before going to the polls (en). In: Journal & Courier. 
  12. Mary Zeiss Strange, Carol Oyster und Jane Sloan: Encyclopedia of Women in Today's World, Volume 1.SAGE Publications 2011. S. 833. isbn=9781412976855
  13. Cyndy Brucato: Republicans League of Women Voters go at it over Voter ID, abgerufen am 4. Mai 2015.
  14. [url=http://www.huffingtonpost.com/elisabeth-macnamara/how-the-league-was-busy-m_b_6390486.html Elisabeth MacNamara: How the League Was Busy Making Democracy Work in 2014, Huffington Post, am 29. Dezember 2014] abgerufen am 4. Mai 2015
  15. Megan Wilson: FEC deadlocked on ‘dark Money‘, The Hill, 11. Februar 2015, abgerufen am 6. Mai 2015.
  16. Lynne Ford: Encyclopedia of Women and American Politics 2009, Infobase Publishing, S. 280. isbn=9781438110325
  17. "Representative Government – Voting Rights". Impact on Issues 2016-2018 – Online Edition. League of Women Voters. League Management Site (member resources). forum.lmv.org. abgerufen am 18. März 2018. „Im Mai 1993 machten sich die Jahre gemeinsamer Anstrengungen der League und anderer Organisationen bezahlt, als beide Häuser des Kongresses den „National Voter Registration Act“ verabschiedeten und der Präsident ihn unterzeichnete. ... Die „Motor-voter Bill“ ermöglichte es den Bürgern automatisch als Wähler bei Führerschein-Agenturen registriert zu werden, und auch per Post sowie bei öffentliche und privaten Dienstleistungs-Agenturen.“
  18. Why 'reform' equals more campaign spending, NBC News. 19. August 2004. Abgerufen am 4. Mai 2015. 
  19. Michael Malbin: Life After Reform: When the Bipartisan Campaign Reform Act Meets Politics. Rowman & Littlefield, 2003, ISBN 9780742528338, S. 29.
  20. Environmental Protection and Pollution Control. League of Women Voters. Archiviert vom Original am 19. Oktober 2017.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/lwv.org Abgerufen am 17. März 2018.
  21. Voter Group Flexes Muscle in Ads Aimed at Senators, New York Times. 25. Mai 2011. Abgerufen am 4. Mai 2015. 
  22. League of Women Voters holds discussion on climate change, Hartford Courant. 20. Oktober 2014. Abgerufen am 4. Mai 2015. 
  23. Tina Gerhardt: 70 Groups Send Pres. Obama Letter Urging Action on Climate Change. In: The Progressive, 9. Januar 2013. 
  24. Bill to abolish death penalty gets hearing, Seattle Times. 6. März 2013. Abgerufen am 4. Mai 2015. 
  25. League of Women Voters support the expansion of Medicaid, Juneau Empire. 6. April 2015. Abgerufen am 4. Mai 2015. 
  26. A national necessity, Chico News Review. 9. April 2015. Abgerufen am 4. Mai 2015. 
  27. Women Voters League Accused of Liberal Bias, Los Angeles Times. 5. Mai 1995. Abgerufen am 4. Mai 2015. 
  28. Candidate boycotts League of Women Voters debate, Jackson Hole News & Guide. 29. Juli 2014. Abgerufen am 4. Mai 2015. 
  29. Health Care. League of Women Voters. Abgerufen am 4. Mai 2015.
  30. League of Women Voters comes under attack as Republicans call it ‘left of center’, Denver Post. 15. März 2010. Abgerufen am 4. Mai 2015. 
  31. Meeting Basic Human Needs. League of Women Voters. Archiviert vom Original am 12. Januar 2013.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.lwv.org Abgerufen am 6. Februar 2012.
  32. League's influence felt as special session begins, Herald-Tribune. 6. August 2014. Abgerufen am 6. Mai 2015. 
  33. Robert Hachiya,, Robert Shoop, Dennis Dunklee: The Principal's Quick-Reference Guide to School Law: Reducing Liability, Litigation, and Other Potential Legal Tangles. Corwin Press, 2014, ISBN 9781483333342, S. 47.
  34. Immigration. League of Women Voters. Archiviert vom Original am 5. Mai 2015.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/lwv.org Abgerufen am 6. Mai 2015.
  35. Gun Control. League of Women Voters. Archiviert vom Original am 5. Mai 2015.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/lwv.org Abgerufen am 6. Mai 2015.
  36. Bylaws and Certificate of Incorporation. 3. Mai 1946. Archiviert vom Original am 23. Mai 2017.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.lwv.org Abgerufen am 26. Oktober 2018.

WeblinksBearbeiten

  Commons: League of Women Voters – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

ArchiveBearbeiten