Leadership Conference of Women Religious

Die Leadership Conference of Women Religious (LCWR) ist eine Vereinigung US-amerikanischer Ordensfrauen in der römisch-katholischen Kirche. Die Vereinigung wurde 1956 gegründet und vom Heiligen Stuhl anerkannt. Ihren Sitz hat die LCWR in Silver Spring im Bundesstaat Maryland. In ihr sind heute annähernd 1.500 Ordensoberinnen Mitglied, die etwa 80 % der 48.000 Ordensfrauen in den Vereinigten Staaten repräsentieren (Stand 2015). Damit ist die LWCR die mit Abstand größte Vertretung von Ordensfrauen in den Vereinigten Staaten, vor dem 1992 gegründeten Council of Major Superiors of Women Religious, der mit rund 180 Mitgliedern rund 20 % der Ordensfrauen des Landes vertritt. Das Durchschnittsalter der in der Leadership Conference of Women Religious organisierten Ordensfrauen liegt jedoch wesentlich höher als im Council of Major Superiors of Women Religious.

Einer Studie aus dem Jahre 2009 über Berufungen in jüngerer Zeit zufolge waren in den in der LCWR vereinigten Instituten 56 % der in eine Ordensgemeinschaft Eintretenden älter als 40 Jahre, während es im Council of Major Superiors of Women Religious nur 15 % waren. Nur 9 % der in der LCWR vereinigten Ordensinstitute hatten wenigstens fünf Novizinnen, in der CMSWR lag diese Zahl bei 43 % der Institute.[1]

Im Jahr 2012 leitete die Kongregation für die Glaubenslehre unter Leitung von Erzbischof Gerhard Ludwig Müller eine Untersuchung der LCWR ein, da der Organisation seit Jahrzehnten vorgehalten wurde, zunehmend nicht mehr mit der Lehre der römisch-katholischen Kirche übereinstimmende Auffassungen zu vertreten und zu verbreiten, unter anderem zu Fragen des Gottesbildes, der Abtreibung, der Frauenordination, der Empfängnisverhütung und zur Homosexualität. Die Schwestern der meisten im LCWR zusammengeschlossenen Institute tragen keinen Habit mehr. Erzbischof James Peter Sartain von der Diözese Seattle wurde als Beauftragter eingesetzt, um eine Reform der LCWR zu überwachen.

Im Mai 2014 kritisierte Gerhard Ludwig Müller als Präfekt der Glaubenskongregation den LCWR wegen Ungehorsams und wachsender Nähe zu weltanschaulichen Konzepten, die der Lehre der katholischen Kirche widersprechen.[2] Anfang September wies er in einem Interview darauf hin, dass die LCWR nicht alle Ordensfrauen der Vereinigten Staaten repräsentiere, sondern nur jene Gruppe, die dem Verband angehörten. „Wir haben viele notvolle Briefe von anderen Ordensfrauen erhalten, welche denselben Kongregationen angehören und die an der Richtung, in welche die LCWR ihre Mission lenkt, äußerst leiden.“[3]

AuszeichnungenBearbeiten

Am 14. April 2013 erhielt die LCWR den Herbert-Haag-Preis.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. https://nrvc.net/247/article/executive-summary-english-1022
  2. kathweb.at: Vatikan: Kardinal Müller maßregelt Verband der US-Ordensfrauen
  3. http://kath.net/news/47383