Lauren Boebert

US-amerikanische Politikerin (Republikanische Partei)

Lauren Opal Boebert (* 15. Dezember 1986 in Altamonte Springs, Florida) ist eine US-amerikanische Politikerin (Republikanische Partei). Bei der Wahl zum Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten 2020 gewann sie das Mandat für den 3. Kongresswahlbezirk des Bundesstaates Colorado im US-Repräsentantenhaus.[1] Dieses übt sie seit dem 3. Januar 2021 aus.

Lauren Boebert (2020)

WerdegangBearbeiten

Lauren Boebert ist die Tochter von Shawna Bentz. Ihre Mutter behauptet, dass der Wrestling-Star „Sweet“ Stan Lane Laurens Vater sei.[2]

Boebert und ihr Ehemann eröffneten 2013 das Restaurant Shooters Grill in Rifle, Colorado, als ihr Ehemann arbeitslos wurde. Nachdem eine Person in einer nahe gelegenen Gasse angegriffen worden war, erhielt Boebert die Erlaubnis, eine Waffe verdeckt tragen zu dürfen und ermutigte die Kellner im Restaurant, ebenfalls Waffen zu tragen. Sie wurde dadurch als Waffenrechtsaktivistin bekannt.[3]

Im Dezember 2019 kündigte Boebert ihre Kandidatur für die Wahl zu Colorados 3. Kongresswahlbezirk des Repräsentantenhauses der Vereinigten Staaten an. Dabei traf sie auf den amtierenden Scott Tipton in der Vorwahl der Republikanischen Partei, den sie letztendlich besiegen konnte. Boebert gewann auch die Hauptwahl für den Sitz im November 2020 gegen die Demokratin Diane Mitsch Bush. Damit wurde sie die erste Frau, welche den 3. Wahlbezirk Colorados vertritt.

Im Wahlkampf hatte sie offensiv die Anliegen der Waffen-Lobby vertreten. Nach ihrer Wahl kündigte sie an, auch in Washington, D.C. und im Kongress eine geladene Waffe tragen zu wollen, woraufhin der Polizeichef der Stadt erklärte, dass für die Kongressabgeordnete dieselben Gesetze und Strafen wie für andere Einwohner auch zu gelten hätten – Kongressabgeordneten ist es zwar erlaubt, eine Waffe in ihrem Büro zu haben; diese darf jedoch nicht in geladenem Zustand durch die Stadt transportiert werden und muss bei den Behörden registriert sein.[4] Sie äußerte sich kritisch zu den Protesten gegen Polizeigewalt. Ihr zufolge wäre es „die Linke“, die zur Gewalt aufgerufen hätte und demnach zur Verantwortung gezogen gehört. Darüber hinaus ist sie Anhängerin der rechtsradikalen QAnon-Bewegung.[5]

Boebert gehörte zu den Mitgliedern des Repräsentantenhauses, die bei der Auszählung der Wahlmännerstimmen bei der Präsidentschaftswahl 2020 für die Anfechtung des Wahlergebnisses stimmten. Präsident Trump hatte wiederholt propagiert, dass es umfangreichen Wahlbetrug gegeben hätte, so dass er sich als Sieger der Wahl sah.[6] Für diese Behauptungen wurden keinerlei glaubhafte Beweise eingebracht.[7][8][9] Der Supreme Court wies eine entsprechende Klage mit großer Mehrheit ab, wobei sich auch alle drei von Trump nominierten Richter gegen die Klage stellten.[10]

Vor dem Sturm auf das Kapitol in Washington 2021 tweetete Boebert „Erinnert euch an die kommenden 48 Stunden“ und „Heute ist 1776“. Als die Abgeordneten dann während des Angriffs von den Sicherheitskräften ermahnt wurden, ihren Aufenthaltsort nicht zu verraten, tweetete Boebert diesen dennoch und darüber hinaus auch, dass die Sprecherin Pelosi dort nicht mehr anzutreffen sei.[11]

WeblinksBearbeiten

Commons: Lauren Boebert – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Republican Lauren Boebert wins bitter Colorado House race. 3. November 2020, abgerufen am 7. November 2020.
  2. David Bixenspan: The Strange Saga of Lauren Boebert’s Pro Wrestler Paternity Case, abgerufen am 19. März 2021
  3. Carl Hulse: Lauren Boebert, Hard-Right Gun Activist, Wins in Colorado House District. In: The New York Times. 6. November 2020, ISSN 0362-4331 (nytimes.com [abgerufen am 7. November 2020]).
  4. Republican Lauren Boebert vows to carry handgun to Congress. BBC News, 5. Januar 2021, abgerufen am 5. Januar 2021 (englisch).
  5. Torsten Teichmann: Zweites Impeachment - Trumps historische Schmach. In: ARD-aktuell / tagesschau.de. Norddeutscher Rundfunk, 14. Januar 2021, abgerufen am 14. Januar 2021.
  6. Trump tweets Biden is ‘pretending he’s won’ and insisting he had a ‘landslide victory’. 15. Dezember 2020, abgerufen am 9. Januar 2021 (englisch).
  7. US election 2020: Fact-checking Trump team's main fraud claims. In: BBC News. 23. November 2020 (bbc.com [abgerufen am 9. Januar 2021]).
  8. AP FACT CHECK: Trump's claims of vote rigging are all wrong. 3. Dezember 2020, abgerufen am 9. Januar 2021.
  9. Nick Corasaniti, Reid J. Epstein, Jim Rutenberg: The Times Called Officials in Every State: No Evidence of Voter Fraud. In: The New York Times. 11. November 2020, ISSN 0362-4331 (nytimes.com [abgerufen am 9. Januar 2021]).
  10. Adam Liptak: Supreme Court Rejects Texas Suit Seeking to Subvert Election. In: The New York Times. 11. Dezember 2020, ISSN 0362-4331 (nytimes.com [abgerufen am 9. Januar 2021]).
  11. https://www.politicalflare.com/2021/01/americans-call-for-full-investigation-of-gop-rep-lauren-boebert-for-tweeting-pelosis-position-during-riots/