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Das königliche Kloster Santa María la Real de Las Huelgas (lat. Abbatia B.M.V. Huelguensis Burgensium) ist eine Zisterzienserinnenabtei und liegt 1,5 Kilometer westlich der Stadt Burgos an der Avenida del Monasterio de las Huelgas.

Kloster Hulegas de Burgos
Zisterzienserinnenabtei Huelgas
Zisterzienserinnenabtei Huelgas
Lage SpanienSpanien Spanien
Provinz Burgos
Liegt im Bistum Erzbistum Burgos
Koordinaten: 42° 20′ 10″ N, 3° 43′ 12,7″ WKoordinaten: 42° 20′ 10″ N, 3° 43′ 12,7″ W
Gründungsjahr 1187
zisterziensisch seit 1187
Mutterkloster Abtei Tulebras
Kongregation San Bernardi in Hispania

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Der kastilische König Alfons VIII. (regierte 1158–1214) und seine Ehefrau Eleonore Plantagenet gründeten 1187 in der Nähe von Burgos an der Stelle, an der sich bis dahin eine königliche Lustresidenz befunden hatte, die Abtei Santa María la Real, besser bekannt als Las Huelgas Reales (übersetzt etwa „königliches Freizeitdomizil“). Die Arbeiten am Kloster begannen noch im Jahre 1187 und wurden in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts abgeschlossen.

Der 1186–1189 amtierende Abt Wilhelm II. von Cîteaux (auch unter seinem französischen Namen Guillaume II. de la Prée bekannt) gab im September des Jahres 1187 seine Zustimmung zur Gründung des Nonnenklosters, wobei er festlegte, dass die Nonnen selbst einen oder zwei Äbte aus regionalen männlichen Zisterzienserabteien zu ihren Visitatoren bestimmen durften. Eleonora, die Tochter Eleonore von Aquitaniens und des englischen Königs Heinrich II., hatte wesentlichen Anteil daran, diese bevorzugte Behandlung des Klosters durchzusetzen (andere Konvente konnten ihre Visitatoren nicht auswählen).

Die ersten Nonnen kamen aus der Abtei Tulebras im Königreich Navarra, die 1157 gegründet worden war; erste Äbtissin war Doña Misol. Alfons VIII. sah seine Gründung als Haupt einer Kongregation, in die die anderen kastilischen Zisterzienserinnenklöster aufgenommen werden sollten.

Das Kloster Las Huelgas wurde von seinen Gründern reich beschenkt, es erhielt 49 Güter, darunter das Hospital del Rey in unmittelbarer Nähe. Darüber hinaus wurde es 1199 zur Begräbnisstätte der königlichen Familie erhoben. Die Abtei besaß ein umfangreiches Herrschaftsgebiet, in dem sie die weltliche und geistliche Jurisdiktion ausübte und unabhängig von den Bischöfen von Burgos agierte.

Machtfülle und Reichtum des Klosters führten auch dazu, dass mit der Zeit eine bedeutende Bibliothek entstand. Die Abtei besitzt unter anderem ein Lektionar aus dem Skriptorium der nahe gelegenen Zisterzienserabtei San Pedro de Cardeña, eine Bibel aus dem Jahr 1181, einen Kommentar zu Apokalypse des Beatus von Liébana aus dem Jahr 1220 sowie eine Abschrift der Benediktinerregel aus dem Jahr 1246.

Die Zisterzienserinnen von Las Huelgas gehören mittlerweile zur Kongregation von San Bernardo. Das bauliche Ensemble ist ein nationales Kunstdenkmal.

Sonderstellung der Äbtissin von Las HuelgasBearbeiten

Die Äbtissin trug teilweise den Titel prelatus und war die Administratorin der königlichen Stiftung in geistlichen und zeitlichen Belangen. Somit war sie Grundherrin über 60 Herrschaften und Ortschaften. Sie erließ litterae dimissoriae, um Kandidaten zur Priesterweihe zuzulassen, bestellte Pfarrer und erteilte die Beicht- und Predigtvollmacht. Am zisterziensischen Generalkapitel 1189 wurde ihr die Obrigkeit über das Königreich Leon und Kastilien übertragen. Ihre de facto bischöflichen Vollmachten wurden insbesondere innerkirchlich nicht gern gesehen, weil sie unter anderem die Macht des Bischofs von Burgos einschränkten, und wurden 1873 abgeschafft.[1]

KircheBearbeiten

 
Das Kloster Las Huelgas

Das Äußere der Kirche weist die klaren Linien der Kunst der Zisterzienser auf. Im Inneren ist sie durch eine Abtrennung zwischen den Bereichen der Gläubigen und der Nonnen in zwei Teile geteilt. Diese wird auf der Seite des Kirchenschiffs durch eine Kreuzabnahme aus dem 13. Jahrhundert überragt. In der zentralen Kapelle hinter dem großen Altar befindet sich ein Barock-Retabel aus dem Jahr 1665, auf dem die Himmelfahrt Marias von Statuen der Heiligen Benedikt von Nursia und Bernhard von Clairvaux sowie des Gründerpaares umrahmt wird. Über der Verbindung mit dem Zentralschiff stellt ein Bild aus dem Jahr 1594 die Schlacht bei Las Navas de Tolosa (16. Juli 1212) dar, in der Alfons VIII. kämpfte, ein Werk von Jeronimo und Pedro Ruiz de Camargo.

Von der vergoldeten Kanzel aus getriebenem Eisen (1560) kann der Prediger sich auf beiden Seiten der Abtrennung verständlich machen, sowohl bei den Gläubigen im Querschiff und im Chor, als auch bei den Nonnen, die im Chorgestühl des Längsschiffs saßen.

Das zentrale Kirchenschiff, das von zwei Seitenschiffen begleitet wird (das Katharinen-Schiff im Norden und das Johannes-Schiff im Süden), beherbergt den Doppelsarkophag für Alfons VIII. und Eleonore, die beide im Jahr 1214 starben. Hier sowie an den Seiten fanden auch viele weitere Sarkophage Platz, wie zum Beispiel im Katharinen-Schiff der des Infanten Ferdinand de la Cerda, des Sohnes des Königs Alfons X., der im Jahr 1275 starb.

Vom Johannes-Schiff aus, in dem sich der Sarkophag der Maria von Aragon befindet, Nonne in Las Huelgas und Tochter des Königs Ferdinand der Katholische (regierte 1474–1516), kann man durch zwei Tore in das gotische Kloster gelangen.

Kloster San FernandoBearbeiten

Das gotische Kloster San Fernando stammt aus dem 13. bis 15. Jahrhundert. Hier existieren Fragmente von Stuckarbeiten im Mudéjar-Stil in den Galeriegewölben aus den Jahren 1230 bis 1260

Das romanische KlosterBearbeiten

Das romanische Kloster stammt – wie die Auferstehungskapelle an seiner Nordostecke im Mudéjar Stil – aus den Jahren 1180 bis 1190 und befindet sich südlich vom gotischen. Hier verleihen doppelte Säulenreihen mit stilvoll ausgearbeiteten Kapitellen dem Kloster Eleganz. Man durchquert anschließend mehrere Säle des Palastes Alfons’ X. in maurischer Dekoration.

Kapelle des heiligen JakobusBearbeiten

Im Osten des Klosters befindet etwas abseits in der Kapelle des heiligen Jakobus eine Stuckdecke aus dem Ende des 13. Jahrhunderts, deren Farbigkeit und Friese erhalten geblieben sind.

Museum für mittelalterliche StoffeBearbeiten

Das Museum ist in einem Saal untergebracht, der sich zum Kloster hin öffnet. Die Stoffe und der Putz, die in dem ehemaligen Kornspeicher gezeigt werden, sind Belege für die königliche Kleidung im Kastilien des 13. Jahrhunderts. Die Kleidungsstücke (Tunika, Pelze und Umhänge) wurden in den Gräbern gefunden. Die kostbarsten stammen aus dem Grab Ferdinando de la Cerdas, das von den Soldaten Napoleons im Jahr 1809 nicht geschändet wurde.

KapitelsaalBearbeiten

Der Kapitelsaal öffnet sich auf die östliche Galerie und beherbergt den „Pendòn“, eine Trophäe aus der Schlacht bei Las Navas de Tolosa. Er stammt aus dem Zelt von Muhammad an-Nasir, dem besiegten almohadischen Feldherrn.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Las Huelgas – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Die Äbtissin – Eine Frau kämpft um die Macht, ZDF 26. Dezember 2015, 18.15 – 19.00 Uhr, Dokumentation mit Belegen; Die Äbtissinnen von Las Huelgas (englisch)