Lane Spina

US-amerikanischer Freestyle-Skier
Lane Spina
Nation Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Geburtstag 3. Januar 1962 (60 Jahre)
Geburtsort Reno, USA
Größe 174[1] cm
Gewicht 73 kg
Beruf Produktmanager
Karriere
Disziplin Ballett
Status zurückgetreten
Karriereende März 1993
Medaillenspiegel
Olympische Medaillen 0 × Goldmedaille 0 × Silbermedaille 0 × Bronzemedaille
Weltmeisterschaften 1 × Goldmedaille 3 × Silbermedaille 1 × Bronzemedaille
 Olympische Winterspiele
Silber Calgary 1988 Ballett
Bronze Albertville 1992 Ballett
 Freestyle-Skiing-Weltmeisterschaften
Silber Tignes 1986 Ballett
Silber Calgary 1988 Ballett
Silber Oberjoch 1989 Ballett
Gold Lake Placid 1991 Ballett
Bronze Altenmarkt-Zauchensee 1993 Ballett
Platzierungen im Freestyle-Skiing-Weltcup
 Debüt im Weltcup 14. Januar 1984
 Weltcupsiege 14
 Gesamtweltcup 8. (1990/91, 1991/92)
 Aerials-Weltcup 58. (1984)
 Ballettweltcup 2. (1985/86, 1986/87, 1987/88,
1988/89, 1990/91)
 Kombinationsweltcup 16. (1984)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
 Ballett 14 22 13
 

Lane Spina (* 3. Januar 1962 in Reno, Nevada) ist ein ehemaliger US-amerikanischer Freestyle-Skier. Er war weitgehend auf die nicht mehr ausgetragene Disziplin Ballett (Acro) spezialisiert. In dieser Disziplin wurde er 1991 Weltmeister und gewann fünf weitere Medaillen bei Großereignissen. Im Weltcup gelangen ihm 14 Siege.

BiografieBearbeiten

Sportliche LaufbahnBearbeiten

Lane Spina wuchs mit vier älteren Geschwistern in Reno auf. Er begann seine Sportlerkarriere als Gymnast und wechselte zum Freestyle-Skiing, nachdem er Mitte der 1970er Jahre bei seinem Job in einem Skigeschäft den ebenfalls aus Reno stammenden Bob Howard getroffen hatte.[2] Seinen Highschool-Abschluss machte der passionierte Rennradfahrer 1980 gemeinsam mit dem späteren dreifachen Tour-de-France-Sieger Greg LeMond, der in seiner Jugend ebenfalls als Skisportler aktiv war.[3][4]

Spina wurde 1983 in die US-Nationalmannschaft aufgenommen und gab im Januar 1984 sein Debüt im Freestyle-Skiing-Weltcup. Nachdem er im Ballett auf Anhieb Podestplätze erreicht hatte, versuchte er sich gegen Saisonende auch in den restlichen Wettbewerben. Er beendete die Disziplinenwertung auf Rang drei und wurde dafür als Weltcup-Rookie des Jahres ausgezeichnet.[5] Im Dezember 1984 feierte er in Tignes seinen ersten Weltcupsieg und konzentrierte sich nach einem Kreuzbandriss, der ihn einen Großteil der Saison verpassen ließ, gänzlich auf seine Paradedisziplin.[2] Die folgenden vier Winter belegte er jeweils hinter Hermann Reitberger den zweiten Platz in der Disziplinenwertung. Bei den ersten Weltmeisterschaften in Tignes gewann er hinter Richard Schabl die Silbermedaille. Auch beim Demonstrationswettbewerb im Rahmen der Olympischen Spiele von Calgary und den Weltmeisterschaften am Oberjoch musste er sich jeweils hinter Reitberger mit dem zweiten Platz zufriedengeben, was ihm den Beinamen „Mr. Silver“ einbrachte.[3]

1989/90 reduzierte Spina sein Wettkampfprogramm, um an seinen Trainingsmethoden zu feilen und setzte in der Vorbereitung vermehrt auf Ski Alpin und Langlauf. Er nahm lediglich zweimal am Weltcup teil, konnte aber beide Wettkämpfe für sich entscheiden.[3] Im Februar 1991 gewann er bei den Weltmeisterschaften in Lake Placid die lang ersehnte Goldmedaille. In der Disziplinenwertung wurde er zum fünften Mal Zweiter und musste sich diesmal Rune Kristiansen geschlagen geben. Beim Demonstrationswettbewerb im Rahmen der Olympischen Spiele von Albertville gewann er die Bronzemedaille, ein Jahr später holte er auch bei den Weltmeisterschaften in Zauchensee Bronze. Mit sechs individuellen Medaillen bei Großereignissen ist er in dieser Hinsicht der erfolgreichste Athlet im Skiballett.

Im März 1993 beendete er nach insgesamt sechs Knieoperationen[4] seine aktive Laufbahn im Leistungssport.

Weitere KarriereBearbeiten

Während seiner Sportkarriere arbeitete Lane Spina in den Sommermonaten als Landscaper und half beim Entwurf einer Kniestütze für Spitzensportler.[3] Nach dem Karriereende wirkte er zunächst als Ingenieur für Biomechanik am computergestützten Design von Titanimplantaten für Schädel und Wirbelsäule. Danach wechselte er das Fach und designte für verschiedene Firmen, darunter Bally Technologies, Spielautomaten und Handheld-Konsolen. 2002 wurde er Senior Programmmanager bei WMS Gaming und studierte nebenbei an der University of Nevada, Las Vegas, Maschinenbau. Später schloss er an derselben Universität auch noch einen Studiengang als Master of Business Administration ab. Seit 2013 ist er unter anderem als Produktmanager für die Scientific Games Corporation tätig.

Spina lebt in Las Vegas.[4]

ErfolgeBearbeiten

Olympische SpieleBearbeiten

WeltmeisterschaftenBearbeiten

WeltcupwertungenBearbeiten

Saison Gesamt Aerials Ballett Kombination
Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte
1984 12. 25 58. 2 3. 139 16. 10
1984/85 53. 9 21. 60
1985/86 13. 24 2. 121
1986/87 10. 24 2. 146
1987/88 10. 24 2. 166
1988/89 9. 24 2. 168
1989/90 64. 8 22. 50
1990/91 8. 24 2. 213
1991/92 8. 24 3. 190
1992/93 74. 25 25. 176

WeltcupsiegeBearbeiten

Spina errang im Weltcup 49 Podestplätze, davon 14 Siege:

Datum Ort Land Disziplin
11. Dezember 1984 Tignes Frankreich Ballett
8. März 1986 Voss Norwegen Ballett
12. Dezember 1986 Tignes Frankreich Ballett
22. Januar 1987 Lake Placid USA Ballett
18. März 1988 Meiringen-Hasliberg Schweiz Ballett
27. Januar 1989 Breckenridge USA Ballett
16. März 1989 Åre Schweden Ballett
5. Januar 1990 Mont Gabriel Kanada Ballett
19. Januar 1990 Breckenridge USA Ballett
14. Dezember 1990 Zermatt Schweiz Ballett
22. März 1991 Hundfjället Schweden Ballett
10. Dezember 1991 Zermatt Schweiz Ballett
10. Januar 1992 Blackcomb Kanada Ballett
23. Januar 1992 Lake Placid USA Ballett

Weitere ErfolgeBearbeiten

  • 5 US-amerikanische Meistertitel im Ballett

AuszeichnungenBearbeiten

  • 1984: World Cup Rookie of the Year
  • 1987 und 1991: U.S. Freestyle Skier of the Year (Ski Racing Magazine)[6]
  • 1991 und 1992: Ann Hansen Award[7]
  • 2014: Aufnahme in die Hall of Fame der World Acrobatics Society[8]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Lane Spina. Olympic Channel, abgerufen am 27. März 2020.
  2. a b AJ McDougall: The Boom and Bust of Ski Ballet. Tahoe Quarterly, 2019, abgerufen am 28. März 2020 (englisch).
  3. a b c d Lane Spina: “Mr. Silver”. In: Skiing. Dezember 1990, S. 44 (englisch).
  4. a b c Chris Murray: Two decades later, Wooster High grad Lane Spina still cherishes his Olympic experience. Reno Gazette Journal, 21. Februar 2014, abgerufen am 27. März 2020 (englisch).
  5. Who Won What? In: Ski. Buyer’s Guide 1985, S. 24 (englisch).
  6. Pete Rugh: 35th Annual Awards announced by Ski Racing. Ski Racing, 4. Mai 2009, abgerufen am 30. Dezember 2021 (englisch).
  7. 2017 U.S. Ski & Snowboard Awards Manual. (PDF) U.S. Ski & Snowboard, abgerufen am 4. April 2020 (englisch).
  8. Summer Newsletter Part II. (PDF) World Acrobatics Society, 2014, abgerufen am 27. März 2020 (englisch).