Landtagswahl in Rheinland-Pfalz 1955

1951Landtagswahl 19551959
(Stimmen in %)
 %
50
40
30
20
10
0
46,8
31,7
12,7
3,2
2,9
1,8
0,9
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 1951
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
+7,6
−2,3
−4,0
−1,1
+2,4
−0,1
−2,4
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
e Liste der DRP mit einigen Bewerbern der Deutschen Partei

Die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz 1955 fand am 15. Mai statt. Dabei wurde mit dem Landtag Rheinland-Pfalz erstmals ein Landtag nach Aufhebung des Besatzungsstatuts gewählt.

   
Insgesamt 100 Sitze
Stimmzettel zur Landtagswahl
Wahlplakat der CDU

Die Wahl, die stark unter bundespolitischen Vorzeichen stand, wurde klar von der CDU gewonnen, die die absolute Mehrheit der Mandate erreichte. Die SPD kam bei dieser Wahl auf ihr bis heute (Wahl 2021) schlechtestes Ergebnis in Rheinland-Pfalz.

WahlergebnisBearbeiten

Die Wahl führte zu folgendem Ergebnis:

  • Wahlberechtigte: 2.151.228
  • Wähler: 1.634.750
  • Gültige Stimmen: 1.583.829
  • Sitze insgesamt: 100
  • Wahlbeteiligung: 75,99 %
Partei Stimmen Anteil
in %
Sitze
CDU 741.384 46,81 51
SPD 501.751 31,68 37
FDP 201.847 12,74 12
KPD 50.896 3,21
FWG 45.220 2,86
BHE 28.271 1,78
BdD 10.527 0,66
PdgD 3.092 0,20
DLV 841 0,05
Total 1.583.829 100

FWG = Freie Wählergemeinschaft Rheinland-Pfalz (Liste der DRP mit einigen Bewerbern der Deutschen Partei)

Liste der Mitglieder des Landtages Rheinland-Pfalz (3. Wahlperiode)

AusgangslageBearbeiten

Bei den vorangegangenen Landtagswahlen 1951 hatte sich folgendes Ergebnis ergeben:

  • Wahlberechtigte: 2.021.164
  • Wähler: 1.512.643 (Wahlbeteiligung: 74,84 %)
  • Gültige Stimmen: 1.437.250
Partei Stimmen Anteil
in %
Sitze
CDU 563.274 39,19 43
SPD 488.374 33,98 38
FDP 240.071 16,70 19
KPD 62.483 4,35
Zentrum 29.816 2,07
BHE 27.573 1,92
NGK 10.012 0,70
DRP 7.185 0,50
DNS 4.864 0,34
DAP 3.598 0,25
Total 1.437.250 100

NGK = Notgemeinschaft Kriegsgeschädigter, DNS = Nationale Sammlung, DAP = Deutsche Arbeiterpartei

In der Folge war eine schwarz-gelbe Koalition unter Peter Altmeier gebildet worden.

Der Wahlkampf war bestimmt durch bundespolitische Themen. 10 Tage vor der Wahl war das Besatzungsstatut aufgehoben worden und die Bundesrepublik hatte ihre Souveränität wiedergewonnen. Im Rahmen der Politik der Westbindung hatte die Bundesregierung unter Konrad Adenauer kurz zuvor der Beitritt zur NATO und WEU in die Wege geleitet. Auch die Entscheidung für das Saarstatut war Thema. Sowohl CDU ("Mit Altmeier – für Adenauer") als auch die SPD betonten den Testwahlcharakter für die Bundespolitik.

An Landesthemen war es erneut die Schulpolitik, die die politischen Lager trennte. Mit dem Volksschulgesetz hatte die Regierung Anfang 1955 die in der Verfassung für Rheinland-Pfalz verankerte Schulfreiheit, d. h. Wahlfreiheit zwischen Bekenntnisschule und Simultanschule bestätigt.

Ein weiteres Mal versuchten die Sozialdemokraten die Wahl zu einem Plebiszit gegen das von ihnen abgelehnte Land Rheinland-Pfalz zu machen. Mit dem Ende des Besatzungsstatutes bestünde nun die Möglichkeit, das Bundesland aufzulösen.[1]

KonsequenzenBearbeiten

Mit der absoluten Mehrheit für die CDU wurden sowohl die Bundes- als auch die Landespolitik eindrucksvoll bestätigt. Trotz der absoluten Mehrheit der Union blieb die FDP im Kabinett Altmeier III weiter vertreten.

Die rechtsextreme FWG (Wahlbündnis von DRP und DP) sowie die linksextreme KPD vermochten keinen Einfluss auf den Ausgang der Wahl zu gewinnen.

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Election posters in Germany 1955 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Doris M. Peckhaus und Robert Hess: 40 Jahre Landtag Rheinland-Pfalz, 1987, ISBN 3-87439-142-6, Seiten 41–45