Landrecies

französische Gemeinde

Landrecies (alt: Landrecy) (ndl.: Landeschie) ist eine französische Gemeinde mit 3483 Einwohnern (Stand 1. Januar 2017) im Département Nord in der Region Hauts-de-France. Sie gehört zum Arrondissement Avesnes-sur-Helpe und zum Kanton Avesnes-sur-Helpe (bis 2015: Kanton Landrecies).

Landrecies
Wappen von Landrecies
Landrecies (Frankreich)
Landrecies
Region Hauts-de-France
Département Nord
Arrondissement Avesnes-sur-Helpe
Kanton Avesnes-sur-Helpe
Gemeindeverband Pays de Mormal
Koordinaten 50° 8′ N, 3° 41′ OKoordinaten: 50° 8′ N, 3° 41′ O
Höhe 130–179 m
Fläche 21,70 km2
Einwohner 3.483 (1. Januar 2017)
Bevölkerungsdichte 161 Einw./km2
Postleitzahl 59550
INSEE-Code
Website http://www.landrecies.com

Rathaus (Hôtel de ville)

GeografieBearbeiten

Die Stadt liegt am Fluss Sambre, der aus Richtung Belgien bis hierher mit Schiffen befahren werden kann. Hier beginnt auch der Canal de la Sambre à l’Oise (deutsch: Sambre-Oise-Kanal), der den Schiffen eine Weiterfahrt in das Oise-Tal, und damit in den Großraum Paris, ermöglicht. Im Gemeindegebiet mündet der Fluss Rivièrette in die Sambre.

GeschichteBearbeiten

Landrecies wird erstmals im 7. Jahrhundert erwähnt. Im 9. Jahrhundert wurde er durch die Gebietsteilungen der Karolinger zum Grenzort. Landrecies war Allodialbesitz, bis im Jahr 1096 die Herren von Avesnes-sur-Helpe aus dem Haus Avesnes von ihm Besitz ergriffen. Sie bauten eine Burg, von der heute nichts mehr erhalten ist, und zwangen den Einwohnern 1191 ihre Gesetze auf. Aus den Herren von Avesnes wurden die Grafen von Hennegau, die von den Herzögen von Burgund beerbt wurden. Mit der Machtübernahme durch die Habsburger (1477) wurde Landrecies Kampfzone; die Gemeinde wurde 1521 vom Herzog von Vendôme geplündert, 1542 von König Franz I., anschließend (1543–1544) von den Franzosen besetzt, bis der Frieden von Crépy Landrecies Kaiser Karl V. zusprach, der aus dem Ort eine Festung machte.

Der Herzog von Épernon, der als einer der mächtigsten Männer Frankreichs sechs Königen gedient hatte, eroberte die Stadt 1637 für Ludwig XIII. zurück, anschließend fiel sie in die Hände der Spanier. Endgültig an Frankreich fiel Landrecies 1655 durch Turenne und La Ferté. Der Pyrenäenfrieden von 1659 bestätigte die Zugehörigkeit. Vauban umgab die Stadt danach mit neuen Befestigungsanlagen.

1712, während des Spanischen Erbfolgekrieges, war in Landrecies ein großer Teil der ausländischen Truppen untergebracht, was für den Herzog von Villars bei seinem Sieg bei Denain, der dem Krieg ein Ende bereitete, ein großer Vorteil war.

Während der Französischen Revolution war die Gemeinde zeitweise von österreichischen Truppen besetzt (→ Erster Koalitionskrieg#Feldzug von 1794). Die Festung wurde ab 1894 abgerissen; sie war spätestens seit der Erfindung der Brisanzgranate militärisch nutzlos.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2017
Einwohner 4396 4720 4451 4146 3941 3858 3667 3483
Quellen: Cassini und INSEE

PersönlichkeitenBearbeiten

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Kirche St. Peter und Paul
  • La Poudrière, einziger Rest der alten Burg aus dem Jahr 1140; er steht am Rand der Hauptstraße
  • Musée Ernest Amas

StädtepartnerschaftenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Le Patrimoine des Communes du Nord. Flohic Editions, Band 2, Paris 2001, ISBN 2-84234-119-8, S. 920–928.

WeblinksBearbeiten

Commons: Landrecies – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien