Landhaus J. C. Godeffroy

Wohngebäude an der Elbchaussee in Hamburg-Nienstedten
Landhaus Cesar Godeffroy
Landhaus Cesar Godeffroy um 1865
Gartenseite Landhaus Cesar Godeffroy um 1865
Umrisskupferstich gezeichnet und gestochen von Rege und Steineck, ca. 1806, Altonaer Museum

Das Landhaus J. C. Godeffroy, auch Hirschparkhaus, ist ein klassizistisches Landhaus an der Elbchaussee in Hamburg-Nienstedten.

GeschichteBearbeiten

Jean Cesar Godeffroy (1742–1818) beauftragte als erster Bauherr den für die dänischen Landesteile Holstein und Altona/Elbe zuständigen Landbaumeister Christian Frederik Hansen 1789 mit dem Bau eines Landhauses. Die Bauzeit betrug etwa drei Jahre. Die Villa besteht aus einem zweigeschossigen Mittelbau mit fünf Achsen und zwei eingeschossigen Seitenflügeln mit drei Achsen. Die Eingangstür Richtung Norden wird von zwei großen Sandsteinsäulen eingerahmt. „Der Ruhe weisem Genuss“ lautet die Inschrift, die jeden Besucher empfängt. Sie soll von dem dänischen Theologen Peter Christian Steenvinkel (1742–99) stammen.[1] Die Garten- oder Südseite hat ein halbrundes Mittelteil.

Das Landhaus wurde etwa 100 Jahre lang von drei Generationen Johan Cesar Godeffroy und deren Familien in den Sommermonaten bewohnt. Über die damalige Einrichtung gibt es keine Kenntnisse. Es wird von einer Neuausstattung im Jahr 1856 durch Ludwig Piglhein berichtet. Ab 1880 wurde das Landhaus ganzjährig bewohnt. Johan Cesar Godeffroy verstarb hier am 9. Februar 1885.

Auf dem Gelände ließ Johan Cesar Godeffroy (1781–1845) 1835 durch den Hamburger Architekten Alexis de Chateauneuf für 3.300 Mark Banco ein Gartenhaus errichten.[2]

1890 wurde das Haus samt Parkanlagen an den Kaufmann Ernst August Wriedt verkauft. 1924 wurden Haus und Parkanlagen von der Gemeinde Blankenese erworben, bevor diese mit dem Groß-Hamburg-Gesetz 1938 an Hamburg übergingen.

Der Park war zu Lebzeiten der Godeffroys der Öffentlichkeit zeitweilig zugänglich. Er ist seit 1924 als Hirschpark uneingeschränkt öffentlich zugänglich, die Räumlichkeiten des Hauses sind an eine Ballettschule vermietet.[3]

DarstellungenBearbeiten

  • Das Hirschparkhaus in Hamburg 1911, Öl auf Leinwand, 53 × 62 cm; unten links signiert und datiert: Willi Geiger 1911. (Villa Grisebach, Auktion 190, 25. November 2011), online
  • Das Godeffroy’sche Landhaus im Hirschpark von Nienstedten an der Elbe 1902, Max Liebermann, Pastell auf Papier, 31 × 42 cm, Inv. 1602, Hamburger Kunsthalle. Die Mittelfront des Landhauses war Vorbild für seine Villa am Wannsee.[4]
  • Das Godeffroy’sche Landhaus in Dockenhuden. Format 10,7 × 16,7 cm, Stahlstich mit ornamentaler Bordüre von Poppel und Kurz nach J. Gottheil. Verlag B. S. Berendsohn, Hamburg 1855, online.
  • Landhaus des Herrn Cäsar Godeffroy bei Doggenhusen (Dockenhuden) Umrisskupferstich, enthalten in Pittoresken aus Niedersachsen. Gezeichnet und gestochen von Rege und Steineck, mit Text von Ludwig Wesselmann. Erstes Heft, vier Darstellungen aus der Gegend um Hamburg enthaltend, mit vier kolorierten Umrisskupferstichen, J.F. Wettach, Hamburg 1806, Altonaer Museum
  • Architekturzeichnungen der Nationalen Dänischen Kunstbibliothek (Danmarks Kunstbiliotek): Inv. nr. 1671 a+c 1671 b 1671 d, Nienstedten, Elbchaussee 499, Cesar Godeffroy's Landhus (online), Inv. nr. K.S.51, Nienstedten, Elbchaussee 499, Cesàr Godeffroy's Landhus (online), Inv. nr. 9359 a-b, Nienstedten, Elbchaussee 499, C. Godeffroy's Landhus (online)

LiteraturBearbeiten

  • Ulrich Bauche u. a.: Gärten, Landhäuser und Villen des hamburgischen Bürgertums. Hrsg.: Museum f. Hamburgische Geschichte, Hamburg. (Ausstellungskatalog). Hamburg 1975, S. 228.
  • Richard Ehrenberg: Aus der Vorzeit von Blankenese und den benachbarten Ortschaften Wedel, Dockenhuden, Nienstedten und Flottbek. Otto Meißner Verlag, Hamburg 1897.
  • Joachim Gerhardt: Das Landhaus Godeffroy im Hirschpark. In: Mitteilungen des Kulturkreises Blankenese e.V., Band 13, Februar 1960, (online, STuUBHH).
  • Paul Theodor Hoffmann: Die Elbchaussee, ihre Landsitze, Menschen u. Schicksale. 8. Auflage. Christians Verlag, Hamburg 1977, ISBN 3-7672-0496-7.
  • Wolfgang Kemp: Hansens Landhäuser in Altona; ihre räumliche Organisation, in Bärbel Hedinger (Hrsg.): C. F. Hansen in Hamburg, Altona und den Elbvororten, München 2000, S. 39–46, (pdf, 2 MB, Universität Heidelberg).
  • Landhaus J.C. Godeffroy und Hirschpark, in: Renata Klee-Gobert, Heinz Ramm (Bearb.): Die Bau- und Kunstdenkmale der Freien und Hansestadt Hamburg. Band 2: ALTONA, ELBVORORTE. (Im Auftrag d. Kulturbehörde hrsg. v. Günther Grundmann). 2. Auflage, Christians Verlag, Hamburg 1970, ISBN 3-7672-0595-5, S. 222–225
  • Ralf Lange: Architekturführer Hamburg. Edition Axel Menges, Stuttgart 1995, ISBN 3-930698-58-7 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3DTrNKZxfO3g8C~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3DPA242~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D)
  • Hakon Lund, Anne Lise Thygesen: Christian Frederik Hansen. Band I., Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 1999, ISBN 978-3-422-06247-4, S. 76–84

WeblinksBearbeiten

Commons: Landhaus J. C. Godeffroy – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. E.H. Beilcke: Jes Bundsen und der König von Dänemark. elbaol Verlag für Printmedien, Hamburg 2004, S. 105.
  2. Zitat: „Gärtnerhaus, im Park (Elbchaussee 491). Um 1835 von A. de Chateauneuf.“ Quelle: Renata Klée Gobert: Die Bau- und Kunstdenkmale der Freien und Hansestadt Hamburg, Bd. II: Altona – Elbvororte, Hamburg 1953, S. 225. Das Landhaus hatte die Hausnummer Elbchaussee 499 und lag daher in einiger Entfernung zum Gärtnerhaus.
  3. Landhaus J.C. Godeffroy (Hirschparkhaus). hamburg.de (Bezirk Altona) Baudenkmäler, abgerufen am 19. April 2013.
  4. Andreas Conrad: Die Geschichte der Liebermann-Villa. 100 Jahre Liebermann-Villa: Auf der eigenen Scholle. Tagesspiegel. 22. April 2010. Abgerufen am 10. Dezember 2015.

Koordinaten: 53° 33′ 30″ N, 9° 49′ 21,1″ O