Landeskommando Schleswig-Holstein

Kommandobehörde des Territorialen Führungskommandos der Bundeswehr in Schleswig-Holstein

Das Landeskommando Schleswig-Holstein (LKdo SH) in Kiel ist die oberste territoriale Kommandobehörde der Bundeswehr in Schleswig-Holstein. Es wurde 2007 aufgestellt und ist dem Territorialen Führungskommando der Bundeswehr in Berlin unterstellt und ist erster Ansprechpartner der Landesregierung im Zusammenhang mit der Zivil-Militärischen Zusammenarbeit. Bis 2013 war es dem Wehrbereichskommando I „Küste“ unterstellt. Bis Ende September 2022 gehörte das Kommando zum Organisationsbereich Streitkräftebasis. Zum 1. Oktober 2022 wurde es wie die anderen Landeskommandos dort ausgegliedert und dem Territorialen Führungskommando unterstellt.[1] Seit April 2020 wird es von Oberst Axel Schneider geführt.[2] Die bis zu diesem Zeitpunkt namenlose Kaserne in Kiel, in der das Landeskommando Hauptnutzer ist, wurde am 15. November 2022 nach Theodor Steltzer benannt, dem ersten Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein.[3]

Landeskommando Schleswig-Holstein
— LKdo SH —
X

Wappen des Landeskommandos Schleswig-Holstein
Aufstellung 2007
Staat Deutschland
Streitkräfte Bundeswehr
Typ Landeskommando, äquivalent einer Brigade
Truppenteile Verbindungskommandos, Zwei Heimatschutzkompanien, Kleindienststellen
Unterstellung Territoriales Führungskommando der Bundeswehr
Standort Kiel
Landeskommando Schleswig-Holstein (Deutschland)
Landeskommando Schleswig-Holstein (Deutschland)
Auszeichnungen Fahnenband
Schleswig-Holstein (2017)
Website Internetauftritt des LKdo SH
Leitung
Kommandeur Oberst Axel Schneider

Das Kommando mit Sitz in Kiel hat folgende Aufträge:

  • Das Landeskommando ist der erste Ansprechpartner für die Landesregierung sowie die obersten Landesbehörden und führt die 15 Kreisverbindungskommandos (KVK) in den jeweiligen Landratsämtern bzw. Stadtverwaltungen der Kreisfreien Städte. Die KVK sind ausschließlich mit Reservisten besetzt und beraten ihre zivilen Ansprechpartner. Dies dient der Planung, Vorbereitung und Koordination von Amts- und Katastrophenhilfe.
  • Es fasst Unterstützungsanforderungen zusammen, bewertet diese und legt sie aufbereitet dem Territorialen Führungskommando der Bundeswehr vor.
  • Ihm unterstehen die beiden Heimatschutzkompanien (HSchKp) im Land – so die Kompanie „Schleswig“, die materiell auch vom Flugabwehrraketengeschwader 1 in Husum unterstützt wird, sowie die Kompanie „Holstein“, die vom Aufklärungsbataillon 6 „Holstein“ in der Rettberg-Kaserne in Eutin unterstützt wird.
  • Es bereitet die Aufnahme und den Einsatz der Bundeswehrkräfte in Abstimmung mit dem verantwortlichen zivilen Katastrophenschutzstab vor und koordiniert deren Einsatz nach den Vorgaben und Prioritäten der zivilen Seite und verfügt so über ein militärisches Lagebild der eingesetzten und noch verfügbaren Bundeswehrkräfte.
  • Es ist für die Koordination von Host Nation Support (territoriale Unterstützung für berechtigte fremde Streitkräfte) gemäß NATO-Truppenstatut im Land zuständig.
  • Es ist für die Beorderungsunabhängige freiwillige Reservistenarbeit und die Ausbildung von Reservisten verantwortlich.
  • Es koordiniert ebenfalls als erster Ansprechpartner im Land die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Bundeswehr aller Teilstreitkräfte (TSK) und Organisationsbereiche.
  • Es berät übende Truppen in landesspezifischen Fragen des Umweltschutzes.
  • Es führt truppendienstlich die ihm unterstellten Kleindienststellen.
  • Es führt fachlich die Standortältesten der Bundeswehr in Schleswig-Holstein.
  • Die Abteilung Informationsarbeit betreibt redaktionell den Facebook-Kanal „Die Bundeswehr in Schleswig-Holstein“ mit Nachrichten aller Bundeswehr-Dienststellen im Land.[4]

Das interne Verbandsabzeichen des Landeskommandos orientiert sich in seiner Grundgestalt am Wappen Schleswig-Holsteins. Es zeigt auf einem gespaltenen Schild mit schwarzen Schildrändern heraldisch rechts für den Landesteil Schleswig zwei nach innen gewandte, rot bewehrte, übereinander schreitende Löwen auf gelbem Hintergrund sowie heraldisch links für den Landesteil Holstein das als „Nesselblatt“ bekannte weiße Wappenschild auf rotem Hintergrund. Im Schildfuß befindet sich, anders als im besagten Landeswappen, blaugerändert auf Silber das Eiserne Kreuz als Erkennungszeichen der Bundeswehr. Die Gestaltung ist dem offiziellen Landeswappen angenähert, nicht dem sogenannten Jedermann-Wappen mit vereinfachter Darstellung der Löwen.[5]

Siehe auch

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Einzelnachweise

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  1. Organisation. Abgerufen am 15. November 2022.
  2. Reichlich Neuland beim Kommandowechsel. Abgerufen am 12. Mai 2020.
  3. Frank Behling: Kaserne der Bundeswehr wird in Kiel nach Theodor Steltzer benannt. Abgerufen am 15. November 2022.
  4. Die Sozialen Medien in der Informationsarbeit der Bundeswehr. Abgerufen am 10. Januar 2021.
  5. Schleswig-Holstein – Landeswappen. Abgerufen am 18. November 2021.

Koordinaten: 54° 21′ 13″ N, 10° 8′ 11,4″ O