Hauptmenü öffnen

Landesdefension

Die Landesdefension war zu Beginn der frühen Neuzeit im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation das von den einzelnen Landesherren zur Verteidigung des Territoriums aufgebotene bürgerliche und bäuerliche Militär (vgl. auch Miliz, Wehrbauern). Im Gegensatz zum stehenden Heer wurde die Landesdefension in der Regel nicht für offensive militärische Zwecke eingesetzt.

Das Landlibell Maximilians I. von 1511 für Tirol legte zum Beispiel im Einvernehmen mit den Tiroler Landständen fest, dass die Stände zur Verteidigung des Landes Kriegsdienste zu leisten hatten. Das Aufgebot und der Landsturm mussten im Gegenzug aber nur innerhalb der Landesgrenzen Tirols diesen Dienst leisten. Teilweise waren die Landesdefensionen auch eigenständig aktiv. So erhob sich die bayerische Landesdefension 1705/06 in einem blutig niedergeschlagenen Aufstand, der Bayerischen Volkserhebung, gegen die habsburgische Besatzungsmacht. Die Tirolische Landesdefension erhob sich unter Andreas Hofer gegen Bayern und Frankreich. Der Aufstand endete am 1. November 1809 mit der Niederlage der Tiroler am Bergisel.

In der Tradition der Landesdefensionen Bayerns bzw. Tirols stehen die Gebirgsschützen und die Tiroler Schützen.

LiteraturBearbeiten

  • Helmut Schnitter: Volk und Landesdefension: Volksaufgebote, Defensionswerke, Landmilizen in den deutschen Territorien vom 15. bis zum 18. Jahrhundert. Militärverlag der Deutschen Demokratischen Republik, 1977.
  • Winfried Schulze: Die deutschen Landesdefensionen im 16. und 17. Jahrhundert PDF, 1,9 MB.