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Lamberto Dini (2007)
Unterschrift von Lamberto Dini

Lamberto Dini (* 1. März 1931 in Florenz) ist ein italienischer Politiker. Von Januar 1995 bis Mai 1996 war er Ministerpräsident des Landes.

Politische KarriereBearbeiten

Von 1979 bis 1994 war Dini Generaldirektor der italienischen Zentralbank (Banca d’Italia), von Mai bis November 1994 diente er als Schatzminister[1] im kurzlebigen Kabinett Berlusconi I. Im Januar 1995 stürzte Umberto Bossi (dessen Partei Lega Nord ihrer Stammwählerschaft nicht vermitteln konnte, wieso diese sezessionistische Partei nun plötzlich in Rom mit am Regierungstisch saß) Berlusconis Regierung. Dini wurde von Präsident Scalfaro zum Ministerpräsidenten berufen und bildete eine kurzlebige „Technokratenregierung“ (governo tecnico). Vom 19. Oktober 1995 bis zum 16. Februar 1996 war Dini auch Justizminister.

1996 gründete er die liberal ausgerichtete Kleinpartei Rinnovamento Italiano (RI), die bei der Parlamentswahl am 21. April 1996 4,3 % der Stimmen erhielt. Anschließend diente Dini bis Juni 2001 als Außenminister in den Kabinetten Prodi I, D’Alema I, D’Alema II und Amato II.

2001 und 2006 wurde er auf der Liste der gemäßigten Sammelpartei La Margherita – Democrazia è Libertà (mit der seine Partei RI 2002 verschmolz) in den italienischen Senat gewählt. 2002/03 war er Mitglied des Europäischen Konvents zur Ausarbeitung einer Verfassung für Europa. Im Mai 2006 schlug ihn das Mitte-rechts-Bündnis Casa delle Libertà neben anderen Politikern als möglichen Kandidaten für das Amt des Staatspräsidenten vor; er erhielt aber keine nennenswerte Stimmenzahl. Im Juni 2006 wurde er Vorsitzender des außenpolitischen Ausschusses im Senat.

Dini war seit Mai 2007 an der Gründung der Mitte-links-Sammlungspartei Partito Democratico (PD) beteiligt war, distanzierte sich aber im September von dem Projekt und gründete im Oktober 2007 eine eigene Splitterpartei unter dem Namen Liberal Democratici (LD – gleichlautend mit den Initialen Dinis). Diese Gruppierung, die mit einem Abgeordneten und drei Senatoren im Parlament vertreten war, zählte sich damals zur unabhängigen Mitte und entzog der Mitte-links-Regierung von Romano Prodi ihre Unterstützung.[2]

Da die Liberal Democratici, entgegen ersten Ankündigungen, nicht der neuen Partei von Berlusconi Popolo della Libertà (PdL) beitraten, verließ Dini seine Partei, um am 29. März 2009 in die PdL einzutreten.[3]

WeblinksBearbeiten

  Commons: Lamberto Dini – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

FußnotenBearbeiten

  1. von 1946 bis 1997 gab es das [[:it:Ministri del tesoro della Repubblica Italiana |ministero del tesoro]].
  2. "Governo: Diniani non voteranno fiducia al Senato"@1@2Vorlage:Toter Link/www.repubblica.it (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. In: La Repubblica (23. Januar 2008)
  3. Erklärung der Vorsitzenden der Liberal Democratici@1@2Vorlage:Toter Link/www.asca.it (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (28. März 2009)
VorgängerAmtNachfolger
Silvio BerlusconiMinisterpräsident von Italien
1995–1996
Romano Prodi
Susanna AgnelliItalienischer Außenminister
1996–2001
Giuliano Amato