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Labarai
Der Suco Labarai liegt im Zentrum des Verwaltungsamts Suai.
Daten
Fläche 84,91 km²[1]
Einwohnerzahl 3.275 (2015)[1]
Chefe de Suco Agapito Moniz
(Wahl 2009)
Aldeias Einwohner (2015)[1]
Bonuc 535
Holba 822
Meop 921
Mucbelis 605
Roec 392
Holbelis (Osttimor)
Holbelis
Holbelis
Koordinaten: 9° 18′ S, 125° 17′ O

Labarai (Labarat) ist ein osttimoresischer Suco im Verwaltungsamt Suai (Gemeinde Cova Lima).

GeographieBearbeiten

Labarai
Orte Position[2] Höhe
Dais 9° 17′ S, 125° 19′ O 22 m
Holba 9° 16′ S, 125° 20′ O 79 m
Holbelis 9° 18′ S, 125° 17′ O 22 m
Meop 9° 16′ S, 125° 20′ O 79 m

Vor der Gebietsreform 2015 hatte Labarai eine Fläche von 80,22 km².[3] Nun sind es 84,91 km².[1] Der Suco bildet das Zentrum des Verwaltungsamts Suai und reicht von dessen Nordgrenze bis zur Timorsee im Süden. Östlich liegt der Suco Beco, südwestlich Camenaça. Im Westen liegt das Verwaltungsamt Maucatar mit seinen Sucos Belecasac, Ogues und Matai. Nördlich befindet sich das Verwaltungsamt Lolotoe der Gemeinde Bobonaro, mit seinen Sucos Opa und Lupal. Der in Labarai entspringende Fluss Nabuk bildet auf weiter Strecke die Grenze zu Matai, an der Südgrenze zu Camenaça fließt der Karautun. Beide bilden später zusammen den Fluss Camenaça. Zu Beco bildet größtenteils der Foura die Grenze. Der Raiketan kommt aus Bobonaro und folgt zunächst der Grenze von Labarai zu Belecasac, durchquert Labarai an einer schmalen Stelle und bildet dann die Nordostgrenze Camenaças zu Labarai.[4]

Aus Camenaça kommt die südliche Küstenstraße, eine der wichtigsten Verkehrswege des Landes. Sie führt über zwei Brücken über die Flüsse Karautun und Nabuk, durchquert die Orte Sanfuc (Sanfuk) (Suco Camenaça) und Dais (Suco Labarai) und geht nach der Brücke über den Raiketan weiter durch den Suco Labarai, vorbei an den Orten Holba und Meop, bis sie schließlich über die Brücke über den Foura weiter in den Suco Beco führt.[4]

Am Westufer des Nabuks, nahe Sanfuc, liegt das Dorf Holbelis, das manchmal auch nach dem Suco Labarai genannt wird.[4] Hier gibt es eine große Höhle, in der Fledermäuse und Affen leben. Früher wurde hier die alte animistische Religion praktiziert. Von der Verehrung von Göttern und Geistern zeugen Gravuren in den Felsen am Eingang der Höhle. Außerdem gibt es hier einige traditionelle Häuser.[5]

Grundschulen gibt es in Holbelis (Escola Primaria Labarai),[6] Dais und Holba/Meop, wo sich auch ein Hubschrauberlandesplatz für Notfälle befindet.[7] Westlich von Holbelis liegt der kleine Flughafen von Suai.[8]

Im Suco befinden sich die fünf Aldeias Bonuc (Bonuk), Holba, Meop, Mucbelis und Roec.[9]

EinwohnerBearbeiten

Im Suco leben 3.275 Einwohner (2015), davon sind 1.682 Männer und 1.593 Frauen. Die Bevölkerungsdichte beträgt 38,6 Einwohner/km². Im Suco gibt es 578 Haushalte.[1] Über 90 % der Einwohner geben Bunak als ihre Muttersprache an. Über 5 % sprechen Tetum Terik und eine kleine Minderheit Tetum Prasa.[10]

Der Politiker Adriano do Nascimento wurde 1970 in Holbelis geboren.[11]

GeschichteBearbeiten

Die Bunak-Siedlungen von Suai bis Zumalai wurden erst in jüngerer Zeit gegründet. Die Region war davor unbewohnt. Diese Neugründungen haben noch Beziehungen mit ihren Herkunftsorten. Einige Orte entstanden vor einigen Generationen. Andere Siedlungen existieren erst seit der indonesischen Besatzungszeit, als komplette Dörfer aus dem Norden entlang der südlichen Küstenstraße um Zumalai neu angesiedelt wurden.[12]

Im Suco Labarai entstand 1976 eine base de apoio, in der von der FRETILIN Flüchtlinge vor der indonesischen Invasion angesiedelt wurden. Die Basis wurde später von den indonesischen Truppen zerstört.[13]

Im Umfeld des Unabhängigkeitsreferendums in Osttimor 1999 kam es auch in Labarai zu Gewalttaten. In Dais wurde eine Gruppe von Studenten der Universität Osttimors (UNTIM) am 13. April 1999 von der pro-indonesischen Miliz Mahidi überfallen. Der Student João da Silva Ximenes wurde erschlagen. Der Student und Unabhängigkeitsaktivist Bernardino Simão wurde nach Zumalai verschleppt und verschwand später.[14]

PolitikBearbeiten

Bei den Wahlen von 2004/2005 wurde Oscar Amaral zum Chefe de Suco gewählt.[15] Bei den Wahlen 2009 gewann Agapito Moniz.[16]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d Direcção-Geral de Estatística: Ergebnisse der Volkszählung von 2015, abgerufen am 23. November 2016.
  2. Fallingrain.com: Directory of Cities, Towns, and Regions in East Timor
  3. Direcção Nacional de Estatística: Population Distribution by Administrative Areas Volume 2 English (Memento des Originals vom 5. Januar 2017 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/dne.mof.gov.tl (Zensus 2010; PDF; 22,6 MB)
  4. a b c Timor-Leste GIS-Portal (Memento vom 30. Juni 2007 im Internet Archive)
  5. Cova Lima District Development Plan 2002/2003 (Memento des Originals vom 14. Oktober 2013 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.estatal.gov.tl (englisch; PDF-Datei; 2,24 MB)
  6. Liste der Wahllokale zu den Parlamentswahlen in Osttimor 2007 (PDF-Datei; 118 kB)
  7. UNMIT: Timor-Leste District Atlas version02, August 2008 (Memento des Originals vom 3. Dezember 2011 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/unmit.unmissions.org (PDF; 449 kB)
  8. Fallingrain.com: Directory of Cities, Towns, and Regions in East Timor
  9. Jornal da Républica mit dem Diploma Ministerial n.° 199/09 (Memento vom 3. Februar 2010 im Internet Archive) (Portugiesisch; PDF; 323 kB)
  10. Ergebnisse des Zensus 2010 für den Suco Labarai (tetum; PDF; 8,3 MB)
  11. Profil von Adriano do Nascimento auf der Webseite der Partido Democrático. Abgerufen am 22. Januar 2016.
  12. Antoinette Schapper: Finding Bunaq: The homeland and expansion of the Bunaq in central Timor (Memento des Originals vom 24. Oktober 2013 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/epress.anu.edu.au, S. 177, in: Andrew McWilliam, Elizabeth G. Traube: Land and Life in Timor-Leste: Ethnographic Essays, 2011
  13. „Chapter 7.3 Forced Displacement and Famine“ (Memento des Originals vom 28. November 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.cavr-timorleste.org (PDF; 1,3 MB) aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch)
  14. 07.2 Unlawful Killings and Enforced Disappearances (Memento des Originals vom 25. März 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.cavr-timorleste.org (PDF; 2,5 MB) aus dem Abschlussbericht „Chega!“ der CAVR (englisch)
  15. Secretariado Técnico de Administração Eleitoral STAE: Eleições para Liderança Comunitária 2004/2005 - Resultados (Memento vom 4. August 2010 im Internet Archive)
  16. Secretariado Técnico de Administração Eleitoral STAE: Eleições para Liderança Comunitária 2009 - Resultados (Memento vom 4. August 2010 im Internet Archive)

f1  Karte mit allen Koordinaten: OSM | WikiMap