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La Paloma (spanisch „Die Taube“) ist ein Lied, das zu den am meisten gesungenen, interpretierten, arrangierten und auf Tonträgern festgehaltenen Musikstücken gehört.

Es ist in verschiedensten Sprachvarianten zum Welthit geworden. La Paloma, eine Habanera, ist eng mit der Geschichte der Tonträger verbunden, und so gibt es Aufnahmen aus aller Welt. Die älteste dürfte um 1880[1] entstanden sein.

In Deutschland wurde das Lied 1944 von Hans Albers popularisiert, und sowohl Billy Vaughn, 1958 mit einer Instrumentalversion, als auch Freddy Quinn, 1961, erklommen damit die Nummer eins der Hitparade.[2] Mireille Mathieu führte 1973 die Version La Paloma adieu auf den ersten Platz.

AllgemeinBearbeiten

Entgegen landläufiger Meinung ist La Paloma kein Volkslied oder Traditional im herkömmlichen Sinn, da sein Komponist – der Spanier Sebastián de Yradier (1809–1865) – durchaus bekannt ist. Vermutlich wurde das Lied um 1863 im Teatro Nacional de Mexico zum ersten Mal gesungen. Zuhörer war auch Kaiser Maximilian I. Die Geschichte von seinem letzten Wunsch, vor seiner standrechtlichen Erschießung noch einmal La Paloma zu hören, gehört ins Reich der Sagen. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass La Paloma bei der Ausschiffung seines Sarges in Miramare gespielt wurde und die anwesenden Marineoffiziere beschlossen, dass La Paloma nie mehr auf einem österreichischen Kriegsschiff gespielt werden dürfe. Diese Tradition wird auch heute noch von österreichischen Seglern hochgehalten.

Im Englischen wurde es auch unter den Titeln No More und Your Love von Elvis Presley und Connie Francis sowie vielen anderen interpretiert. Presley singt das Stück unter anderem im Musikfilm Blue Hawaii von 1961. Das Album zum Film belegte 20 Wochen die Nummer eins der US-Charts. Billy Vaughn kam mit einer Instrumentalversion 1958 auf Platz 20 der Singles-Charts.

Das Lied in DeutschlandBearbeiten

Die eingängigen Zeilen „Mich rief es an Bord, es wehte ein frischer Wind“ stammen vom Mainzer Musikdirektor Heinrich Rupp (1838–1917), der sich auf den La Paloma-Text des Franzosen Joseph Tagliafico (1821–1900) stützte. Der Pariser Opernsänger hatte das spanische Sehnsuchtslied zu einem Seemannslied umgeschrieben. Hier findet sich die Textpassage mit der weißen Taube („Fliegt eine weiße Taube zu dir hierher“).

Die deutsche Filmpremiere von La Paloma fand 1934 im Lichtspiel La Paloma. Ein Lied der Kameradschaft statt. In Österreich ist dieser Film mit Leo Slezak auch als Du bist wie ein Traum bekannt.[3]

Die populärste deutsche Textfassung, geschrieben von Helmut Käutner, hatte im Film Große Freiheit Nr. 7 von 1944 Premiere. Diese von Hans Albers interpretierte Version enthält keine Passage mit einer weißen Taube und machte das Lied in Deutschland allgemein bekannt.[4][5]

Billy Vaughn belegte vom 14. November 1958 bis 22. Januar 1959 für zehn Wochen mit einer Instrumentalversion den ersten Platz der Hitparade. Im Film Freddy, die Gitarre und das Meer (1959) wird von einer Combo der La Paloma Cha-Cha-Cha gespielt, jedoch ohne Mitwirkung von Freddy Quinn. Er nahm das Lied erstmals 1961 auf und war damit in den Charts 28 Wochen auf Platz 1.

Acker Bilk führte 1964 zusammen mit The Leon Young String Chorale und seiner typischen Klarinette eine weitere instrumentale Variante in die deutsche Hitparade. Mireille Mathieu erreichte 1973 mit der Version La Paloma ade den ersten Platz.

Zudem fand La Paloma in den deutschen Filmen Das Boot (1981) als Schallplattenaufnahme von Rosita Serrano, Schtonk! (1992) und Sonnenallee (1999) Verwendung. Im Jahr 2009 entstand der Film Soul Kitchen in dem La Paloma in vielen Formen aufgeführt wird. Das ist auch der Fall im französischen Film von 1983 Das Auge, wo unter anderem die Interpretation von Hans Albers eingespielt wird.

La Paloma wurde am 13. September 2003 von Bild-Zeitungslesern anlässlich der Gala-Show zum 100. Geburtstag der GEMA zum Lied des Jahrhunderts gewählt.

Der Norddeutsche Rundfunk hat es mit La Paloma ins Guinness-Buch der Rekorde geschafft, als er 2004 zum 815. Hafengeburtstag mit Musikern aus Hamburg und zirka 88.600 Besuchern den Weltrekord im Chorsingen aufstellte. Auch sind beim NDR zwei CDs mit unterschiedlichen, meist deutschen Interpretationen von La Paloma erschienen. Eine NDR-eigene rockige Fassung des Liedes mit vielen verschiedenen Interpreten diente als Werbefilm.

2008 wurde der deutsch-französische Dokumentarfilm La Paloma. Sehnsucht. Weltweit veröffentlicht, der die weltweite Bedeutung des Liedes – der Dokumentation zufolge das meistgespielte Lied der Welt – behandelt.[6]

Auswahl bekannter InterpretenBearbeiten

La Paloma in Film und FernsehenBearbeiten

La Paloma taucht immer wieder in Film und Fernsehen auf, mal gesungen, mal gepfiffen, mal als Hintergrundmusik, um ein bestimmtes Flair zu erzeugen.

Zu den bekanntesten Interpretationen im Film gehören:

Kompilationen von La PalomaBearbeiten

Kalle Laar hat mehrere Kompilationen mit diversen, zum Teil historischen und seltenen Aufnahmen von La Paloma erstellt und auf dem Plattenlabel Trikont (Indigo) veröffentlicht:

  • La Paloma – One Song for All Worlds (20. November 1995)
  • La Paloma 2 – One Song for All Worlds (18. November 1996)
  • La Paloma 3 – One Song for All Worlds (8. Dezember 1997)
  • La Paloma 4 – One Song for All Worlds (27. November 2000)
  • La Paloma 5 – One Song for All Worlds (28. März 2008)
  • La Paloma 6 – One Song for All Worlds (28. März 2008)

Der NDR spielte mehrere Wochen lang jeden Tag zwei Varianten. Nach großem Zuschauerinteresse veröffentlichten sie zwei Kompilationen auf CD, erschienen bei G&H Media (Ganser & Hanke):

  • 20 x La Paloma – Unsere schönsten Aufnahmen, Folge 1 (19. Dezember 2003)
  • La Paloma – Folge 2 (1. November 2004)

TextBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Rüdiger Bloemeke: La Paloma – Das Jahrhundert-Lied, 158 Seiten mit vielen Farb- und Schwarzweiß-Abbildungen, Voodoo Verlag 2005, ISBN 3-00-015586-4
  • Sigrid Faltin / Andreas Schäfler: La Paloma – das Lied., 180 Seiten + 4 CDs, Marebuch Verlag 2008, ISBN 3-86648-088-1
  • Ingo Grabowsky, Martin Lücke: Die 100 Schlager des Jahrhunderts. Europäische Verlagsanstalt, Hamburg 2008, ISBN 3-434-50619-5, S. 240–242.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Film „La Paloma - Sehnsucht. Weltweit“ gesendet am 18. Oktober 2009, Arte
  2. Deutsche Single-Charts ab 1956, Chart-Surfer (abgerufen: 18. April 2011)
  3. H. T. S.: La Paloma (1936), New York Times, 21. Oktober 1936 (Filmkritik)
  4. http://einestages.spiegel.de/static/topicalbumbackground/5583/hit_gegen_hitler.html Artikel von Rüdiger Bloemeke zur Wirkungsgeschichte des Käutner-Textes
  5. DW/krei: Schlager: So singt Hans Albers "La Paloma". In: welt.de. 23. Juni 2008, abgerufen am 7. Oktober 2018.
  6. Sehnsucht. Weltweit - La Paloma - Sehnsucht. Weltweit (Website des Filmprojektes)
  7. Nick Tosches: Dino. Rat-Pack, die Mafia und der große Traum vom Glück. Heyne Verlag, München 2006, ISBN 3-453-40367-3, S. 659, 661.

WeblinksBearbeiten