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Lüftelberg

Stadtteil von Meckenheim (Rheinland)

Lüftelberg ist eine Ortschaft in der Stadt Meckenheim im nordrhein-westfälischen Rhein-Sieg-Kreis. Ursprünglich stand dort nur die Wasserburg Lüftelberg, die heute immer noch existiert und bewohnt ist. Sie wird nun von mehreren Wohnhäusern umringt.

Lüftelberg
Koordinaten: 50° 38′ 59″ N, 7° 0′ 10″ O
Höhe: 170 m
Fläche: 3,45 km²
Einwohner: 1325 (2009)
Bevölkerungsdichte: 384 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. August 1969
Postleitzahl: 53340
Vorwahl: 02225
Schloss Lüftelberg um 1860, Sammlung Alexander Duncker
Schloss Lüftelberg

Der Ort ist bekannt für seine jahrhundertelang aus Ton gebrannten Dachziegel („Berjer Panne“).[1] Als größtes Lüftelberger Unternehmen hatte die Dachziegfabrik Bernhard Bertram, gegründet durch Adam Bertram (1798–1867), im Jahr 1830 die Herstellung von Dachziegeln aufgenommen und in den späten 1860er Jahren ihre Produktion auf Kunsttöpferei (Terrakotta, Majolika und Fayencen) umgestellt. Auf zahlreichen nationalen wie internationalen Ausstellungen wurde Bertram hierfür ausgezeichnet.[2]

GeschichteBearbeiten

In römischer Zeit verlief durch den Ort Lüftelberg, von einer nahen 1400 m langen Aquäduktbrücke über den Swistbach kommend, die Eifelwasserleitung.[3] Auch die ehemalige Grabplatte des in der Kirche St. Petrus befindlichen Grabes der heiligen Lüfthildis besteht aus Kalksinter der Eifelwasserleitung, der immer als Aquäduktmarmor geschätzt war.[4]

Das Schloss wurde 1260 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Es ist seit dem 15. Jahrhundert von einem Wassergraben umgeben. Zur gleichen Zeit fand außerdem ein Umbau statt, bei dem das Anwesen zu einer Burg mit vier Rundtürmen ausgebaut wurde. Seit 1730 hat die Burg ihre heutige Gestalt. Gegenüber dem Schloss liegt eine gut erhaltene und restaurierte alte Wassermühle.

In der Kirche St. Petrus wird die heilige Lüfthildis verehrt. In dieser Kirche finden alljährlich die Lüfthildis-Mysterienspiele statt.

Am 1. August 1969 wurde Lüftelberg nach Meckenheim eingemeindet.[5]

Die Ortschaft Lüftelberg wird seit 2005 durch die Umgehungsstraße K 53n (gewidmet als K 53) umgeben. Die alte K 53 ist nun Gemeindestraße und entsprechend ihrer neuen Funktion eine Anliegerstraße. Durch Lüftelberg fuhr lange Zeit auch der Lkw-Verkehr der benachbarten Kiesgrube, der viel Lärm verursachte.

In Lüftelberg lebten am 18. Februar 2009 1325 Einwohner.[6]

Söhne und Töchter LüftelbergsBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Stadt Meckenheim (Hrsg.): Studien zur Geschichte und Kunstgeschichte Lüftelbergs. Mit Beiträgen von Wilhelm Piepers, Wolf-D. Penning, Heinz Doepgen, Harald Herzog und Ursula Mildner. Meckenheim 1979.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Lüftelberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ulrich v. Hehl, Manfred Schäfer: Meckenheim - wie es war. Hrsg.: Stadt Meckenheim. Meckenheim 1985, S. 197.
  2. Walter J. Dick, Claudia Görgen: Geschichte der Töpferfamilie Bertram in Lüftelberg. In: Archiv Historische Dachziegel. Abgerufen am 16. August 2019.
  3. Klaus Grewe: Atlas der römischen Wasserleitungen nach Köln (= Rheinische Ausgrabungen. Band 26). Mit Beiträgen von Werner Brinker, Günther Garbrecht, Hansgerd Hellenkemper, Heinz-Otto Lamprecht, Horst D. Schulz, Edgar Thofern. Rheinland-Verlag, Köln 1986, ISBN 3-7927-0868-X, S. 134 ff.
  4. Klaus Grewe: Aquädukte. Wasser für Roms Städte. Der große Überblick – vom Römerkanal zum Aquäduktmarmor. Regionalia Verlag, Rheinbach 2014, ISBN 978-3-95540-127-6, S. 340.
  5. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 83.
  6. Einwohnerzahl Stadt Meckenheim