Löwen Frankfurt

deutsche Eishockeymannschaft

Die Löwen Frankfurt sind eine Eishockeymannschaft in Frankfurt am Main, die seit 2014 in der DEL2 spielt. Sie wurde 2010 in Nachfolge der Frankfurt Lions aus dem Nachwuchsverein Young Lions Frankfurt (jetzt Löwen Frankfurt Nachwuchs e.V.) ausgelagert. Die Löwen Frankfurt Eishockey Betriebs GmbH hat zwei Gesellschafter, Stefan Krämer und Andreas Stracke, wobei Stefan Krämer alleiniger Geschäftsführer ist. Trainer ist Olli Salo[1], als Sportdirektor fungiert Franz-David Fritzmeier.

Löwen Frankfurt
Größte Erfolge
  • DEL2 Meister 2017
  • Meister der Oberliga West 2014
  • Meister der Regionalliga West 2011
Vereinsinformationen
Geschichte Eintracht Frankfurt (1959–1991)
Frankfurter ESC (1991–1994)
Frankfurt Lions (1994–2010)
Löwen Frankfurt (seit 2010)
Vereinsfarben Schwarz, Silber, Orange
Liga DEL2
Spielstätte Eissporthalle Frankfurt
Kapazität 6.990 Plätze (davon 3.246 Sitzplätze)
Geschäftsführer Stefan Krämer
Cheftrainer Olli Salo
Kapitän Adam Mitchell
DEL2 2020/21 Sieger der Hauptrunde

GeschichteBearbeiten

Eishockey wird in Frankfurt mindestens seit den 1930er Jahren gespielt. 1959 wurde eine Eishockeyabteilung der Eintracht Frankfurt gegründet. Nach deren Auflösung gründete sich der Frankfurter ESC "Die Löwen". Am 25. März 1994 wurde zur Einführung der Profiliga Deutsche Eishockey-Liga die Frankfurt Lions Eishockey GmbH gegründet. Im Sommer 2010 mussten die Frankfurt Lions Insolvenz anmelden und bekamen keine Lizenz für die Saison 2010/11. Der Stammverein der Lions, die Young Lions Frankfurt, hatten bereits zuvor eine Amateurmannschaft in der Regionalliga West und lagerten diese unter dem Namen Löwen Frankfurt in eine Spielbetriebsgesellschaft aus. Als Gesellschafter waren unter anderem zwei ehemalige Spieler der Lions beteiligt, Michael Bresagk und Ilja Worobjew. Am 12. Dezember 2010 stellten die Löwen Frankfurt ihr neues Logo und ihre neuen Trikots vor. Seitdem hängt unter dem Dach der Eissporthalle am Ratsweg ein Banner, der an dieses Ereignis erinnern soll.[2]

Mit einem fünften Platz in der Meisterrunde qualifizierten sich die Löwen in der Spielzeit 2011/12 der Oberliga West nicht für die weitere Gruppenphase im Kampf um die Aufstieg in die 2. Bundesliga. In der Trostrunde gegen die Hammer Eisbären verpassten die Löwen die Qualifikation für den DEB-Pokal. In der Saison 2012/13 schafften es die Löwen in die Playoffs um den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Dort scheiterten sie im Halbfinale in fünf Spielen an den Kassel Huskies. Ein Jahr später gelang, gemeinsam mit den Kassel Huskies, der Aufstieg in die 2013/14 gegründete DEL2 die von zwölf auf 14 Vereine aufgestockt wurde.

Am 10. September 2016 verloren die Löwen mit 4:5 in der Verlängerung in der Commerzbank-Arena mit dem Derby gegen den EC Kassel Huskies das erste DEL2 Summer Game und den Saisonauftakt vor 30.000 Zuschauern.[3]

Am 25. April 2017 gewannen die Löwen die Finalserie gegen die Bietigheim Steelers mit 4:2 Siegen und wurden somit Meister der DEL2 2016/17. Vorausgegangen waren zwei Sweeps im Viertel- und Halbfinale der Play-offs.

Am 21. Dezember 2017 löste Franz-David Fritzmeier Rich Chernomaz als Sportdirektor ab.[4] Nachdem die Löwen im Playoff-Viertelfinale gegen Kassel die ersten beiden Spiele verloren hatten, wurde Trainer Paul Gardner freigestellt, Sportdirektor Fritzmeier übernahm das Amt.[5] Gardner hatte die Löwen im Vorjahr zum DEL2-Meistertitel geführt,[6] die Hauptrunde der Saison 2017/18 war unter seiner Leitung als Tabellendritter abgeschlossen worden.[7]

Zur Saison 2018/19 übernahm der Finne Matti Tiilikainen das Traineramt in Frankfurt,[8] Fritzmeier kümmerte sich wieder ausschließlich um seine Aufgaben als Sportdirektor. Die Hauptrunde schlossen die Löwen als Tabellenerster ab. In den anschließenden Play-offs erreichten sie das Finale, in dem sie mit 2:4 Niederlagen den Ravensburg Towerstars unterlagen. Auch die Hauptrunde der Saison 2019/20 schlossen die Löwen nach einem schwächeren Saisonstart und einem starken Schlussspurt als Tabellenerster ab.

Die Saison 2019/20 schlossen die Löwen als Hauptrundenmeister ab.[9] Die Saison wurde nach den Pre-Play-offs wegen der COVID-19-Pandemie abgebrochen, Playoffs fanden keine statt.[10]

Zur Saison 2020/2021 übernahm Olli Salo das Traineramt von Matti Tiilikainen.

SpielstätteBearbeiten

Hauptartikel: Eissporthalle Frankfurt

 
Eissporthalle in Frankfurt am Main

Die Eissporthalle am Ratsweg wurde am 19. Dezember 1981 eröffnet und galt lange Zeit als eine der modernsten Hallen ihrer Art in Deutschland. Neben der Haupteisfläche in der Größe eines Eishockeyfeldes, die von 7.000 Zuschauerplätzen, davon ungefähr 3.500 Sitz- und 3.500 Stehplätzen, umgeben ist, verfügt die Anlage über eine geschlossene kleinere Eishalle sowie einen großen 400 m langen Außenring. Ein weiteres, von einem Zeltdach überspannten Eishockeyfeld wird im Sommer zu Tennisplätzen umfunktioniert. Auch die „Young Lions“ tragen ihre Heimspiele in der Eissporthalle aus.

Lange wurde im Frankfurter Stadtrat auch über den Neubau einer modernen Multifunktionshalle diskutiert. Ein mögliches Projekt sah vor, eine 13.000 Zuschauer fassende Arena im Offenbacher Stadtteil Kaiserlei zu errichten, die die neue Heimat der Löwen Frankfurt und der Skyliners Frankfurt werden sollte.[11] Bis zum 11. Mai 2020 hätte an der zuständigen städtischen Submissionsstelle ein Angebot des französischen Investors Lagano eingehen müssen, dieser ließ die Frist jedoch verstreichen.[12]

Im Juni 2019 wurde bekannt, dass eine kanadische Investorengruppe den Bau einer bis zu 23.000 Zuschauer fassenden Multifunktionsarena in Nähe des Frankfurter Flughafens plant.[13] Im August 2019 unterzeichneten die Verantwortlichen der Löwen Frankfurt einen Vormietvertrag für die Nutzung der Arena.[14]

SpielerBearbeiten

Kader der Saison 2019/20Bearbeiten

Stand: 29. Januar 2020

Nr. Nat. Spieler Pos. Geburtsdatum im Team seit Geburtsort
92 Deutschland  Jimmy Hertel G 01. Januar 1992 2019 Memmingen, Deutschland
29 Deutschland  Patrick Klein G 01. Januar 1994 2019 Duisburg, Deutschland
7 Kanada  Steven Delisle D 30. Juli 1990 2019 Lévis, Québec, Kanada
23 Deutschland  Marius Erk D 23. August 1996 2016 Bad Soden am Taunus, Deutschland
63 Deutschland  Maximilian Faber D 18. Mai 1993 2018 Hagen, Deutschland
13 Deutschland  Thomas Gauch D 19. April 1998 2019 Mannheim, Deutschland
25 Deutschland  Leon Hüttl D 21. September 2000 2018 Bad Tölz, Deutschland
44   Alex Roach D 19. April 1993 2019 Schongau, Deutschland
30 Schweden  David Suvanto D 18. August 1994 2019 Schweden
76 Deutschland  Daniel Wirt D 13. April 2000 2019 Dortmund, Deutschland
16 Deutschland  Martin Buchwieser RW 28. Mai 1989 2019 Garmisch-Partenkirchen, Deutschland
Schweden  Sebastian Collberg W 23. Februar 1994 2020 Mariestad, Schweden
  Alexej Dmitriev LW 14. Dezember 1985 2020 Minsk, Weißrussische SSR
14   Magnus Eisenmenger C 06. April 2000 2018 Münster, Deutschland
41   Maximilian Eisenmenger C 21. August 1998 2018 Münster, Deutschland
17 Deutschland  Mike Fischer C 23. August 1999 2018 Heilbronn, Deutschland
84 Deutschland  Lukas Koziol LW 22. April 1996 2018 Füssen, Deutschland
57 Deutschland  Christian Kretschmann C 13. März 1993 2019 Mönchengladbach, Deutschland
22   Eduard Lewandowski RW 03. Mai 1980 2018 Krasnoturjinsk, Russische SFSR
81 Kanada  Stephen MacAuley LW 20. April 1992 2019 Cole Harbour, Kanada
93 Deutschland  Dominik Meisinger C 11. März 1993 2018 Füssen, Deutschland
48 Deutschland  Mike Mieszkowski LW 14. Dezember 1992 2019 Wilhelmshaven, Deutschland
47   Adam Mitchell RW 01. Dezember 1982 2018 Port Elgin, Ontario, Kanada
15   Carter Proft   LW 30. August 1994 2018 Spruce Grove, Alberta, Kanada
71 Finnland  Roope Ranta RW 23. Mai 1988 2019 Helsinki, Finnland
12 Deutschland  Luis Schinko F 12. Juli 2000 2019 Landshut, Deutschland
20 Deutschland  Manuel Strodel LW 17. Januar 1992 2020 Buchloe, Deutschland
Trainerstab
Tätigkeit Name Geburtsdatum Geburtsort Im Team seit
Trainer Finnland  Olli Salo 21. Mai 1983 Hämeenlinna, Finnland seit 2020

Gesperrte TrikotnummernBearbeiten

Fünf Trikotnummern werden bei den Löwen Frankfurt zu Ehren der Spieler, die sie getragen haben, zur besonderen Anerkennung ihrer Leistungen für den Verein nicht mehr vergeben. Am 15. Februar 2014 wurden anlässlich der Feierlichkeiten zum 10-jährigen Jubiläum der Deutschen Meisterschaft 2004 neben der Nummer 27, die schon länger nicht mehr vergeben wurde, auch die Nummern 2, 11, 28 und 34 der Meistermannschaft gesperrt.[15]

  • Deutschland  Michael Bresagk – er trug die Rückennummer #2 von 1997 bis 2010 als dienstältester Spieler der Löwen und absolvierte mit 645 die meisten DEL-Spiele eines Frankfurter Spielers.
  • Kanada  Pat Lebeau – mit seiner Trikotnummer #11 war er der Star des Meisterteams von 2004 und Spieler des Jahres sowie Top-Scorer der DEL in den Jahren 2004 und 2005.
  • Kanada  Trevor Erhardt – seine Trikotnummer #27 wurde als erste Nummer in Frankfurt nicht mehr vergeben. Er spielte von 1983 bis 1988 für Eintracht Frankfurt und war als Spieler maßgeblich am Aufbau des Frankfurter ESC Die Löwen von 1991 bis 1993 beteiligt.
  •   Jason Young – trug die Trikotnummer #28 von 2003 bis zu seinem Karriereende 2010 und war von 2004 bis 2009 Kapitän der Lions.
  •   Ian Gordon – er spielte von 2003 bis 2010 mit der Rückennummer #34 im Tor der Lions und war ein Publikumsliebling.

Bedeutende ehemalige MannschaftenBearbeiten

DEL2-Meistermannschaft 2016/17Bearbeiten

Torhüter: Brett Jaeger, Florian Proske

Verteidiger: Mike Card, David Cespiva, Pawel Dronia, Maximilian Gläßl, Joel Keussen, Eric Stephan, Matt Tomassoni

Angreifer: Brett Breitkreuz, Clarke Breitkreuz, Christoph Gawlik, Patrick Jarrett, Lukas Laub, Nils Liesegang, Richard Mueller, Nico Oprée, Roman Pfennings, Matthew Pistilli, Ricco Ratajczyk, Dennis Reimer, Eddy Rinke-Leitans, C.J. Stretch

WeblinksBearbeiten

Offizielle Website

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Löwen Frankfurt: Olli Salo wird Löwen Head Coach ab der Saison 2020/2021. Abgerufen am 9. April 2020.
  2. Das neue Logo: Die Brücke aus der Vergangenheit in die Zukunft. Löwen Frankfurt (Pressemitteilung), 16. Dezember 2010, abgerufen am 2. Januar 2013.
  3. Sport1.de: DEL 2 Summer Game: Die Kassel Huskies gewinnen nach Verlängerung. In: sport1.de. 10. September 2016, abgerufen am 7. Oktober 2016.
  4. Löwen Frankfurt: Frühzeitige Weichenstellung: Franz-David Fritzmeier neuer Sportdirektor. (loewen-frankfurt.de [abgerufen am 25. Januar 2018]).
  5. https://www.loewen-frankfurt.de/saison/aktuelles/detail/coach-paul-gardner-freigestellt-franz-david-fritzmeier-springt-ein-1/
  6. http://www.fnp.de/sport/loewen/Der-lange-Weg-zur-Meisterschaft;art790,2593248
  7. http://www.fnp.de/sport/loewen/Der-Loewen-Trainer-zieht-Zwischenbilanz;art790,2925785
  8. https://www.loewen-frankfurt.de/saison/aktuelles/detail/finnisches-trainergespann-uebernimmt-loewen-rudel/
  9. Löwen Frankfurt: Löwen sind erneut Hauptrundensieger! Abgerufen am 9. April 2020.
  10. Löwen Frankfurt: Playoffs der DEL und DEL2 abgesagt. Abgerufen am 9. April 2020.
  11. Frankfurter Neue Presse: Multifunktionshalle in Frankfurt und Offenbach: Jetzt wird über Investor entschieden. (fnp.de [abgerufen am 1. Oktober 2018]).
  12. Thomas Remlein: Investor springt ab - Rückschlag für Multifunktionshalle in Frankfurt. 13. Mai 2020, abgerufen am 14. Mai 2020.
  13. Arena am Frankfurter Flughafen: Neuer Investor für Multifunktionshalle. 13. Juni 2019, abgerufen am 12. August 2019.
  14. Löwen unterzeichnen Vormietvertrag mit „TheDOME“-Arena am Flughafen. Abgerufen am 12. August 2019.
  15. Ein emotionaler Abend mit Meistern und Legenden. Löwen Frankfurt (Pressemitteilung), 16. Februar 2014, abgerufen am 20. Februar 2014.