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Kunstmuseum Solingen (2007)

Das Kunstmuseum Solingen, bis 2011 Museum Baden, ist ein seit 1996 bestehendes Kunstmuseum in Solingen-Gräfrath. In den Räumlichkeiten des Museums eröffnete am 8. Dezember 2015 das europaweit einzige Zentrum für verfolgte Künste.

Inhaltsverzeichnis

LageBearbeiten

Das Kunstmuseum Solingen befindet sich im ehemaligen Rathaus von Gräfrath, einem von 1907 bis 1908 erbauten Gebäude des Neubergischen Stils, sowie dessen in den Jahren 1995 bis 1996 realisierten, rückwärtigem Anbau. Es befindet sich auf einer Anhöhe über dem historischen Ortskern von Gräfrath an der Bundesstraße 224.

GeschichteBearbeiten

Das Museum wurde offiziell am 27. Oktober 1996 als Museum Baden gegründet. Der Name geht auf das Stifter-Ehepaar Ilse und Kurt Baden zurück, ohne deren Engagement das Museum nicht hätte verwirklicht werden können. Direktor des Museums ist seit der Eröffnung Rolf Jessewitsch.

Zentrum für Verfolgte KünsteBearbeiten

Im Gebäude des Kunstmuseums Solingen befindet sich seit 2015 das Zentrum für verfolgte Künste, welches am 8. Dezember 2015 eröffnet wurde. Gegründet wurde es als gemeinnützige GmbH vom Landschaftsverband Rheinland und der Klingenstadt Solingen. Das Zentrum betreut die "Bürgerstiftung für verfolgte Künste - Else-Lasker-Schüler-Zentrum - Kunstsammlung Gerhard Schneider". Diese Bürgerstiftung besteht aus der Literatursammlung Die verbrannten Dichter des Journalisten Jürgen Serke[1] (erworben von der Else-Lasker-Schüler-Stiftung Verbrannte und Verbannte Dichter/Künstler – für ein Zentrum der verfolgten Künste) sowie einem Teil der Kunstsammlung Entdeckte Moderne des Sammlers Gerhard Schneider[2]. Als Dauerleihgabe der Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft befindet sich im Zentrum für verfolgte Künste zudem die größte Sammlung von Originalzeichnungen Else Lasker-Schülers außerhalb Israels. Ergänzt werden die Sammlungen u. a. von Werken des in Solingen geborenen Malers Georg Meistermann, der während des Nationalsozialismus von der diktatorischen Kulturpolitik der Nazis betroffen war. Einige Werke des Künstlers und Widerstandskämpfers Ernst Walsken gehören zur Städtischen Kunstsammlung und werden auch im Kontext der verfolgten Kunst gezeigt.

Direktor des Zentrums für verfolgte Künste ist Rolf Jessewitsch, der auch das Kunstmuseum Solingen leitet.

Im Herbst 2013 veranstaltete das Kunstmuseum in Kooperation mit der Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft das erste Festival verfolgter Künste. Dieses hatte den Namen Verwehte Töne und fand unter der Schirmherrschaft von Konstantin Wecker statt. Beteiligte Künstler waren u. a. Winnie Böwe, Hamed Abdel-Samad, Robert Kreis oder Ljavon Volski.

Städtische KunstsammlungBearbeiten

Im Besitz des Kunstmuseums ist die Städtische Kunstsammlung Solingens mit Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts (darunter auch lokale Künstler wie August Preuße), die Sammlung Arthur Dorp (29 Arbeiten des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts, beispielsweise von Lovis Corinth, Anselm Feuerbach, Wilhelm Leibl, Franz von Stuck, Hans Thoma, Wilhelm Trübner).

Ausstellungen junger KunstBearbeiten

Darüber hinaus finden aktuelle Ausstellungen junger Kunst statt, darunter die jährliche Internationale Bergische Kunstausstellung, die 1946 mit regionalen Künstlern als Bergische Kunstausstellung begründet wurde.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Die Zeitschrift Stern über die Sammlung Serke: [1]
  2. DER WESTEN über die Sammlung Schneider: [2]

Koordinaten: 51° 12′ 13″ N, 7° 4′ 25″ O