Kunstareal München

Museumsviertel in der Maxvorstadt in München

Das Kunstareal München liegt im Münchner Stadtteil Maxvorstadt und umfasst 18 Museen und Ausstellungsräume, sechs Hochschulen sowie 40 Galerien und Kulturinstitutionen auf einer Fläche von 500 × 500 Metern. Es zählt zu den wichtigsten Kulturstandorten Europas.

Lage der Pinakotheken und der Sammlung Brandhorst im Kunstareal München

Der Freistaat Bayern und die Landeshauptstadt München haben 2009 vereinbart, diese Museums-, Kunst- und Wissenschaftslandschaft gemeinsam zu stärken und Strategien zur Vernetzung, Präsentation und Förderung des Kunstareals München zu entwickeln. 2018 unterzeichneten sie eine Kooperationsvereinbarung, um diesen Prozess langfristig zu etablieren. Die Stiftung Pinakothek der Moderne ist als Initiatorin der 2009 durchgeführten Konferenz Kunstareal München hierbei ein ständiger Partner.

GeschichteBearbeiten

Das Kunstareal München hat seinen Ursprung in der Eröffnung der Ludwig-Maximilians-Universität (1826) sowie der Glyptothek (1830). In den letzten 200 Jahren ist es kontinuierlich gewachsen und zeigt heute Kulturgeschichte von mehr als 5.000 Jahren.

Architekturgeschichtlich umfasst das Kunstareal mehrere Jahrhunderte. Neben den historischen Bauten und Plätzen stehen Museumsan- und neubauten zeitgenössischer Architekturbüros. Beispiele hierfür sind das Museum Brandhorst mit seiner bunten Keramikfassade (Sauerbruch Hutton) und das Lenbachhaus mit einer Kombination aus moderner Architektur (Sir Norman Foster) und der historischen Künstlervilla Franz von Lenbachs.

MuseenBearbeiten

Das Kunstareal München umfasst insgesamt 18 Museen. Die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen mit der Alten Pinakothek, der Neuen Pinakothek, der Pinakothek der Moderne, die vier Museen unter einem Dach verbindet, und dem Museum Brandhorst beherbergen hochrangige Kunstwerke vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart. Die Glyptothek und auch die Akademie der Bildenden Künste und der Neubau des Staatlichen Museums für Ägyptische Kunst sind ebenso Teil des Kunstareals wie die Institutionen der Wissenschaften mit dem Paläontologischen Museum, dem Museum Mineralogia München und dem zentralen Lernort zur Auseinandersetzung mit der Geschichte des Nationalsozialismus, dem NS-Dokumentationszentrum. Die Museen zwischen dem Königsplatz und der Theresienstraße präsentieren Werke aus der Hochkultur Ägyptens über die Antike bis hin zur Gegenwart.

  • Glyptothek (Altgriechische, römische und etruskische Skulpturen / derzeit [2021] wegen Renovierung geschlossen)
  • Städtische Galerie im Lenbachhaus (Altmünchner Malerei, Malerei des Blauen Reiters und der Neuen Sachlichkeit, Internationale Malerei und Skulptur des 20. und 21. Jahrhunderts)
  • Museum Brandhorst (Werke moderner und zeitgenössischer Kunst seit den 1960er Jahren)
  • Museum Reich der Kristalle (Exponate der Mineralogischen Staatssammlung München, einer der großen deutschen mineralogischen Forschungssammlungen)
  • Neue Pinakothek (Europäische Malerei und Skulptur vom 18. bis zum 19. Jahrhundert) / derzeit wegen Renovierung geschlossen
  • Sammlung Moderne Kunst der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen (Internationale Malerei, Skulptur und Fotografie des 20. und 21. Jahrhunderts)
  • Die Neue Sammlung – The Design Museum (Ältestes Designmuseum der Welt mit 100.000 Objekten in der Sammlung)
  • Türkentor (von Sauerbruch Hutton Architects renoviert, beherbergt es die Skulptur „Large Red Sphere“ des amerikanischen Künstlers Walter De Maria)

Kulturelle EinrichtungenBearbeiten

Im Kunstareal München befinden sich 14 kulturelle Einrichtungen, darunter das Amerika-Haus München, das Oskar von Miller Forum und das Zentralinstitut für Kunstgeschichte. Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern hat hier ihren Sitz, sowie die Kirche St. Markus und die Benediktinerabtei mit Stiftsbibliothek St. Bonifaz. Hinzu kommen einige Stiftungen und zahlreiche Galerien.

  • Architekturgalerie München e. V.
  • Stiftung Ann und Jürgen Wilde
  • Fritz-Winter-Stiftung
  • Oskar von Miller Forum

HochschulenBearbeiten

Im Kunstareal München befinden sich die Akademie der Bildenden Künste München, die Hochschule für Musik und Theater München im ehemaligen „Führerbau“ der NSDAP in der Arcisstraße 12, die Hochschule für Fernsehen und Film München, zwei Universitätsgebäude der Ludwig-Maximilians-Universität und das Stammgelände der Technischen Universität München. Darüber hinaus ist hier der Campus Karlstraße der Hochschule für angewandte Wissenschaften München.

FreundeskreiseBearbeiten

2010 haben sich auf Initiative der Stiftung Pinakothek der Moderne dreizehn Fördervereine im Förderkreis Kunstareal zusammengeschlossen. Unter der Schirmherrschaft von Franz von Bayern engagiert sich der Förderkreis unter anderem in folgenden Bereichen: Initiative sowie finanzielle und organisatorische Unterstützung bei der Durchführung der Kunstareal-Feste und der Reihe „Neu im Kunstareal“, Unterstützung der Koordinationsstelle Kunstareal sowie enge Zusammenarbeit mit der Landeshauptstadt München und dem Freistaat Bayern bei der Weiterentwicklung des Kunstareals.

Kunstareal-FestBearbeiten

Das Kunstareal-Fest geht zurück auf eine Initiative des Förderkreises Kunstareal, die die Stiftung Pinakothek der Moderne angestoßen hat. 13 Förderkreise von im Kunstareal ansässigen Museen, Hochschulen und Kultureinrichtungen setzen sich für die Weiterentwicklung dieses Kultur-Clusters ein und entwickeln gemeinsam mit der Koordinationsstelle Strategien für eine bessere Vernetzung, Präsentation und Förderung interdisziplinärer Projekte. Veranstaltet wird das Kunstareal-Fest von der Koordinationsstelle Kunstareal, getragen vom Freistaat Bayern und der Landeshauptstadt München, in Zusammenarbeit mit der Stiftung Pinakothek der Moderne/Förderkreis Kunstareal.

Seit 2013 findet das Kunstareal-Fest im zweijährigen Rhythmus statt. Ein vielseitiges Programm lädt alle Altersgruppen ein, Orte des Wissens und der Kreativität zu entdecken und mitzugestalten. Der Eintritt in alle Museen sowie die Teilnahme an sämtlichen Programmangeboten ist kostenfrei.

Insgesamt waren mehr als 210.000 Besuchern bei den Kunstareal-Festen in den Jahren 2013, 2015, 2017 und 2019. Das Programm mit bis zu 140 Angeboten wurde gut angenommen und aktiv genutzt.

Weitere PlanungBearbeiten

Da die benachbarten LMU-Gebäude und das Museum Reich der Kristalle im Areal derart in die Jahre gekommen sind, dass man nicht mehr von Sanierung spricht, sondern von Abriss und Neubau ausgehen muss, ergeben sich neue Perspektiven. Nun soll ein Gesamtkonzept für das Areal zwischen Gabelsberger-, Theresien-, Türken- und Barer Straße entwickelt werden. Im Februar 2019 hat die Stiftung Pinakothek der Moderne dem Architekten der Pinakothek der Moderne die Nutzungsrechte für den zweiten noch nicht verwirklichten Bauabschnitt abgekauft.[1]

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Evelyn Vogel: Das Museumsviertel kann ganz neu gedacht werden SZ vom 25. Februar 2019, abgerufen am 26. Februar 2021.

Koordinaten: 48° 8′ 56,2″ N, 11° 34′ 19,1″ O