Kumpfmühl-Ziegetsdorf-Neuprüll

Stadtbezirk in Regensburg

Kumpfmühl-Ziegetsdorf-Neuprüll ist der Stadtbezirk 13 von Regensburg. Der Stadtbezirk liegt im Südwesten der Stadt südlich der Innenstadt und westlich vom Galgenberg.

Blick auf Regensburg (Standort Ziegetsberg)

Kumpfmühl ist einer der ältesten Stadtteile und gehört schon seit 1810/18 zu Regensburg. Schon zur Römerzeit befand sich hier ein römisches Kohorten-Lager (Kastell Kumpfmühl). 1989 wurde bei Bauarbeiten der römische Münzschatz von Kumpfmühl gefunden, mit 25 Goldmünzen und 610 Silberdenaren der größte in Süddeutschland. Auf dem Bahngelände im Norden von Kumpfmühl wurde der größte römische Friedhof in Deutschland entdeckt, darunter auch der Grabstein von Sarmannina, der ältesten bezeugten Christin der Region von ca. 400 n. Chr. 1350 wurde die Mühle „Chupfmül“, die dem Stadtteil den Namen gab, erstmals erwähnt. Kumpfe waren hölzerne Schüsseln. Das Mühlengehöft am Vitusbach stand bei der Theresienkirche und wurde am 28. Dezember 1944[1] bei einem Bombenangriff zerstört. Bei diesem Angriff der US-Luftwaffe wurden zahlreiche Häuser, die das ursprüngliche Kumpfmühl bildeten, entweder stark beschädigt oder komplett zerstört. Die Kirche St. Wolfgang wurde 1937/38 von Dominikus Böhm erbaut und steht am höchsten Punkt von Kumpfmühl. Nahe der Wolfgangskirche stehen zwei Burgfriedenssäulen, die die Grenze zwischen der Reichsstadt und dem Kurfürstentum Bayern, zu dem Kumpfmühl gehörte, markierten. In der Gutenbergstraße steht das sogenannte Zantkreuz, das an den gewaltsamen Tod des Heinrich Zant auf Donau am 15. Juni 1313 erinnert.

Klosterkirche St. Vitus mit Kartausen

Das Kloster Prüll, geweiht dem Heiligen Vitus, das namensgebend für den heutigen Stadtteil Neuprüll war, wurde 997 von Bischof Gebhard I. von Regensburg als Benediktinerkloster St. Bartholomäus gegründet. Ab 1483 wurde es nach der Vertreibung der Benediktiner durch Herzog Albrecht von Bayern von Kartäusern geführt. 1803 wurde das Kloster aufgehoben, die Gebäude wurden in den Folgejahren zum Teil abgebrochen. Ab 1852 wurde es als Irrenhaus genutzt. Heute befindet sich auf dem Gelände das Bezirksklinikum Regensburg. Die noch erhaltene dreischiffige Hallenkirche hat zwei Türme. Am Nordflügel sind noch Kartausen erhalten. Am 1. Januar 1904 wurde das Gebiet Karthaus-Prüll, Eisbuckel und Ganghofersiedlung nach Regensburg eingemeindet.

In der Ziegetsdorfer Pfarrkirche St. Josef wirkte der spätere Papst Benedikt XVI. als Priester.

Am 1. April 1938 wurde Ziegetsdorf gemeinsam mit den Orten Großprüfening, Dechbetten und Königswiesen in die Stadt Regensburg eingemeindet.[2] Diese Eingemeindungen waren eine unmittelbare Folge des Entschlusses, ein Zweigwerk des in Augsburg ansässigen Stammwerks Messerschmitt AG in Regensburg anzusiedeln. Das Zweigwerk war die Messerschmitt-GmbH, die in Regensburg ein Werk zum Bau von kriegswichtigen Jagdflugzeugen errichten sollte. Für die Angestellten dieses Werks im Westen von Regensburg wurde als Wohnsiedlung die noch heute im Bestand erhaltene Ganghofer-Siedlung gebaut.[3] Der auf einer Anhöhe liegende Stadtteil wird vom Regensburger Fernsehturm dominiert.

LiteraturBearbeiten

  • Pfarrei St. Wolfgang, Pfarrei St. Johannes, Werbegemeinschaft Kumpfmühl (Hrsg.): Ein Stadtteil schreibt Geschichte. Regensburg-Kumpfmühl 79 1009 2009. Regensburg 2008, ISBN 978-3-7917-2198-9.
  • Karl Bauer: Regensburg. Kunst-, Kultur- und Alltagsgeschichte. 5. erweiterte Auflage. MZ-Verlag, Regensburg 1997, ISBN 3-931904-19-9, S. 600–614.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Peter Schmoll: Luftangriff. MZ Buchverlag Regensburg 1995, ISBN 3-927529-12-5, S. 168
  2. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 602.
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 602.

Koordinaten: 49° 0′ N, 12° 5′ O