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Kropsbach
Abschnittsnamen:
Krebsbach, Mühlbachgraben, Schlaggraben
Kropsbach in St. Martin

Kropsbach in St. Martin

Daten
Gewässerkennzahl DE: 23786
Lage Rheinland-Pfalz
Flusssystem Rhein
Abfluss über Speyerbach → Rhein → Nordsee
Quelle Kirchquelle/Kirchbrunnen am Schafkopf nordwestlich von St. Martin
49° 18′ 35″ N, 8° 3′ 19″ O
Quellhöhe 460 m ü. NHN[1]
Mündung westlich von Hanhofen von rechts in den SpeyerbachKoordinaten: 49° 18′ 48″ N, 8° 20′ 4″ O
49° 18′ 48″ N, 8° 20′ 4″ O
Mündungshöhe ca. 107 m ü. NHN[1]
Höhenunterschied ca. 353 m
Sohlgefälle ca. 16 ‰
Länge 22 km[2]
Einzugsgebiet 104,98 km²[2]
Linke Nebenflüsse Hüttenbach, Bach von der Wolselquelle, Bach von der Oberen Mühle, Alsterweiler Bach, Wiesengraben (nach Ableitung wieder zurück), Schlossgraben (nach Ableitung wieder zurück), Hartgraben
Rechte Nebenflüsse Frauenbach, Riedgraben, Ortelbuschgraben, Wolfsgraben, Triefenbach/Wiesgraben
Durchflossene Stauseen Sandwiesenweiher, drei Rückhaltebecken zwischen St. Martin und Maikammer, Schlossweiher
Mittelstädte Neustadt an der Weinstraße (Ortsteile Duttweiler und Geinsheim)
Gemeinden St. Martin, Maikammer, Kirrweiler, Hanhofen

Der Kropsbach ist ein 22 km[2] langer Bach und ein rechter Zufluss des Speyerbachs in Rheinland-Pfalz. Sein Einzugsgebiet misst knapp 105 km².[2]

Der Bach, dessen Name mit der nahegelegenen Kropsburg verbunden ist, trägt daneben mehrere unterschiedliche Abschnittsbezeichnungen. Als Krebsbach fließt er bis zur Einmündung des Riedgrabens bei der Kläranlage Duttweiler, von dort an wird er Mühlbachgraben genannt. Etwa ab der Einmündung des Schlittgrabens heißt er bis zum Ende seines Laufs Schlaggraben.

GeographieBearbeiten

QuelleBearbeiten

Der Kropsbach entspringt im östlichen Bereich des Pfälzerwalds auf 460 m ü. NHN in der Kirchquelle, die auch Kirchbrunnen genannt wird. Sie befindet sich auf der Waldgemarkung der Ortsgemeinde St. Martin, wo sie an der Ostflanke des 617 m hohen Schafkopfs als Schichtquelle zutage tritt.

Verlauf und ZuflüsseBearbeiten

Im Pfälzerwald fließt der Kropsbach durchweg in südöstlicher Richtung. Nach 700 m nimmt er von links den etwa 300 m langen Hüttenbach auf, der von der St. Martiner Grillhütte herkommt. Unterhalb ist der Kropsbach zum 150 m langen und 60 m breiten Sandwiesenweiher aufgestaut; wenige Meter südlich steht am Hang das Haus an den Fichten, eine bewirtschaftete Schutzhütte des Pfälzerwald-Vereins. Kurz nach dem rechts gelegenen Wetzbrunnen, bei dem der Ritterstein 243 steht, mündet linksseitig der Bach von der Wolselquelle (500 m). Nachdem 1 km weiter von rechts der Frauenbach (450 m) zugeflossen ist, durchbricht der Kropsbach das östliche Randgebirge des Pfälzerwalds, die Haardt, und erreicht das Winzerdorf St. Martin, wo die hügelige Rebenlandschaft an der Deutschen Weinstraße beginnt.

Unterhalb der Gemeinde wendet sich der Kropsbach mehr nach Osten und durchfließt drei kleine Rückhaltebecken, die bei Starkregen über quer zum Hang verlaufende Gräben Niederschlagswasser aus den angrenzenden Weinbergen aufnehmen können. In Maikammer verlässt der Kropsbach die Hügellandschaft. Er empfängt von links den etwas mehr als 5 km langen Alsterweiler Bach und gelangt nach Kirrweiler. Dort speist er den gut 300 m langen und an der breitesten Stelle 150 m messenden Schlossweiher, der einst zur Sicherung des später abgegangenen Oberschlosses aufgestaut wurde. Etwa an der Einmündung seines 5,3 km langen rechten Zuflusses Riedgraben wechselt der Kropsbach von der Südpfalz in die Vorderpfalz. Im Westteil der Rheinebene durchfließt er nacheinander die Neustadter Ortsteile Duttweiler und Geinsheim. Unterhalb von Geinsheim nimmt er von links den 14,2 km langen Hartgraben auf und empfängt dann von rechts seinen stärksten Zufluss, den gut 23 km langen Wiesgraben, der im Quellbereich Triefenbach genannt wird.

MündungBearbeiten

Für die letzten 2 km seines Laufs nach Nordosten gerichtet, mündet der Kropsbach am Westrand der Gemeinde Hanhofen auf etwa 107 m Höhe von rechts in den Speyerbach. Nur 25 m abwärts liegt das Hanhofer Wassergescheid, wo nach links vom Speyerbach der Woogbach abgeleitet wird.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

BeweidungsprojektBearbeiten

 
Heckrindbulle

2011 wurde nordwestlich des Sandwiesenweihers und westlich der Grillhütte ein etwa 41 Hektar großes Wald- und Wiesengebiet als Beweidungsprojekt Sandwiesenweiher eingezäunt[3] und eine Herde von Heckrindern angesiedelt.[4] Die Beweidung durch diese Rinder, die dem 1627 ausgestorbenen Auerochsen nachgezüchtet sind und deren Bullen bis 900 kg Gewicht erreichen, soll bewirken, dass der lichte Kiefernwald seinen Charakter einer Monokultur verliert und wieder an Artenvielfalt gewinnt.

Der 4,5 km lange Auerochsenweg am Weidezaun entlang und vorbei am Haus an den Fichten ermöglicht Rundwanderungen.[3] Pkw können auf dem Parkplatz St. Martiner Tal bei der Grillhütte oder auf dem Parkplatz an den Sandwiesen beim Wetzbrunnen abgestellt werden.

KropsburgBearbeiten

Oberhalb der Gemeinde St. Martin, rechts über dem Ausgang des Kropsbachtals, liegt auf dem Sporn eines Vorbergs der Haardt in 250 m Höhe die Ruine der aus dem Mittelalter stammenden Kropsburg. Ihre Errichtung um das Jahr 1200 geht auf das Herrschergeschlecht der Staufer zurück. Damals entstand zur Abschirmung der etwa 20 km entfernten Reichsburg Trifels bei Annweiler ein ganzer Kranz von Burgen.

Die Kropsburg ist über Wanderwege und mit dem Kraftfahrzeug erreichbar. In der Vorburg wird ein Restaurant betrieben, dessen Terrasse einen Panoramablick über die Rheinebene bietet.[5]

Ortskern von St. MartinBearbeiten

Der mittelalterliche Ortskern von St. Martin ist als Denkmalzone eingestuft. Auf den Patron der überwiegend spätgotischen Kirche geht der Name des Dorfes zurück.

VerkehrBearbeiten

Im Pfälzerwald begleitet den Kropsbach bis zum Gebirgsrand die Landesstraße 514, die als Totenkopfstraße von touristischer Bedeutung ist. Am Westrand der Rheinebene wird der Kropsbach gekreuzt durch die Deutsche Weinstraße und die Bahnstrecke Neustadt–Wissembourg. 1 km östlich überquert die Autobahn 65 (LudwigshafenKarlsruhe) den Bach. Zwischen Geinsheim und Hanhofen nähert sich das Gewässer von Südwesten her allmählich der Bundesstraße 39 (NeustadtSpeyer), mündet allerdings knapp südlich der Trasse.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Kartendienst des Landschaftsinformationssystems der Naturschutzverwaltung Rheinland-Pfalz (LANIS-Karte) (Hinweise)
  2. a b c d GeoExplorer der Wasserwirtschaftsverwaltung Rheinland-Pfalz (Hinweise)
  3. a b Ochsentour – Beweidungsprojekt Sandwiesenweiher. sankt-martin.de, abgerufen am 1. Februar 2019.
  4. Nachwuchs bei den „Auerochsen“. In: Die Rheinpfalz, Südwestdeutsche Zeitung. Ludwigshafen 21. Juni 2011.
  5. Schloss Kropsburg. kropsburg.de, abgerufen am 1. Februar 2019.