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Kromsdorf ist ein Ortsteil der Landgemeinde Ilmtal-Weinstraße im Nordosten des Landkreises Weimarer Land.

Kromsdorf
Koordinaten: 50° 59′ 56″ N, 11° 22′ 25″ O
Höhe: 200 m
Fläche: 10,74 km²
Einwohner: 1449 (31. Dez. 2017)
Bevölkerungsdichte: 135 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2019
Postleitzahl: 99510
Vorwahl: 03643

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

LageBearbeiten

Kromsdorf liegt östlich von Schloss Tiefurt und seinen dazugehörigen Parkanlagen. Das in der Nähe befindliche Denstedt ist ein Ortsteil von Kromsdorf.

Ausdehnung des DorfgebietesBearbeiten

Die Gemeinde Kromsdorf setzte sich aus zwei Ortsteilen zusammen: Kromsdorf-Nord im Ilmtal, das früher den Ort Großkromsdorf darstellte, und Kromsdorf-Süd auf dem Berg, früher Kleinkromsdorf. Auf der Grenze der beiden Ortsteile liegt die Brücke am Sportplatz, die bis zu ihrem Neubau in den 1960er Jahren nur für Fußgänger passierbar war.
Kromsdorf Nord besteht zum großen Teil aus einem Neubaugebiet aus der Zeit nach 1991. Weiterhin gehörte zur Gemeinde Kromsdorf der Ortsteil Denstedt.

NachbargemeindenBearbeiten

Die nächstliegenden Gemeinden vor der Gemeindeauflösung von Kromsdorf waren Tiefurt im Südwesten, Weimar im Westen, Süßenborn im Süden. An den Ortsteil Denstedt grenzt im Osten der zur Landgemeinde Ilmtal-Weinstraße gehörende Ortsteil Ulrichshalben.

GeschichteBearbeiten

Kromsdorf wurde am 22. Oktober 1150 erstmals urkundlich erwähnt und Denstedt am 20. Mai 1170.[1]

Nach Kromsdorf benannte sich ein thüringisches Adelsgeschlecht, siehe Kromsdorf (Adelsgeschlecht).

Die Gemeinde Kromsdorf entstand am 1. Juli 1950 durch den Zusammenschluss der bis dahin eigenständigen Gemeinden Großkromsdorf und Kleinkromsdorf.

Am 1. Januar 2019 wurde die Gemeinde Kromsdorf in die Landgemeinde Ilmtal-Weinstraße eingemeindet. Ilmtal-Weinstraße war seit dem 31. Dezember 2013 erfüllende Gemeinde für Kromsdorf.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Im Gebiet der ehemaligen Gemeinde Kromsdorf befinden sich zwei historische Anlagen. Die Besonderheit des Renaissanceschlosses Kromsdorf ist die Parkmauer mit ihren 64 Porträtbüsten. Es dient heute vor allem als Kulturzentrum.

Die zweite Anlage ist Burg Denstedt mit Schlosspark und Resten des früheren Ritterguts.

In der Denstedter Kirche ist die sogenannte Liszt-Orgel zu sehen und zu hören, die von dem berühmten Komponisten Franz Liszt regelmäßig zu Orgelmusiken benutzt wurde.

Die Mühle Denstedt ist saniert und arbeitet.

Die Kirche in Kromsdorf-Süd stammt im Ursprung aus dem Mittelalter.

GedenkstättenBearbeiten

  • Kriegerdenkmäler für die Gefallenen der Weltkriege an den Kirchen in Kromsdorf Süd und Denstedt, sowie auf Gemeindegebiet in Kromsdorf Süd und Nord.
  • Auf dem Friedhof des Ortsteiles Kromsdorf-Nord erinnert ein Massengrab mit Gedenkstein an 18 unbekannte KZ-Häftlinge, die bei einem Todesmarsch vom Außenlager Ohrdruf SIII des KZ Buchenwald im April 1945 von SS-Männern ermordet wurden.
  • Eine ähnliche Gedenkstätte befindet sich auf dem Friedhof des Ortsteiles Denstedt, die an weitere 22 ermordete Häftlinge erinnert.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

 
Kirche in Kromsdorf-Süd
 
Kirche in Denstedt

Die Wirtschaft in Kromsdorf ist durch die ländliche Lage sehr an die Landwirtschaft gebunden. Eine LPG gab es seit den 1960er Jahren, welche in der Milchviehproduktion und im Ackerbau aktiv war und später auch im Gemüseanbau. Nach der Wende wurden die Gewächshäuser abgerissen. Das Gebiet wurde als Wohngebiet ausgeschrieben.
Im Gewerbegebiet „Am Süßenborner Weg“ befinden sich vornehmend Betriebe des Mittelstandes.
Durch die Nähe zu Weimar und durch das Schloss im Dorf bekommt Kromsdorf zunehmend Bedeutung für Touristen.

Vom ehemaligen großen Rittergut Denstedt stehen nur noch ein Gutswohnhaus und ein Wirtschaftsgebäude, in sanierungsbedürftigem Zustand.

VerkehrBearbeiten

Kromsdorf ist über die Buslinie 228 des Verkehrsverbundes Mittelthüringen von Weimar nach Denstedt angeschlossen.[2] (Stand 2011).

BildungBearbeiten

Im Ort Kromsdorf befindet sich eine Grundschule.[3]

KulturBearbeiten

Das kulturelle Leben in Kromsdorf wird zum großen Teil durch gemeinnützige Vereine bestimmt, von denen einige ihren Sitz im Schloss Kromsdorf haben, wie zum Beispiel:

SportBearbeiten

  • TSV 1928 Kromsdorf e. V. (Fußball, Tischtennis, Kegeln, Volleyball)

Weitere EinrichtungenBearbeiten

1993 gründeten Studenten das Wohnprojekt „Alte Feuerwache“ in Kromsdorf. Der Verein, der das Projekt heute betreibt, versteht sich laut eigener Satzung „als wohnpolitische Initiative unter Einbeziehung des ideellen Bereiches des Wohnens, der Kultur, der Soziokultur und Bildung“.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter des OrtesBearbeiten

Personen, die mit dem Ort in Verbindung stehenBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Wolfgang Kahl: Ersterwähnung Thüringer Städte und Dörfer. Ein Handbuch. 5., verbesserte und wesentlich erweiterte Auflage. Rockstuhl, Bad Langensalza 2010, ISBN 978-3-86777-202-0, S. 154 und 53.
  2. Fahrplan Buslinie 228@1@2Vorlage:Toter Link/www.linienverkehr.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  3. Thüringer Schulämter – Grundschulen. Abgerufen am 13. Januar 2011.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Kromsdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien