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Kreis Heiligenstadt

Kreis in der DDR
Dieser Artikel behandelt den Kreis Heiligenstadt im Bezirk Erfurt (1952–1990) und im Land Thüringen (1990–1994). Für den preußischen Landkreis Heiligenstadt (1825–1945) siehe Landkreis Heiligenstadt.
Basisdaten[1]
Bezirk der DDR Erfurt
Kreisstadt Heiligenstadt
Fläche 385 km² (1989)
Einwohner 42.843 (1989)
Bevölkerungsdichte 111 Einwohner/km² (1989)
Kfz-Kennzeichen F und L (1953–1990)
LO (1974–1990)
HIG (1991–1995)
DDR-Bezirk-Erfurt-Kreis-Heiligenstadt.png
Der Kreis Heiligenstadt im Bezirk Erfurt

Der Kreis Heiligenstadt war ein Landkreis im Bezirk Erfurt der DDR. Von 1990 bis 1994 bestand er als Landkreis Heiligenstadt in Thüringen fort. Sein Gebiet liegt heute im Landkreis Eichsfeld in Thüringen. Der Sitz der Kreisverwaltung befand sich in Heiligenstadt.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

LageBearbeiten

Der Kreis Heiligenstadt lag im Eichsfeld an der innerdeutschen Grenze.

NachbarkreiseBearbeiten

Der Kreis Heiligenstadt grenzte im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die (Land-)Kreise Göttingen, Worbis, Mühlhausen sowie bis 1973 Eschwege und Witzenhausen bzw. ab 1974 Werra-Meißner-Kreis.

GeschichteBearbeiten

Am 25. Juli 1952 kam es in der DDR zu einer umfangreichen Verwaltungsreform, bei der unter anderem die Länder der DDR ihre Bedeutung verloren und neue Bezirke eingerichtet wurden. Aus Teilen des damaligen Landkreises Worbis wurde der neue Kreis Heiligenstadt mit Sitz in Heiligenstadt gebildet. Der Kreis wurde dem neugebildeten Bezirk Erfurt zugeordnet.[2]

Am 17. Mai 1990 wurde der Kreis in Landkreis Heiligenstadt umbenannt.[3] Anlässlich der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten wurde der Landkreis im Oktober 1990 dem wiedergegründeten Land Thüringen zugesprochen. Bei der Kreisreform in Thüringen ging er am 1. Juli 1994 zusammen mit dem Nachbarkreis Worbis im heutigen Landkreis Eichsfeld auf.[2]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Kreis Heiligenstadt[1]
Jahr 1960 1971 1981 1989
Einwohner 43.940 42.589 42.186 42.843

Städte und GemeindenBearbeiten

WirtschaftBearbeiten

Wichtige Betriebe waren unter anderem:

VerkehrBearbeiten

Für den überregionalen Straßenverkehr wurde das Kreisgebiet durch die F 80 Richtung Nordhausen und Halle (Saale) erschlossen.

Dem Eisenbahnverkehr dienten die Strecken Arenshausen–Heiligenstadt–Halle und Geismar–Leinefelde.

Kfz-KennzeichenBearbeiten

Den Kraftfahrzeugen (mit Ausnahme der Motorräder) und Anhängern wurden von etwa 1974 bis Ende 1990 dreibuchstabige Unterscheidungszeichen, die mit dem Buchstabenpaar LO begannen, zugewiesen.[5] Die letzte für Motorräder genutzte Kennzeichenserie war LS 79-21 bis LS 99-99.[6]

Anfang 1991 erhielt der Landkreis das Unterscheidungszeichen HIG. Es wurde bis zum 31. Januar 1995 ausgegeben. Seit dem 29. November 2012 ist es im Landkreis Eichsfeld erhältlich.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Statistische Jahrbücher der Deutschen Demokratischen Republik. In: DigiZeitschriften. Abgerufen am 6. Oktober 2009.
  2. a b Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7.
  3. Gesetz über die Selbstverwaltung der Gemeinden und Landkreise in der DDR (Kommunalverfassung) vom 17. Mai 1990
  4. Gesetz über die weitere Demokratisierung des Aufbaus und der Arbeitsweise der staatlichen Organe im Lande Thüringen vom 25. Juli 1952
  5. Andreas Herzfeld: Die Geschichte der deutschen Kennzeichen. 4. Auflage. Deutsche Gesellschaft für Flaggenkunde e. V., Berlin 2010, ISBN 978-3-935131-11-7, S. 302.
  6. Andreas Herzfeld: Die Geschichte der deutschen Kennzeichen. 4. Auflage. Deutsche Gesellschaft für Flaggenkunde e. V., Berlin 2010, ISBN 978-3-935131-11-7, S. 504.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Kreis Heiligenstadt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien