Kreis Harburg

Ehemaliger Kreis in Preußen
Basisdaten
Preußische Provinz Hannover
Regierungsbezirk Lüneburg
Kreisstadt Harburg/Elbe
Bestandszeitraum 1885–1932
Fläche 780,20 km² (1910)
Einwohner: 60.755 (1910)
Bevölkerungsdichte: 78 Einw./km² (1910)
Gemeinden 87 (1910)
Kfz-Kennzeichen
Lage des Kreises in der Provinz Hannover (1905)
Lage des Kreises Harburg in der Provinz Hannover

Der Kreis Harburg war von 1885 bis 1932 ein Landkreis in der preußischen Provinz Hannover. Verwaltungssitz war die Stadt Harburg.

GeschichteBearbeiten

Der Staat Preußen bildete mit Wirkung vom 1. April 1885 im Rahmen einer Kreisreform aus den Ämtern Harburg und Tostedt den Kreis Harburg (auch Landkreis genannt) und aus der Stadt Harburg den Stadtkreis Harburg.[1] Beide Kreise wurden dem neuen Regierungsbezirk Lüneburg zugeordnet.

Sitz des Kreises Harburg war zunächst die Stadt Harburg im Stadtkreis Harburg. Der Landkreis gab 1888 Heimfeld und Wilstorf, 1906 Lauenbruch und 1910 Eißendorf an die Stadt Harburg ab. Am 1. September 1925 wurde außerdem die Gemeinde Wilhelmsburg als nunmehr kreisfreie Stadt aus dem Landkreis Harburg ausgegliedert und zwei Jahre später 1927 mit der Stadt Harburg zur Stadt Harburg-Wilhelmsburg verschmolzen.[2]

Am 1. August 1932 wurden der größte Teil des Kreises Harburg und der Kreis Winsen zum neuen Kreis Harburg zusammengelegt. Die Gemeinde Lauenbrück wechselte in den Kreis Rotenburg.[3] Harburg blieb weiterhin Kreisstadt.

Landräte des Kreises HarburgBearbeiten

EinwohnerentwicklungBearbeiten

KreisBearbeiten

Jahr 1890 1900 1910 1925
Einwohner[5] 36.736 48.805 60.755 69.308

GemeindenBearbeiten

Gemeinden des Kreises Harburg (Stand 1. Dezember 1910):[5][6]

Gemeinde Einwohner Gemeinde Einwohner Gemeinde Einwohner Gemeinde Einwohner
Altenwerder 1.925 Finkenwerder 822 Kampen 258 Otter 449
Appel 519 Fischbeck 1.040 Karoxbostel 153 Ovelgönne 251
Ardestorf 79 Fleestedt 488 Kattwyk (Gutsbezirk) 37 Over 697
Avensen 313 Friesenwerdermoor 107 Ketzendorf 160 Regesbostel 332
Beckedorf 188 Glüsingen 292 Klein Klecken 320 Rönneburg 805
Bendestorf 197 Groß Klecken 238 Klein Moor 70 Rosengarten (Gutsbezirk) 10
Bötersheim 77 Groß Moor 80 Langenbeck 374 Schwiederstorf 163
Buchholz 1.434 Groß Totshorn 157 Lauenbruch **) Seppensen 203
Bullenhausen 359 Gut Moor 628 Lauenbrück 472 Sinstorf 436
Daensen 232 Halvesbostel 382 Lauenbrück (Gutsbezirk) 154 Sottorf 126
Daerstorf 132 Handorf 226 Leversen 242 Sprötze 380
Dibbersen 277 Harmstorf 213 Lindhorst 285 Steinbeck 150
Dohren 247 Helmstorf 217 Lohbergen (Forstort, Gutsbezirk) 7 Todtglüsingen 652
Eckel 191 Hittfeld 827 Lüllau 235 Tostedt 1.753
Eddelsen 89 Hollenstedt 834 Marmstorf 642 Tötensen 282
Ehestorf 210 Holm (Gutsbezirk) 178 Meckelfeld 777 Trelde 609
Eißendorf *) Hörsten 206 Metzendorf 179 Vahrendorf 183
Elstorf 445 Iddensen 174 Moisburg 450 Welle 258
Emmelndorf 186 Immenbeck 328 Nenndorf 425 Wenzendorf 387
Emsen 224 Itzenbüttel 190 Neugraben 1.217 Wilhelmsburg 28.225
Everstorf 497 Jehrden 76 Neuhof ***) Wistedt 527
Eyendorf 163 Jesteburg 649 Neuland 736 Wulmstorf 348
* Eißendorf wurde 1910 Teil der Stadt Harburg und hatte 1895 1.266 Einwohner
** Lauenbruch wurde am 1. April 1906 Teil der Stadt Harburg und hatte 1895 746 Einwohner
*** Neuhof wurde 1910 Teil von Wilhelmsburg und hatte 1895 904 Einwohner

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Die Selbstverwaltungsgesetze für die Provinz Hannover, Kreis- und Provinzial–Ordnung vom 6./7. Mai 1884, Berlin, 1887, Seite 38
  2. Geschichte der Kreisbildung in Deutschland#Provinz Hannover
  3. Preußisches Staatsministerium, § 66, Verordnung über die Neugliederung von Landkreisen, vom 1. August 1932 Preußische Gesetzessammlung, Berlin 1932; Nr. 43, R. von Deckers Verlag, G. Schenk, 1932, Seiten 255–273
  4. territorial.de Landkreis Harburg
  5. a b Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. harburg.html. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  6. Uli Schubert: Deutsches Gemeindeverzeichnis 1910. Abgerufen am 22. Mai 2011.