Kraftwerk Oberspree

Drehstrom-Kraftwerk in der Wilhemlinenhofstraße 78 in Oberschöneweide

Mit dem Kraftwerk Oberspree wurde 1897 das erste Drehstrom-Kraftwerk Deutschlands in Betrieb genommen, um das sich in den folgenden Jahren nach dem Werk in Wedding ein neues Industriegebiet der AEG entwickelte.[1]

Erhaltene Turbinenhalle des Kraftwerks Oberspree, 2020

GeschichteBearbeiten

 
Lageplan mit Kraftwerk Oberspree („Centr-Stat. d. Allg. Elekt.-Ges.“), 1900
 
Detail an der Fassade der Turbinenhalle, 2020
 
Drehstrom-Versuchstriebwagen der AEG, der 1903 mit 210 km/h den Geschwindigkeits-Weltrekord erreichte

Nachdem in der Berliner Innenstadt ab 1885 einige kleinere Gleichstrom-Kraftwerke wie die Centralstation Markgrafenstraße für räumlich eng begrenzte Versorgungsgebiete eröffnet wurden, wollte die AEG die Drehstromtechnik für die großflächige Versorgung des Berliner Stadtgebietes und der damals noch außerhalb Berlins liegenden Vororte einführen. Drehstrom ermöglicht die Transformation des Stromes auf höhere Spannungen und damit die verlustarme Leitung über größere Entfernungen.

Ein geeigneter Standort wurde in der Wilhelminenhofstraße 78 in Oberschöneweide am Ufer der Oberspree gefunden. Die Gebäude wurden mit gelben Klinkersteinen gebaut und dem Zeitgeschmack entsprechend ausgeschmückt. Im Jahr 1897 wurde das Kraftwerk als Centralstation der Allgemeinen Elektricitäts-Gesellschaft in Betrieb genommen. 1899 wurde das Kraftwerk von den Berliner Elektrizitäts-Werken BEW übernommen und mehrfach erweitert.[1]

Vom später so genannten Kraftwerk Oberspree wurde auch die Drehstrom-Versuchsstrecke auf der Militäreisenbahn Berlin–Zossen für rund drei Jahre versorgt, auf der im Jahr 1903 mit 210 km/h ein Geschwindigkeitsweltrekord erreicht wurde.

Zunächst war das Kraftwerk mit Dampfmaschinen ausgestattet, die 1905 gegen Dampfturbinen ausgetauscht wurden.

Das Kraftwerk wurde 1933 außer Betrieb genommen. Teile der Gebäude wurden in der Folgezeit durch die Kabelwerke Oberspree genutzt. Die Gebäude stehen inzwischen unter Denkmalschutz.[1]

LiteraturBearbeiten

  • Institut für Denkmalpflege (Hrsg.): Die Bau- und Kunstdenkmale der DDR. Hauptstadt Berlin-II: Stadtbezirk Köpenick. Henschelverlag, Berlin 1984, S. 316 f.

WeblinksBearbeiten

Commons: Kraftwerk Oberspree – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Kraftwerk Oberspree in der Berliner Landesdenkmalliste

Koordinaten: 52° 27′ 33,5″ N, 13° 31′ 19,8″ O