Kozłowo

Dorf in Polen

Kozłowo [kɔz'wɔvɔ] (deutsch Koslau, bis 1938 Groß Koslau und Klein Koslau und seit 1938 Großkosel und Kleinkosel) ist eine Gemeinde im Powiat Nidzicki (Powiat Neidenburg) der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren.

Kozłowo
Kozłowo führt kein Wappen
Kozłowo (Polen)
Kozłowo
Kozłowo
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Ermland-Masuren
Powiat: Nidzica
Geographische Lage: 53° 18′ N, 20° 17′ OKoordinaten: 53° 18′ 0″ N, 20° 17′ 0″ O
Einwohner: 1411 (31. März 2011[1])
Postleitzahl: 13-124
Telefonvorwahl: (+48) 89
Kfz-Kennzeichen: NNI
Wirtschaft und Verkehr
Straße: NidzicaDziałdowo
Schienenweg: Działdowo–Olsztyn
Nächster int. Flughafen: Warschau
Gmina
Gminatyp: Landgemeinde
Gminagliederung: 28 Schulzenämter
Fläche: 254,01 km²
Einwohner: 6021
(30. Jun. 2019)[2]
Bevölkerungsdichte: 24 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 2811032
Verwaltung (Stand: 2007)
Gemeindevorsteher: Jacek Jankowski
Adresse: 60a
13-124 Kozłowo
Webpräsenz: www.kozlowo.pl



LageBearbeiten

Die Ortschaft liegt in Masuren, etwa 12 km südwestlich der Stadt Nidzica (Neidenburg) und 55 km südlich von Olsztyn (Allenstein)

GeschichteBearbeiten

Die Ortschaft besteht historisch aus dem Gutsbezirk Klein Koslau (1938–1945 Kleinkosel) und dem Dorf Groß Koslau (1938–1945 Großkosel). Die beiden Orte wurden 1938 umbenannt in Kleinkosel und Großkosel[3] und gehörten bis 1945 zum Landkreis Neidenburg in der Provinz Ostpreußen des Deutschen Reichs.

Klein Koslau wurde erstmals am 29. Juni 1328 urkundlich erwähnt. Das Dorf war bereits vor der Reformation Mittelpunkt eines Kirchspiels. Im Jahr 1785 wird Groß Koslau als ein adliges Dorf mit 15 Feuerstellen (Haushaltungen) und Klein Koslau (oder Klein Koschelau) als ein adliges Dorf mit einer Mutterkirche und 23 Feuerstellen bezeichnet, die beide zum Hauptamt Soldau gehören.[4] Im Jahre 1874 wurde der Amtsbezirk Klein Koslau gebildet.[5]

Aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags stimmte die Bevölkerung im Abstimmungsgebiet Allenstein, zu dem Groß und Klein Koslau gehörten, am 11. Juli 1920 über die weitere staatliche Zugehörigkeit zu Ostpreußen (und damit zu Deutschland) oder den Anschluss an Polen ab. In Groß und Klein Koslau (Dorf und Gut) stimmten 332 Einwohner für den Verbleib bei Ostpreußen, auf Polen entfielen keine Stimmen.[6]

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Region mit Koslau am 19. Januar 1945 von der Roten Armee besetzt. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Region im Sommer 1945 von der sowjetischen Besatzungsmacht zusammen mit der südlichen Hälfte Ostpreußens und ganz Westpreußen unter polnische Verwaltung gestellt. Die Polen führten für Koslau die Ortsbezeichnung Kozłowo ein. Soweit die deutschen Einheimischen nicht geflohen waren, wurden sie in der darauf folgenden Zeit vertrieben.

KirchspielBearbeiten

Die Dorfbewohner von Groß Koslau und Klein Koslau wurden nach der Reformation evangelisch. Das Dorf Groß Koslau war in Klein Koslau eingepfarrt. Um 1785 gehörte zum Kirchspiel Klein Koslau auch das Dorf Groß Schäfken.[4] Einige der Pfarrer, die hier bis zum letzten Quartal des 18. Jahrhunderts tätig waren, sind namentlich bekannt.[7] Um 1785 übte der König das Patronat über die Kirche von Klein Koslau aus.[4]

Bis 1945 war der Ortsteil Klein Koslau ein evangelisches Kirchspiel. Zu diesem gehörten auch die Orte: Groß Koslau, Opacznickmühle, Polko, Posaren, Groß-Sakrau, Sakrau, Sabloczyn, Sontop, Wilmsdorf.

Bevölkerungsentwicklung bis 1945Bearbeiten

Jahr Einwohner Anmerkungen
1816 245 davon 100 in Groß Koslau und 145 im Gutsbezirk Klein Koslau[8]
1852 346 davon 172 in Groß Koslau und 174 un Klein Koslau[9]
1858 381 davon 154 Evangelische und zehn Katholiken in Groß Koslau sowie 201 Evangelische und 16 Katholiken in Klein Koslau[10]
1933 953 davon 391 in Groß Koslau (Großkosel) und 562 in Klein Koslau (Kleinkosel) [3]
1939 853 davon 350 in Groß Koslau (Großkosel) und 503 in Klein Koslau (Kleinkosel)[3]

LandgemeindeBearbeiten

 
Groß Koslau (Gr. Kosslau) südwestlich von Allenstein und Neidenburg sowie nordöstlich von Soldau auf einer Landkarte von 1908.

Die Landgemeinde (gmina wiejska) Kozłowo umfasst eine Fläche von 254 km², auf denen 6.000 Einwohner leben. Dazu gehören folgende Ortschaften:

  • Bartki (Bartkenguth)
  • Browina (Browienen)
  • Cebulki (Pilgramsaue)
  • Dziurdziewo (Dziurdziau), mit
    • Kamionki (Kamiontken)
  • Górowo (Gorau)
  • Kozłowo (Groß Koslau) mit
    • Sątop (Sontopp, Santop)
    • Zakrzewo (Sakrau)
  • Krokowo (Krokau) mit
  • Michałki (Michalken)
    • Januszkowo (Januschkau)
  • Niedanowo (Niedenau)
  • Pielgrzymowo (Pilgramsdorf)
  • Rogóż (Roggenhausen) mit
    • Lipowo (Lippona)
  • Sarnowo (Scharnau)
  • Siemianowo (Schiemienau)
  • Sławka Mała (Klein Schläfken)
  • Sławka Wielka (Groß Schläfken)
  • Szkotowo (Skottau) mit
    • Kownatki (Kownatken)
  • Szkudaj (Skudayen)
  • Szymany (Schiemanen)
  • Turowo (Thurau)
  • Turówko (Thurowken)
  • Ważyny (Waschinnen, Wasienen)
  • Wierzbowo (Wiersbau) mit
    • Gołębiewo (Taubendorf)
    • Borowiec (Neu Borowen)
    • Miłkowiec
  • Wola (Wolla)
  • Zabłocie Kozłowskie (Sablotschen)
  • Zaborowo (Saberau)
  • Zakrzewko (Klein Sakrau) mit
    • Kadyki (Kadicki)
  • Zalesie (Salleschen)

Sohn der GemeindeBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Erich Kuß: Klein Koslaus im Amt Soldau. Was Bischof Johannes Wigand um 1580 von diesem Kirchspiel berichtet. In: Altpreußische Geschlechterkunde, Band 31 (2001), S. 343–352.
  • Erich Kuß: Gut, Dorf und Kirchspiel Klein Koslau. In: Neidenburger Heimatbrief, Heft 116 (2001) S. 42–53, Korrektur in Heft 117 (2001), S. 71.
  • Armin Heckmann und Erich Kuß: Der Name Kuß in den Kirchenbüchern Klein Koslaus.In: Altpreußische Geschlechterkunde, Band 36 (2006), S. 343–352.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. GUS 2011: Ludność w miejscowościach statystycznych według ekonomicznych grup wieku (polnisch), 31. März 2011, abgerufen am 19. Februar 2018.
  2. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2019. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF-Dateien; 0,99 MiB), abgerufen am 24. Dezember 2019.
  3. a b c Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. neidenburg.html#ew33ndnbroggenh. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  4. a b c Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preußen. Teil I: Topographie von Ost-Preußen, Königsberg/Leipzig 1785, S. 87.
  5. Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Königsberg, Nr. 21, Königsberg i. Pr., 21. Mai 1874, S. 162, Ziffer 18.
  6. Herbert Marzian, Csaba Kenez: Selbstbestimmung für Ostdeutschland. Eine Dokumentation zum 50. Jahrestag der ost- und westpreußischen Volksabstimmung am 11. Juli 1920. Herausgeber: Göttinger Arbeitskreis, 1970, S. 89, 90.
  7. Daniel Heinrich Arnoldt: Kurzgefaßte Nachrichten von allen seit der Reformation an den lutherischen Kirchen in Ostpreußen gestandnen Predigern. Königsberg 1777, S. 476–477.
  8. Alexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preussischen Staats. Band 2: G–Ko, Halle 1821, S. 390, Ziffer 4346–4347.
  9. Kraatz: Topographisch-Statistisches Handbuch des Preußischen Staats. Berlin 1856, S. 261.
  10. Adolf Schlott: Topographisch-statistische Uebersicht des Regierungsbezirks Königsberg. Hartung, Königsberg 1861, S. 176, Ziffer 62.