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Kourou

Gemeinde in Französisch-Guayana mit internationalem ESA-Raumhafen

Kourou ist eine Stadt mit 26.221 Einwohnern (Stand 1. Januar 2015) im französischen Übersee-Département Französisch-Guayana, etwa 60 km nordwestlich der Hauptstadt Cayenne an der Küste des Atlantik, im Norden Südamerikas, gelegen.

Kourou
Wappen von Kourou Lage der Gemeinde Kourou im Département Französisch-Guayana
Region Französisch-Guayana
Département Französisch-Guayana
Arrondissement Cayenne
Gemeindeverband Savanes
Koordinaten 5° 9′ N, 52° 39′ WKoordinaten: 5° 9′ N, 52° 39′ W
Höhe 0–342 m
Fläche 2.160,00 km2
Einwohner 26.221 (1. Januar 2015)
Bevölkerungsdichte 12 Einw./km2
Postleitzahl 97310
INSEE-Code
Website http://www.kourou.info/

Kirche in Kourou

TourismusBearbeiten

Kourou ist ein Zentrum des lokalen Tourismus und ist vor allem durch den außerhalb der Stadt liegenden Weltraumbahnhof Centre Spatial Guyanais der ESA bekannt geworden.

VerkehrBearbeiten

In Kourou existieren keine öffentlichen Verkehrsmittel. Fahrten in andere Städte sind nur mit privaten Fahrzeugen oder Sammeltaxis möglich.

Zu NachbarinselnBearbeiten

Für Ausflüge auf die nahegelegene Inselgruppe Îles du Salut stehen einige wenige private Boote im Hafen von Kourou zur Verfügung, die die Inseln, je nach Wetter, täglich anfahren.

WeltraumbahnhofBearbeiten

Der Raketenstartplatz Kourou entstand 1965. Er sollte den Raketenstartplatz Hammaguir (in Algerien, auf etwa 31° Nord) ersetzen, welcher aus politischen Gründen aufzugeben war. Von Kourou aus starteten ab Ende der 1960er Jahre französische Höhenforschungsraketen und der Satellitenträger Diamant. Auch fand hier ein misslungener Startversuch der Europa-2-Rakete statt. Am 24. Dezember 1979 startete die erste Ariane. Bis Mitte Februar 2003 starteten Ariane-4- und -5-Raketen, seither nur noch Ariane-5-Raketen von Kourou aus ins All. Seit 2011 startet die Betreibergesellschaft Arianespace auch russische Raketen vom Typ Sojus und die kleinere europäische Rakete Vega von Kourou aus.[1] Am 21. Oktober 2011 wurden hier die ersten beiden Galileo-Satelliten ins All geschickt. Kourou wurde vor allem wegen seiner Lage nahe am Äquator (rund 5° Nord) gewählt, da hier die höchste Umfangsgeschwindigkeit der Erde das Erreichen eines Orbits begünstigt.

GeschichteBearbeiten

 
Alter Signalturm in Kourou (Dreyfusturm), wurde zur Kommunikation mit den Teufelsinseln verwendet
 
Blick auf den Strand an der Avenue des Roches, am gleichnamigen Hotel

In der Nähe von Kourou liegt die Teufelsinsel, die in früheren Zeiten durch die dortige französische Gefangenenkolonie und vor allem auch durch den Roman „Papillon“ bekannt wurde. Außerdem verbüßten dort Alfred Dreyfus und der letzte deutsche Kriegsgefangene des Ersten Weltkrieges, Alfons Paoli Schwartz, ihre Haft.

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Ralf Butscher: Großer Bahnhof am Äquator. In: Bild der Wissenschaft. 1/2005, S. 88–93, ISSN 0006-2375

WeblinksBearbeiten

  Commons: Kourou – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Galileo IOV Launch. esa.int, 22. Oktober 2011, abgerufen am 24. Oktober 2011 (englisch).