Hauptmenü öffnen

Kosovare Asllani

schwedische Fußballspielerin

Kosovare Asllani (* 29. Juli 1989 in Kristianstad) ist eine schwedische Fußballspielerin kosovo-albanischer Abstammung. Die Mittelfeldspielerin debütierte 2008 in der schwedischen Nationalmannschaft.

Kosovare Asllani
Kosovare asllani june 2013.jpg
Asllani vor dem Spiel gegen Brasilien am 19. Juni 2013
Personalia
Geburtstag 29. Juli 1989
Geburtsort KristianstadSchweden
Position Mittelfeldspielerin
Juniorinnen
Jahre Station
Vimmerby IF
Frauen
Jahre Station Spiele (Tore)1
2007–2011 Linköpings FC 69 (28)[1]
2012 Kristianstads DFF 15 0(7)
2012–2015 Paris Saint-Germain 59 (39)
2016–2017 Manchester City LFC 15 0(2)
2017–2019 Linköpings FC 33 0(10)
2019– CD Tacón 00(0)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)2
2007 Schweden U18 5 0(2)
2008 Schweden U19 9 0(3)
2008 Schweden U23 1 0(2)
2008– Schweden 134 (35)
1 Angegeben sind nur Ligaspiele.
Stand: 19. Juli 2019

2 Stand: 6. Juli 2019

WerdegangBearbeiten

 
Asllani im Trikot von PSG

Asllani begann mit dem Fußballspielen bei Vimmerby IF. Als Jugendliche empfahl sie sich für die Jugendauswahlmannschaften des Svenska Fotbollförbundet. Dadurch rückte sie auch in die Notizbücher höherklassiger Klubs und wurde 2007 vom in der erstklassigen Damallsvenskan antretenden Verein Linköpings FC verpflichtet. Parallel zu ihrem Debüt in der ersten Liga hielt sie sich in den Juniorennationalmannschaften und nahm mit der U-19-Auswahl an der Europameisterschaft 2008 teil, bei der sie mit der Mannschaft im Halbfinale am späteren Europameister Italien scheiterte.

Als Stammspielerin in der Erstligaspielzeit 2008 empfahl sich Asllani mit 21 Ligaeinsätzen, in denen sie neun Tore erzielte, für die schwedische Nationalmannschaft. Am 27. September des Jahres debütierte sie beim 2:0-Erfolg über die rumänische Nationalmannschaft durch Tore von Therese Sjögran und Nilla Fischer in der Auswahlmannschaft.[2] In der Folge hielt sie sich in der Landesauswahl und wurde von Nationaltrainer Thomas Dennerby im Kader für die Europameisterschaft 2009 in Finnland berücksichtigt, bei der sie in vier Spielen ein Tor erzielen konnte.[3] Für die WM in Deutschland 2011 wurde sie nicht berücksichtigt, stand aber im schwedischen Kader für die Olympischen Spiele 2012, wo sie in allen vier Spielen zum Einsatz kam.[4] Im September 2012 wechselte Asllani zum französischen Erstdivisionär Paris Saint-Germain.[5]

2013 gehörte sie zum schwedischen Kader bei der EM-Endrunde und kam in allen fünf Spielen zum Einsatz, schied aber im Halbfinale gegen Titelverteidiger Deutschland aus. Im Viertelfinale gegen Island hatte sie beim 4:0 ihr zweites EM-Endrundentor erzielt. Im Mai 2015 wurde sie für die WM 2015 nominiert.[6] 2015 stieß sie mit Paris Saint-Germain in das Europapokalendspiel vor, unterlag dort aber dem 1. FFC Frankfurt. Vor dem Spiel im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark äußerte sie sich kritisch über den Austragungsort des Finales.[7] In der Winterpause 2015/16 löste sie ihren Vertrag mit dem Hauptstadtklub, bei dem sie zuletzt kaum noch zur Startformation zählte, vorzeitig auf.[8] Am 22. Januar 2016 verpflichtete sie sich bis zum 30. Juni 2017 beim Manchester City Ladies FC in der FA Women’s Super League.[9]

Bei der WM stand sie im ersten Gruppenspiel gegen Nigeria in der Startelf, wurde dann gegen die USA nicht berücksichtigt und gegen Australien erst 15 Minuten vor dem Spielende eingewechselt. Im Achtelfinale gegen Deutschland wurde sie erst in der 67. Minute beim Stand von 0:2 eingewechselt, konnte ihrer Mannschaft aber keine neuen Impulse verleihen und verlor dann mit 1:4, wodurch die WM für Schweden vorzeitig beendet war. Da es vier europäische Mannschaften gab, die im Achtelfinale ausgeschieden waren, wurde zur Ermittlung des dritten europäischen Olympia-Teilnehmers ein Qualifikationsturnier angesetzt. Asllani wurde für das Turnier aber nicht berücksichtigt, bei dem sich Schweden für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro qualifizierte.[10] Dort wurde sie in allen Spielen eingesetzt. Im Elfmeterschießen des Viertelfinales gehörte sie zu den erfolgreichen schwedischen Schützinnen, im Elfmeterschießen des Halbfinales gegen den Gastgeber Brasilien verschoss sie aber als einzige Schwedin. Da aber auch zwei Brasilianerinnen verschossen, zogen die Schwedinnen erstmals ins Finale der Olympischen Spiele. Das wurde dann aber gegen Deutschland mit 1:2 verloren.

In der Qualifikation für die EM 2017 wurde sie nur in den letzten vier Spielen eingesetzt, spielte da aber über die volle Distanz und erzielte drei Tore. Schweden qualifizierte sich als Gruppensieger im vorletzten Spiel. Bei der EM wurde sie in den vier Spielen eingesetzt, schied aber im Viertelfinale gegen den Gastgeber und späteren Sieger Niederlande aus. Einen Monat vor der EM hatte sie am 8. Juni 2017 bei der 0:1-Niederlage in Göteborg gegen die USA ihr 100. Länderspiel gemacht.

In der Qualifikation für die WM 2019 wurde sie in allen sieben ausgetragenen Spielen eingesetzt und erzielte vier Tore, die meisten der schwedischen Spielerinnen. Am 16. Mai wurde sie auch für die WM nominiert.[11] Bei der WM wurde sie ebenfalls in allen sieben Spielen eingesetzt, wobei sie drei Tore erzielte. Als Gruppenzweite erreichten sie die K.-o.-Runde, wo sie im Achtelfinale mit 1:0 gegen Kanada gewannen. Im Viertelfinale gewannen die Schwedinnen nach 24 Jahren wieder ein Pflichtspiel gegen die deutsche Mannschaft und qualifizierten sich damit für die Olympischen Spiele 2020. Im Halbfinale unterlagen sie Europameister Niederlande nach Verlängerung, konnten dann aber das Spiel um Platz 3 gegen England gewinnen.

Kurz nach dem Sieg im Spiel um Platz 3 löste Asllani am 15. Juli 2019 ihren Vertrag in Linköping auf[12] und unterschrieb drei Tage später am 18. Juli 2019 beim CD Tacón[13] mit anschließenden Vertrag ab der Saison 2020 bei Real Madrid, die 2020/2021 die Lizenz von Tacon übernehmen.[14] Sie ist damit die erste Spielerin, die bei der künftigen Frauenfußball-Abteilung von Madrid einen Vertrag unterschrieb.

ErfolgeBearbeiten

  • 2010: Schwedische Super-Cup-Siegerin mit Linköpings FC (ohne Einsatz im Finale)
  • 2009 und 2017: Schwedische Meisterin mit Linköpings FC
  • 2016: Englische Meisterin mit Manchester City LFC
  • 2016: Englische Ligapokalsiegerin mit Manchester City LFC
  • 2016/17: Englische Pokalsiegerin mit Manchester City LFC (ohne Einsatz im Finale)
  • 2016: Silbermedaille bei den Olympischen Spielen
  • 2018: Algarve-Cup-Sieg (zusammen mit den Niederlanden[15])
  • 2019: Dritte der Weltmeisterschaft

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Saison 2008–2011
  2. svenskfotboll.se: „Dam: Bekväm 2-0-seger mot Rumänien“ (Memento des Originals vom 5. April 2010 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/svenskfotboll.se (abgerufen am 25. August 2009)
  3. svenskfotboll.se: „Dam: EM-truppen uttagen“ (abgerufen am 25. August 2009)
  4. FIFA.com: Olympisches Fussballturnier der Frauen London 2012 Kader Schweden
  5. siehe die Meldung über den Wechsel vom 21. September 2012 bei footofeminin.fr
  6. svenskfotboll.se: „Sundhages VM-trupp spikad“
  7. welt.de: „Ärger um Berliner Champions-League-Bruchbude“
  8. siehe die Meldung „Nach Lindsay Horan sieht PSG auch Kosovare Asllani gehen“ vom 5. Januar 2016 bei footofeminin.fr
  9. MCWFC sign Kosovare Asllani
  10. uefa.com: Sweden join France and Germany at Olympics
  11. svenskfotboll.se: Gerhardssons VM-trupp presenterad
  12. https://twitter.com/LinkopingsFC/status/1150692954161459202
  13. ¡@KosovareAsllani es nueva jugadora del @CD_TACON! #BienvenidaAsllani #GoTACON
  14. Real Madrid: Kosovare Asslani unterschreibt historischen Deal - Sport1
  15. Das Finale konnte aufgrund der wetterbedingten Platzverhältnisse nicht ausgetragen werden, worauf beide Mannschaften zu Turniersiegern erklärt wurden.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Kosovare Asllani – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien