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Die H. Kori GmbH war ein in Berlin ansässiges, auf den Luftheizungsbau spezialisiertes Unternehmen, das von 1887 bis 2012 bestand.

Inhaltsverzeichnis

FirmengeschichteBearbeiten

GründungBearbeiten

 
Mobiler Krematoriumsofen von Kori im KZ Vught
 
Ortsfest installierte mobile Krematoriumsöfen von Kori im KZ Mittelbau-Dora
 
Ortsfester Krematoriumsofen von Kori im KZ Mauthausen

Gegründet wurde das Unternehmen 1887 in Berlin von dem Ingenieur Heinrich Kori (* 21. Februar 1860;[1] † 26. Juni 1938[2]) in der Dennewitzstraße 35. Bekanntheit erlangte er für seine Kori'schen Abfall-Verbrennungsöfen und Kalorifere für Luftheizungen, die besonders bei Kirchenbauten Verwendung fanden.

Geschäftszweige und ProdukteBearbeiten

Die H. Kori GmbH war zunächst auf Verbrennungsöfen zur Beseitigung von Tierkadavern spezialisiert. Nach und nach dehnten sich die Aktivitäten des Unternehmens auf den Bau von Einrichtungen zur Verbrennung von Abfällen aller Art und Krematorien aus.

Beteiligung am HolocaustBearbeiten

Während des Holocaust lieferte das Unternehmen, ebenso wie die Firma J. A. Topf & Söhne in Erfurt, Kremierungsöfen für den Vernichtungsvorgang der KZ-Opfer in den Gaskammergebäuden der Konzentrations- und Vernichtungslager. Die Firma Kori stellte zunächst überwiegend transportable Krematoriumsöfen her, die später auch eingemauert (bzw. ortsfest installiert) wurden, doch wurden von Kori in den Lagern auch ortsfest konstruierte Krematoriumsöfen errichtet. Während die Firma Topf & Söhne bei ihren Öfen die Anzahl der Leichenverbrennungskammern steigerte, produzierte Kori durchweg Einzelmuffelöfen. Auf die Firma Kori wird am Erinnerungsort Topf & Söhne hingewiesen.

Kori installierte unter anderem Krematoriumsöfen in den Konzentrationslagern Stutthof, Neuengamme, Ravensbrück, Vught, Bergen-Belsen, Sachsenhausen, Mittelbau-Dora, Majdanek, Groß-Rosen, Flossenbürg, Hersbruck, Blechhammer, Trzebinia, Natzweiler-Struthof, Dachau, Mauthausen, Melk und Ebensee. Krematoriumsöfen von Kori befanden sich ferner in den Tötungsanstalten Pirna-Sonnenstein und Hartheim.

Nach dem Zweiten WeltkriegBearbeiten

Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte Kori seine Unternehmenstätigkeit fort.

Um 1975 zählten zu den Geschäftsfeldern Kirchen- und Großraumheizungen, Zentralheizungs- und Lüftungsanlagen, Verbrennungsöfen für Abfälle aller Art, Müllschluckanlagen und Feuerungsanlagen. Da das Betriebsgelände saniert werden sollte, zog das Unternehmen 1976 nach Berlin-Neukölln, Rudower Straße 122, wo es noch bis ca. 2003 produzierte.[3]

Nach Einstellung der Produktion bestand Kori als Unternehmen noch neun Jahre weiter. Die vermögenslose Gesellschaft wurde im Jahre 2012 durch das Amtsgericht Charlottenburg (Berlin) aufgelöst und aus dem Handelsregister gestrichen.[4]

LiteraturBearbeiten

  • Die Korischen eisernen Oefen: Ihre Bauart, Ausführungsformen und Verwendung für die verschiedenen Zwecke der Einzelheizungen, Lüftungs- und Trockenanlagen; 1907
  • Bertrand Perz, Christian Dürr, Ralf Lechner, Robert Vorberg: Die Krematorien von Mauthausen. Katalog zur Ausstellung in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen. Bundesministerium für Inneres. Wien 2008, ISBN 978-3-9502183-8-1.
  • Bertrand Perz, Christian Dürr, Ralf Lechner (Hg.): Verwaltete Gewalt. Der Tätigkeitsbereich des Verwaltungsführers im Konzentrationslager Mauthausen 1941 bis 1944. In: Mauthausen-Studien, Ausgabe 8. Bundesministerium für Inneres. Wien 2013. ISBN 3950282424.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Zentralblatt der Bauverwaltung, Band 55 (1935), S. 146
  2. Gesundheits-Ingenieur, Band 61 (1938)
  3. Firmengeschichte bei gleisdreieck-blog.de
  4. Handelsregister-anfordern H. Kori GmbH@1@2Vorlage:Toter Link/www.handelsregister-anfordern.com (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.