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Der Begriff Korea-Boom bezeichnet den Aufschwung der Wirtschaft, insbesondere in der Bundesrepublik Deutschland, als Folge des Koreakrieges zu Beginn der 1950er Jahre. Die Zeit des Korea-Booms bildet das Ende der schwierigen Wiederaufbauphase der westdeutschen Wirtschaft nach 1945. Es setzte ein bislang vorbildloser weltweiter Nachkriegsboom ein, der in eine bis zu Beginn der 1970er Jahre anhaltende Phase der Hochkonjunktur mündete. Der Korea-Boom war ein zentraler Teilaspekt des deutschen Wirtschaftswunders.

Inhaltsverzeichnis

VoraussetzungenBearbeiten

Vorangegangen war in Westdeutschland eine zeitweilige Krise der Wirtschaft nach der Währungsreform von 1948. Die Industrieproduktion stockte, und die Zahl der Arbeitslosen stieg von unter einer Million auf 2 Millionen, das waren 12 %, zu Beginn des Jahres 1950 an. Darauf reagierte die Bundesregierung unter anderem mit einem Konjunkturprogramm im Umfang von 5,4 Millionen DM. Noch bevor dieses allerdings in Kraft trat, veränderte der Krieg in Korea die wirtschaftliche Situation grundlegend. Im Ausland stieg die Nachfrage nach deutschen Produkten aber auch Rohstoffen stark an. Gefragt waren insbesondere rüstungsrelevante Produkte. Im Inland kam es zu einem Nachfrageschub nach Konsumgütern.[1]

WirtschaftsexpansionBearbeiten

War der bisherige Wiederaufschwung der westdeutschen Wirtschaft vor allem über den Binnenmarkt erfolgt, wurde das Wachstum erstmals nach 1945 durch die Außenwirtschaft bestimmt. Ein Vorteil dabei war, dass Deutschland beim Ausbruch des Krieges über brachliegende Produktionskapazitäten verfügte. Dies brachte der deutschen Wirtschaft entscheidende Vorteile gegenüber den Mitbewerbern auf dem Markt ein. Innerhalb des Jahres 1950 stiegen die Produktionszahlen stark an. Sie lagen bis zu einem Drittel über denen von 1949. Lag die Industrieproduktion im ersten Quartal 1950 nur bei 96 % des Standes von 1939, lag sie im vierten Quartal 1954 bei 174 %.

Die Produktionsbeschränkungen für Eisen- und Stahlprodukte, die nach dem Krieg von den Alliierten verhängt worden waren, wurden aufgehoben, nachdem sich die Wirtschaft daran schon nicht mehr gehalten hatte. Der Export stieg zwischen 1950 und 1952 sogar um 200 %. Die Wachstumsraten lagen in den 1950er Jahren in der Investitionsgüterindustrie bei durchschnittlich 12 % und in der Konsumgüterindustrie bei 9 % im Jahr.

Die Zahl der Beschäftigten stieg ebenfalls deutlich an. Allerdings machte sich dies zunächst noch nicht deutlich an der Abnahme der Arbeitslosenzahlen bemerkbar. Der Grund waren neben regional unterschiedlichen Wirtschaftsstrukturen die hohe Zahl von Flüchtlingen aus der DDR und Osteuropa. Mittelfristig sanken die Arbeitslosenzahlen von 12,2 % im ersten Quartal 1950 auf 8,4 % im ersten Quartal 1953.

ProblemeBearbeiten

Allerdings war der Boom auch mit problematischen Folgen verbunden. Der Erwerb nötiger Rohstoffe führte zumindest vorübergehend zu einem beträchtlichen Handelsbilanzdefizit. Bald auch waren die Produktionskapazitäten ausgeschöpft. Dies gilt etwa für die Eisen- und Stahlproduktion seit Ende 1950. Der Hauptgrund war der Mangel an Kohle. Dies führte zeitweise zur Rationierung der Stromversorgung und die öffentliche Bewirtschaftung der Kohle wurde wieder eingeführt.

Der Ausbau der Fördermenge im Ruhrgebiet stieß in dieser Zeit an ihre Grenzen, weil es unter Tage kaum Rationalisierungen gab und der Neubau von Wohnungen nicht ausreichte.

FolgenBearbeiten

Letztlich aber hat der Koreaboom maßgeblich dazu beigetragen die wirtschaftlichen Probleme, die im Zuge des Rekonstruktionsprozesses der Wirtschaft nach 1945 aufgetreten waren, zu überwinden. In der Mitte des Jahres 1952 wies die westdeutsche Wirtschaft ein selbst tragendes Wachstum auf.

Dies hatte erhebliche Folgen auch für die Beschäftigten und die Gesellschaft insgesamt. Bis 1965 hat sich das Realeinkommen von Arbeitern durchschnittlich mehr als verdoppelt. Die Arbeitslosigkeit wich bereits in den 1950er Jahren einer weitgehenden Vollbeschäftigung.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. vergl. Ludger Lindlar: „Das mißverstandene Wirtschaftswunder“ Tübingen, 1997. S. 244 teildigitalisiert

LiteraturBearbeiten