Korallenottern

Gattung der Familie Giftnattern (Elapidae)

Die Gattung der Korallenottern (Micrurus) enthält etwa 79 Arten. Das Verbreitungsgebiet umfasst Nord-, Mittel- und Südamerika. Alle Arten besitzen ein hochwirksames Neurotoxin mit postsynaptischer Wirkung, außerdem ist bei den meisten Arten ein Myotoxin nachweisbar, das das Muskelgewebe angreift[1]. Ein Biss kann innerhalb von 24 Stunden tödlich verlaufen, jedoch kommt es selten zu Bissunfällen. In Südamerika sind nur 0,7 % aller Bissunfälle auf Micrurus-Arten zurückzuführen. In Nordamerika sind es dagegen 2 %. Korallenottern sind nicht sehr aggressiv. Sie beißen nur zu, wenn man sie sehr stark reizt. Es sind mittlerweile mehrere hochwirksame Antivenine verfügbar, sodass seitdem kaum mehr Todesfälle bekannt geworden sind.

Korallenottern

Texas-Korallenotter (Micrurus tener)

Systematik
ohne Rang: Toxicofera
Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
Überfamilie: Elapoidea
Familie: Giftnattern (Elapidae)
Unterfamilie: Echte Giftnattern (Elapinae)
Gattung: Korallenottern
Wissenschaftlicher Name
Micrurus
Wagler, 1824

Unterscheidung von ähnlichen, ungiftigen ArtenBearbeiten

Die Scharlachnatter (Cemophora coccinea) ist eine ungiftige Natter aus dem Südosten der USA. Da sich die Flecken ihrer Zeichnung teilweise bis zum Unterkörper ziehen und dadurch Streifen bilden, kann sie leicht mit der giftigen Korallenotter oder aber der ebenfalls ungiftigen Dreiecksnatter (Lampropeltis triangulum) oder der roten Königsnatter (Lampropeltis elapsoides) verwechselt werden (Mimikry).

Man merke sich folgende Eselsbrücke: Red on yellow, poison fellow; red on black, safe from attack; oder auch: red on yellow will kill a fellow, but red on black is a friend of Jack; oder auch: red on yellow will kill a fellow; red on black, venom lack.

Eine passende deutsche Eselsbrücke lautet: Blut an Dotter, Killer-Otter. Blut an Kohle, dir zum Wohle.

Zu beachten ist allerdings, dass diese Eselsbrücken nur bei den in den USA vorkommenden Schlangen anwendbar sind. In Mittel- und Südamerika gibt es mehrere Korallenotterarten, bei denen auch rot und schwarze Streifen aufeinanderfolgen und die daher fälschlicherweise als harmlose Nattern identifiziert werden könnten.

 
Die ungiftige Scharlachnatter (Cemophora coccinea), ein Beispiel für Mimikry
 
Die ungiftige Rote Königsnatter (Lampropeltis elapsoides), ein zweites Mimikrybeispiel
 
Die Dreiecksnatter oder Milchschlange (Lampropeltis triangulum)

SystematikBearbeiten

 
Historische Darstellung einer Korallenotter

WeblinksBearbeiten

Commons: Korallenottern (Micrurus) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Mark O'Shea: Giftschlangen. Alle Arten der Welt in ihren Lebensräumen. Franckh-Kosmos Verlag, 2006, ISBN 3-440-10619-5.