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Konventionstaler Franz I. von Österreich 1822, Münzstätte Wien und Friedrich August von Sachsen 1813, Münzstätte Dresden

Der Konventionsfuß, war ein Münzfuß, der durch Konvention, d. h. Staatsvertrag, festgestellt wurde. Als Konventionsfuß wird insbesondere der Münzfuß bezeichnet, auf den sich in der Mitte des 18. Jahrhunderts Österreich mit mehreren deutschen Staaten einigte. Der Konventionsfuß bestimmt, dass 20 Gulden oder 10 Speziestaler (also 1 Taler = 2 österreichische Gulden) aus der Kölnischen Mark feinen Silbers geprägt werden. Da die Kölnische Mark ca. 233 g (mit regionalen Varianten) wog, hatte ein Gulden demnach ein Feingewicht von 11,69 g Silber.

Das nach diesem Münzfuß geprägte Geld nannte man Konventionstaler oder Konventionsmünze. An dieser Bezeichnung wurde festgehalten, nachdem die Konventionsstaaten, außer Österreich, zu einem andern Münzfuß übergegangen waren.

GeschichteBearbeiten

Einen 20-Gulden-Fuß hatte Österreich 1748 in seinen Ländern eingeführt hatte. Vorher galt hier 1 Reichstaler gleich 1½ Reichsgulden. Um das Währungsgebiet zu vergrößern und zu sichern, schloss Österreich mit Bayern 1753 einen Vertrag ab, der auch in Bayern den 20-Gulden-Fuß einführte. Bayern trat vor Ablauf eines Jahres von dem Vertrag zurück und ging zum 24-Gulden-Fuß über. Sachsen und viele andere deutsche Reichskreise und Stände führten jedoch den Konventionsfuß ein.

Die letzte süddeutsche Konventionsmünze wurde 1838 geprägt. In Österreich erlosch der Konventionsfuß im Jahre 1857 (Wiener Münzvertrag, Einführung des Vereinstalers zu 1½ Gulden).