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Konstantinovy Lázně

Gemeinde in Tschechien

Konstantinovy Lázně ([ˈkɔnstantɪnɔvi ˈlaːzɲɛ]) (deutsch Konstantinsbad) ist eine Gemeinde mit 919 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2019) im Plzeňský kraj in Tschechien.

Konstantinovy Lázně
Wappen von Konstantinovy Lázně
Konstantinovy Lázně (Tschechien)
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Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Plzeňský kraj
Bezirk: Tachov
Fläche: 2382,1736[1] ha
Geographische Lage: 49° 53′ N, 12° 59′ OKoordinaten: 49° 52′ 50″ N, 12° 58′ 35″ O
Höhe: 520 m n.m.
Einwohner: 919 (1. Jan. 2019)[2]
Postleitzahl: 349 52
Kfz-Kennzeichen: P
Verkehr
Bahnanschluss: Pňovany–Bezdružice
Struktur
Status: Gemeinde
Ortsteile: 8
Verwaltung
Bürgermeister: Karel Týzl (Stand: 2018)
Adresse: Lázeňská 27
349 52 Konstantinovy Lázně
Gemeindenummer: 560952
Website: www.konst-lazne.cz

Inhaltsverzeichnis

Geographische LageBearbeiten

Das Heilbad liegt in Westböhmen, 40 km westlich von Pilsen, in einer waldreichen Landschaft. Nördlich befindet sich die Kleinstadt Bezdružice (Weseritz), südwestlich die Kleinstadt Stříbro (Mies).

GeschichteBearbeiten

 
Heilwasser-Brunnen
 
Kurpark
 
Kapelle

Bereits seit dem 16. Jahrhundert waren die schwefelhaltigen Stinkerquellen bei Neudorf südlich von Weseritz bekannt. Im Jahre 1803 wurde an der Stelle des heutigen Alten Bades das erste Badehaus mit 22 Zimmern eingerichtet. Der Besitzer der Herrschaft Weseritz, Erbprinz Konstantin zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg, erwarb das Bad im Jahre 1836 und baute die Kuranlagen großzügig aus. Der entstandene Ort Bad Neudorf erhielt 1900 ihm zu Ehren den Namen Konstantinsbad.

1872 hatte das Fürstenhaus Löwenstein das Bad an die Pilsener Betreibergesellschaft von Pankraz verkauft, die ab 1874 zwei Kilometer entfernt das Neue Bad mit einer Kapelle und mehreren Pavillons errichtete. Mit dem Bau der Lokalbahn Neuhof–Weseritz erhielt Konstantinsbad 1901 einen Eisenbahnanschluss. Am Anfang des 20. Jahrhunderts gab es in Konstantinsbad Quellen für eisenhaltiges Mineralwasser, Moorbäder und ein Kurhaus.[3]

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Region 1919 der neu geschaffenen Tschechoslowakei zugeschlagen. Aufgrund des Münchner Abkommens kam der Ort 1938 zum Deutschen Reich und gehörte bis 1945 zum Landkreis Tepl, Regierungsbezirk Eger, im Reichsgau Sudetenland. Bis zur Vertreibung 1945/1946 nach Ende des Zweiten Weltkriegs war der Ort deutsch besiedelt.

Konstantinovy Lázně ist heute der einzige Kurort im Plzeňský kraj.

2,5 km südlich des Ortsteils Dlouhé Hradiště erhebt sich über dem Tal der Hadovka die Ruine der Burg Gutštejn (Guttenstein). Nordöstlich von Konstantinovy Lázně befinden sich auf einem Sporn über dem Tal des Úterský potok die Reste der Falstein, unterhalb der Burg liegt der Burgfelsen.

DemographieBearbeiten

Bevölkerungsentwicklung bis 1945
Jahr Einwohner Anmerkungen
1785 0 k. A. 24 Häuser[4]
1837 193 in 27 Häusern[5]
1900 364 deutsche Einwohner[3]
1945 755 deutsche Einwohner in 112 Häusern[6]
Einwohnerzahlen seit Ende des Zweiten Weltkriegs
Jahr 2006 2013 20171
Einwohner 937 937 909
1 am 1. Januar

GemeindegliederungBearbeiten

Die Gemeinde Konstantinovy Lázně besteht aus den Ortsteilen Břetislav (Setzlaw, auch Setzlav), Dlouhé Hradiště (Langenradisch), Konstantinovy Lázně, Nová Ves (Neudorf b. Weseritz, auch Neudorf II), Okrouhlé Hradiště (Scheibenradisch), Poloučany (Polutschen), Potín (Pottin) und Šipín (Schippin)[7]. Zu Konstantinovy Lázně gehört außerdem der Weiler Daňkov (Guttenstein).

Das Gemeindegebiet gliedert sich in die Katastralbezirke Břetislav, Dlouhé Hradiště, Konstantinovy Lázně, Nová Ves u Bezdružic, Okrouhlé Hradiště, Poloučany und Potín.[1]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

MuseenBearbeiten

  • Muzeum hasičské techniky (Museum für Feuerwehrtechnik)

BauwerkeBearbeiten

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

  • Im August findet jedes Jahr das Country folk Festival Lázeňská struna statt.

VerkehrsanbindungBearbeiten

Konstantinovy Lázně erhielt 1901 einen Bahnhof an der neu eröffneten Lokalbahn Neuhof–Weseritz. Da die Station weit außerhalb des Ortes auf der Flur von Kokašice lag, wurde 1906 noch eine Haltestelle eingerichtet, die näher zu den Kuranlagen liegt. Der ursprüngliche Bahnhof trägt heute den Namen Kokašice.

LiteraturBearbeiten

  • Richard Jaromir Dlauhy: Der Curort Bad Neudorf (Constantinsbad) bei Mies in Böhmen und seine Umgebung. Braumüller, Wien 1876 (E-Kopie).

WeblinksBearbeiten

  Commons: Konstantinovy Lázně – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Obec Konstantinovy Lázně: podrobné informace Územně identifikační registr ČR, abgerufen am 28. Juni 2018.
  2. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2019 (PDF; 0,8 MiB)
  3. a b Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 14, Leipzig und Wien 1908, S. 542, Eintrag Neudorf 6).
  4. Jaroslaus Schaller: Topographie des Königreichs Böhmen. Band 9: Pilsner Kreis, Prag und Wien 1788, S. 140, Ziffer 3) Neudorf.
  5. Johann Gottfried Sommer: Das Königreich Böhmen. Band 6: Pilsner Kreis. Prag 1838, S. 284, Ziffer 11).
  6. Gerichtsbezirk Weseritz – Gemeinden G-L – Konstantinsbad abgerufen am 28. Juni 2018.
  7. Části obcí - Obec Konstantinovy Lázně Územně identifikační registr ČR, abgerufen am 28. Juni 2018.