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Konrad-Adenauer-Brücke (Ludwigshafen am Rhein–Mannheim)

Rheinquerungen zwischen Mannheim und Ludwigshafen am Rhein

Koordinaten: 49° 28′ 52″ N, 8° 27′ 23″ O

Die Konrad-Adenauer-Brücke verbindet die Städte Mannheim und Ludwigshafen über den Rhein bei Rheinkilometer 424,460. Sie ist die ältere der zwei Brückenverbindungen zwischen den beiden Stadtgebieten. Etwa 1200 m weiter nördlich davon befindet sich die Kurt-Schumacher-Brücke. Auf der Rheinmitte grenzen die Bundesländer Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz aneinander.

B37 Konrad-Adenauer-Brücke
Konrad-Adenauer-Brücke
Konrad-Adenauer-Brücke
Nutzung Bundesstraße, Straßenbahn, Eisenbahn
Überführt Bundesstraße 37
Querung von Rhein
Ort Mannheim, Ludwigshafen am Rhein
Konstruktion Deckbrücke
Stahlfachwerkbrücke
Bogenbrücke
Gesamtlänge 273,9 Meter
Lage
Konrad-Adenauer-Brücke (Ludwigshafen am Rhein–Mannheim) (Baden-Württemberg)
Konrad-Adenauer-Brücke (Ludwigshafen am Rhein–Mannheim)

Inhaltsverzeichnis

BeschreibungBearbeiten

Die heutigen Brücken befinden sich etwa an der Stelle der ältesten Brückenverbindungen von Mannheim über den Rhein. Es sind drei unterschiedliche, nebeneinander liegende Bauwerke. Die nördliche Brücke ist eine Straßenbrücke und hat einen Straßenbahn-Gleiskörper mit zwei Gleisen in der Mitte. Rechts und links davon verlaufen die Fahrbahnen mit zwei Fahrstreifen je Fahrtrichtung. Außen schließen sich jeweils Rad- und Fußwege an. Die mittlere Brücke dient als Stahlfachwerkbrücke dem Eisenbahnverkehr. Seit 1999 komplettiert eine Bogenbrücke für den S-Bahn-Verkehr das Gesamtbauwerk auf der Südseite.

Straßenauffahrten auf Mannheimer Seite münden vom westlichen Innenstadtring (Parkring) und von der Bismarckstraße (B 37) im Süden der Innenstadt sowie von der im Stadtteil Lindenhof als Südtangente verlaufenden B 36. Abfahrten führen zum Parkring bzw. auf der Rückseite des Mannheimer Schlosses Richtung Innenstadt und Südtangente.

Von Ludwigshafen am Rhein läuft die von der A 650 auf der „Hochstraße Süd“ kommende B 37 zur Konrad-Adenauer-Brücke, wo unmittelbar davor eine Auffahrtsrampe von der Innenstadt mündet. In Richtung Ludwigshafen führt eine Abfahrt zur Innenstadt und Richtung BASF. Geradeaus wird die B 37 auf der „Hochstraße Süd“ zur A 650 weitergeführt.

Der Bahnhof Ludwigshafen (Rhein) Mitte schließt unmittelbar an die Konrad-Adenauer-Brücke an. Auf Mannheimer Seite führen die Gleise zu den etwa 700 Meter entfernten Bahnsteigen des Hauptbahnhofs.

GeschichteBearbeiten

 
Fliegende Brücke 1669
 
Schiffsbrücke 1846

Es gab mehrere Vorgängerbrücken, bevor die Konrad-Adenauer-Brücke errichtet wurde.

Fliegende RheinbrückeBearbeiten

Im Jahr 1669 ließ der damalige Kurfürst Carl Ludwig eine sogenannte fliegende Brücke errichten, die aus einer Plattform bestand, die auf zwei Rheinkähnen befestigt war, die ihrerseits stromaufwärts verankert waren. Sie war eine Gierfähre und konnte bis zu 13 schwer beladene Wagen mit je drei Pferden aufnehmen.[1]

SchiffsbrückeBearbeiten

1705 wurde die „fliegende Rheinbrücke“ durch eine Schiffsbrücke ersetzt, die auf Grund der Hochwasser jedoch ständig erneuert werden musste. Bis zur Fertigstellung des ersten Brückenbauwerks 1867 war sie jedoch die einzige stationäre Rheinquerung, etwa 300 Meter stromabwärts von der späteren Brücke.[1]

RheinbrückeBearbeiten

 
Rheinbrücke um 1893 mit dem Portal auf Mannheimer Seite
 
Provisorische Brücken 1953
 
Die Eisenbahnbrücken: links die alte, rechts die neu erbaute
 
Blick vom Stephanienufer, Mannheim-Lindenhof, bei Nacht

Nachdem im Zeitalter der Industrialisierung auch die Eisenbahn immer mehr an Bedeutung gewann, wurde es 1863 notwendig, eine neue Brücke an der Stelle der alten Schiffsbrücke zu errichten. Zuvor konnten Eisenbahnfahrzeuge nur mit einer Eisenbahnfähre auf flachen Kähnen verladen über den Rhein gesetzt werden.[2] Die Planung dauerte von 1863 bis 1864. Erster Vorsitzender der Planungskommission war Paul Camille von Denis. Geplant wurde eine kombinierte Straßen- und Eisenbahnbrücke, die von 1865 bis 1867 errichtet wurde. Am 1. August 1867 ging die darüber führende Bahnstrecke in Betrieb.[3] An beiden Enden entstanden eindrucksvolle Portalbauten, die repräsentativen Charakter haben sollten. Gestaltet wurden sie nach dem Entwurf des Karlsruher Architekten Josef Durm.[4] Die Statuengruppe mit Minerva zum Schutz von Handel und Industrie auf der badischen Seite stammte von Karl Friedrich Moest, die Figuren von Germania und Palatina auf dem bayerischen Portal von Josef Durm.[5]

Gebaut wurde eine doppelte Brücke, eine Straßenbrücke (nördlich, stromab) und eine zweigleisige Eisenbahnbrücke (südlich, stromauf). Es waren 10 Meter hohe Stahlfachwerkkonstruktionen. Bei lichten Weiten von je 87,33 Metern betrug die Gesamtlänge rund 270 Meter, die Breite der Eisenbahnbrücke 7,5 Meter, die der Straßenbrücke 6,5 Meter. An den Außenseiten gab es jeweils einen 1,8 Meter breiten Gehweg.[1] Bereits 1906 wurde festgestellt, dass die Brücke in ihren Abmessungen zu klein geworden war. Es dauerte jedoch bis 1928, um mit den Planungen einer Erweiterung zu beginnen. Eine neue Eisenbahnbrücke wurde 1931–1932 direkt neben der bestehenden Brücke errichtet. Die alte Eisenbahnbrücke wurde für den Straßenverkehr umgebaut. Die neue Konstruktion bestand ebenfalls aus Stahlfachwerk, jedoch ohne Portalbauten. 1936 wurde die Brücke von den Nationalsozialisten nach Leo Schlageter benannt.[6] Die Rheinbrücke wurde im Zweiten Weltkrieg am 20. März 1945 durch die deutsche Wehrmacht gesprengt.[7] Nach dem Krieg stellten Behelfsbrücken die Verbindung über den Rhein wieder her: ab Juli 1946 für die Eisenbahn,[8] ab Dezember 1948 für den Straßenverkehr.[9]

In den Jahren 1954/55 ließ die Deutsche Bundesbahn die eingleisige Dauerbehelfsbrücke durch einen zweigleisigen Neubau ersetzen. Da ein 65 Meter langes Teil der Brücke von 1932 noch vorhanden war und verwendet wurde, entstand die gleiche Rautenfachwerkkonstruktion wie zuvor.[10] Zum Ausbau des S-Bahn-Netzes wurde 1997–1999 eine weitere Eisenbahnbrücke direkt daneben errichtet. Dabei handelt es sich um eine durchlaufende, dreifeldrige Bogenbrücke.

Konrad-Adenauer-BrückeBearbeiten

Die dreistreifige Behelfsstraßenbrücke wurde 1956–1959 durch eine stählerne Kastenträgerbrücke ersetzt. Erst im Zuge dieses Neubaus wurden die noch erhaltenen Portalbauten der ursprünglichen Brücke abgerissen.[11] Der Neubau wurde am 24. Oktober 1959 unter dem Namen „Rheinbrücke“ eingeweiht.[12] Den Namen Konrad-Adenauer-Brücke erhielt die Straßenbrücke 1967.[13][14]

Technische DatenBearbeiten

  • Straßenbrücke – eigentliche Konrad-Adenauer-Brücke
    • Typ: Deckbrücke
    • Länge: 273,9 Meter
    • Stützweite: 3×91,3 Meter
    • Breite: 30,2 Meter
  • Eisenbahnbrücke
    • Alter Teil
      • Typ: Stahlfachwerkbrücke
      • Länge: 273,9 Meter
      • Stützweite: 3×91,3 Meter
      • Höhe: 10 Meter
    • Neuer Teil
      • Typ: Bogenbrücke
      • Länge: 273,9 Meter
      • Stützweite: 3×91,3 Meter
      • Höhe: 20 Meter

LiteraturBearbeiten

  • Wolfgang Kunz: Pfälzische Eisenbahnbrücken über den Rhein. In: Jahrbuch für Eisenbahngeschichte n48 (2017/2018), S. 13–24 (17–24).
  • Mannheim und seine Bauten 1907–2007; 5 Bände. Mannheim 2000–2007

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Mannheim und seine Bauten – Mannheim, 1906, S. 70 ff., abrufbar in Heidelberger historische Bestände, Universitätsbibliothek Heidelberg
  2. Albert Mühl: Die Pfalzbahn. 1. Auflage. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 1982, ISBN 3-8062-0301-6. S. 12
  3. http://www.s197410804.online.de/Zeiten/1850.htm
  4. Hans Huth: Die Kunstdenkmäler des Stadtkreises Mannheim 1. Deutscher Kunstverlag, München 1982. ISBN 3-42200556-0, S. 837.
  5. Streiflichter aus Alt-Mannheim von Volker Keller, Sutton Verlag, Erfurt, 2000, ISBN 978-3-89702-265-2, S. 106. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  6. Stadtarchiv der Stadt Ludwigshafen am Rhein (Hg.): Geschichte der Stadt Ludwigshafen am Rhein: Bd. 2., Vom Ende des Ersten Weltkrieges bis zur Gegenwart. Ludwigshafen am Rhein 2003, ISBN 3-924667-35-7, S. 253.
  7. MARCHIVUM: Chronikstar. 20. März 1945, abgerufen am 2. Oktober 2018.
  8. MARCHIVUM: Chronikstar. 30. Juli 1946, abgerufen am 2. Oktober 2018.
  9. MARCHIVUM: Chronikstar. 18. Dezember 1948, abgerufen am 2. Oktober 2018.
  10. Hans-Wolfgang Scharf: Eisenbahn-Rheinbrücken in Deutschland. EK-Verlag, Freiburg 2003. ISBN 3-88255-689-7, S. 120.
  11. Hans Huth: Die Kunstdenkmäler des Stadtkreises Mannheim 1. Deutscher Kunstverlag, München 1982. ISBN 3-42200556-0, S. 837.
  12. MARCHIVUM: Chronikstar. 24. Oktober 1959, abgerufen am 2. Oktober 2018.
  13. Stadtarchiv der Stadt Ludwigshafen am Rhein (Hg.): Geschichte der Stadt Ludwigshafen am Rhein: Bd. 2., Vom Ende des Ersten Weltkrieges bis zur Gegenwart. Ludwigshafen am Rhein 2003, ISBN 3-924667-35-7, S. 887
  14. MARCHIVUM: Chronikstar. 4. Januar 1968, abgerufen am 2. Oktober 2018.

WeblinksBearbeiten