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Papst Leo XIII. †
Wappen des Kardinalkämmerers während der Sedisvakanz
Kardinal Rampolla, der Favorit des Konklaves
Papst Pius X

Das Konklave 1903 tagte vom 31. Juli bis zum 4. August 1903, nachdem Papst Leo XIII. am 20. Juli 1903 nach über 25 Jahren im Amt gestorben war. Gewählt wurde der Erzbischof und Patriarch von Venedig Giuseppe Melchiorre Sarto, der den Namen Pius X. annahm.

AblaufBearbeiten

Das Konklave fand in der Sixtinischen Kapelle im Vatikan statt, wobei sieben Wahlgänge erforderlich waren. Als papabili wurden die Kardinäle Girolamo Maria Gotti, Angelo Di Pietro, Giuseppe Melchiorre Sarto und Serafino Vannutelli eingeschätzt. Favorit jedoch war der (noch amtierende) Kardinalstaatssekretär Leos XIII. Mariano Rampolla del Tindaro, der in den ersten zwei Wahlgängen deutlich voran lag. Nachdem Jan Kardinal Puzyna de Kosielsko im Auftrag von Kaiser Franz Joseph I. mitgeteilt hatte, dass dieser das Recht der Exklusive beanspruche und gegen die Wahl Rampollas sein Veto einlege, präsentierte Andrea Carlo Kardinal Ferrari mit Giuseppe Melchiorre Sarto einen Kompromisskandidaten. Dieser wurde nach fünf weiteren Wahlgängen mit 55 Stimmen, 13 mehr als nötig, gewählt. 1904 untersagte der neugewählte Papst die weitere Ausübung der Exklusive.

Teilnehmende KardinäleBearbeiten

38 der 62 teilnehmenden Kardinäle kamen aus Italien; einzig James Gibbons, der Erzbischof von Baltimore, war mit der Teilnahme als nichteuropäischer Kardinal ein Novum in der Geschichte des Konklaves. Unter den Teilnehmern waren auch die Brüder Serafino und Vincenzo Vannutelli.

Außer dem Kirchenstaat leitete Kardinalkämmerer Domenico Kardinal Ferrata während der Sedisvakanz die Einberufung und Abhaltung des Konklaves. Sekretär des Konklaves war der spätere Kardinalstaatssekretär Rafael Merry del Val.

Abwesende KardinäleBearbeiten

Aus gesundheitlichen Gründen war Pietro Michelangelo Kardinal Celesia OSB aus Palermo verhindert; aufgrund der langen Anreise erreichte der Erzbischof von Sydney, Francis Patrick Kardinal Moran, Rom erst nach erfolgter Wahl.

Verteilung nach StaatenBearbeiten

Die anwesenden Kardinäle kamen aus folgenden Ländern:

Land anwesende Kardinäle
Italien 1861  Italien 38
Frankreich  Frankreich 7
Spanien 1875  Spanien, Osterreich-Ungarn  Österreich-Ungarn 5
Deutsches Reich  Deutsches Reich 3
Portugal Konigreich 1830  Portugal, Belgien  Belgien, Vereinigte Staaten 45  Vereinigte Staaten, Vereinigtes Konigreich 1801  Vereinigtes Königreich 1

Verteilung nach KontinentenBearbeiten

Kontinent anwesende Kardinäle
Europa 61
Lateinamerika 0
Kanada und USA 1
Asien 0
Australien und Ozeanien 0
Afrika 0

WeblinksBearbeiten