Konin

Stadt in Polen

Konin [ˈkɔɲin], an der Warthe gelegen, ist eine Stadt in der Woiwodschaft Großpolen – etwas weniger als 100 Kilometer südöstlich der Stadt Posen und rund 50 Kilometer nördlich der Stadt Kalisz. Sie liegt verkehrsgünstig im Zentrum Polens an der Europa-Route des Berlin-Warszawa-Express (BerlinWarschauMoskau).

Konin
Wappen von Konin (Warthe)
Konin (Polen)
Konin
Konin
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Großpolen
Powiat: Kreisfreie Stadt
Fläche: 82,0 km²
Geographische Lage: 52° 13′ N, 18° 15′ OKoordinaten: 52° 13′ 0″ N, 18° 15′ 0″ O
Höhe: 88 m n.p.m.
Einwohner: 73.742
(30. Jun. 2019)[1]
Postleitzahl: 62-500 bis 62-510
Telefonvorwahl: (+48) 63
Kfz-Kennzeichen: PN
Wirtschaft und Verkehr
Straße: PosenWarschau
BydgoszczBreslau
Schienenweg: Warschau–Posen
Nächster int. Flughafen: Posen
Gmina
Gminatyp: Stadtgemeinde
Fläche: 82,0 km²
Einwohner: 73.742
(30. Jun. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 899 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 3062011
Verwaltung (Stand: 2018)
Stadtpräsident: Piotr Korytkowski
Adresse: pl. Wolności 1
62-500 Konin
Webpräsenz: www.konin.pl



Das Rathaus
Bartholomäuskirche

GeschichteBearbeiten

Der Ort wird in der Geographia[2] des Ptolemäus bereits um das Jahr 150 als Setidava erwähnt.

Von 1795 bis 1807 war Konin Teil von Südpreußen und erlebte eine deutsche Einwanderung.

Während des Zweiten Weltkrieges gehörte Konin zu den von Deutschland als „Reichsgau Wartheland“ annektierten Gebieten. Es gab zeitweise eines der RAB-Arbeitslager. In den Wäldern im Umkreis der Stadt wurden von den deutschen Besatzern Massenexekutionen an Polen jüdischen Glaubens vorgenommen. Im Konin der Vorkriegszeit waren 30 % der Bevölkerung jüdischen Glaubens.

StadtteileBearbeiten

Beniów, Chorzeń, Cukrownia Gosławice, Czarków, Gaj, Glinka, Gosławice, Grójec, Janów, Krykawka, Kurów, Laskówiec, Łężyn, Maliniec, Marantów, Międzylesie, Morzysław, Niesłusz, Nowy Dwór, Nowy Konin, Osada-Konin, Pątnów, Pawłówek, Pociejewo, Przydziałki, Starówka, Wilków, Zatorze, Rumin

SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Meilenstein in Konin, errichtet durch Piotr Maluszkiewicz im Jahre 1151, steht 52 km von Kalisz und von Kruszwica entfernt (ältestes Straßensymbol Polens).
  • Gotische Bartholomäuskirche (gebaut im 14. und 15. Jahrhundert).
  • Gotische Burg (erbaut 1420 bis 1426) – bald Sitz des Kreismuseums.
  • Apostel-Andreas-Kirche (Weihe 1444).
  • Kloster des Reformordens, gebaut und umgebaut im 12. beziehungsweise 18. Jahrhundert.
  • Klassizistisches Rathaus, von 1796 bis 1803 erbaut.
  • Synagoge, erbaut 1825 bis 1829.

Politik und VerwaltungBearbeiten

StadtpräsidentBearbeiten

An der Spitze der Stadtverwaltung steht der Stadtpräsident. Von 2010 bis 2018 war dies Józef Nowicki (SLD). Die turnusmäßige Wahl im Oktober 2018 führte zu folgenden Ergebnis:[3]

  • Zenon Chojnacki (Prawo i Sprawiedliwość) 30,5 % der Stimmen
  • Piotr Korytkowski (Koalicja Obywatelska) 24,5 % der Stimmen
  • Józef Nowicki (Sojusz Lewicy Demokratycznej) 19,8 % der Stimmen
  • Damian Kruczkowski (Wahlkomitee „Ändert Konin“) 11,9 % der Stimmen
  • Michał Kotlarski (Wahlkomitee „Städtische Wähler: Ja! Präsidentschaftskandidat Michał Kotlarski“) 8,4 % der Stimmen
  • Karol Kuznowicz (Wahlkomitee „Eine Alternative für Konin“) 4,8 % der Stimmen

In der damit notwendig gewordenen Stichwahl konnte sich, nachdem der bisherige Amtsinhaber Nowicki bereits im ersten Wahlgang ausgeschieden war, mit Korytkowski der Zweitplatzierte des ersten Durchgangs mit 55,8 % der Stimmen gegen den PiS-Kandidaten Chojnacki durchsetzten und neuer Stadtpräsident werden.

StadtratBearbeiten

Der Stadtrat umfasst 23 Mitglieder, die direkt gewählt werden. Die Wahl im Oktober 2018 führte zu folgendem Ergebnis:[4]

  • Prawo i Sprawiedliwość (PiS) 32,6 % der Stimmen, 9 Sitze
  • Koalicja Obywatelska (KO) 31,3 % der Stimmen, 9 Sitze
  • Sojusz Lewicy Demokratycznej (SLD) / Lewica Razem (Razem) 14,3 %, 3 Sitze
  • Wahlkomitee „Ändert Konin“ 10,9 % der Stimmen, kein Sitz
  • Wahlkomitee „Städtische Wähler: Ja! Präsidentschaftskandidat Michał Kotlarski“ 9,4 % der Stimmen, 2 Sitze
  • Wahlkomitee „Eine Alternative für Konin“ 1,5  % der Stimmen, kein Sitz

StädtepartnerschaftenBearbeiten

Konin unterhält mit folgenden Städten Städtepartnerschaften:

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Wichtigste Industriezweige der Stadt sind die Braunkohleförderung und die Aluminiumverhüttung.

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Mendel Gelbart (Hrsg.): Kehilat Konin: Bi-Feriḥatah uve-hurbanah. Tel Aviv, 1968, mehrsprachig, 803 Seiten. (Yizkor Book)
  • Theo Richmond: Konin. A Quest. Random House, London 1995 u. ö. ISBN 0224038907[5]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2019. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF-Dateien; 0,99 MiB), abgerufen am 24. Dezember 2019.
  2. Claudius Ptolemäus: Geographike Hyphegesis Buch 2, Kap. 10
  3. Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 19. August 2020.
  4. Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 19. August 2020.
  5. über die Auslöschung der Juden in Konin. In Englisch