Konica

japanisches Fotowirtschaftsunternehmen

Die Konica Corporation war ein traditionsreiches japanisches Unternehmen aus der Fotowirtschaft, das 1873 in Tokio gegründet wurde. Es war im Nikkei 225 gelistet.

Konica Digital Revio KD-300Z (2004)
Konica Autoreflex T (etwa 1970)

Im Jahr 2003 entstand aus Konica und Minolta Co., Ltd. das neue Unternehmen Konica Minolta Holdings, Inc. Die Fusion wurde im Januar 2004 abgeschlossen.

Das deutsche Zentrum für Fotoprodukte von Konica befand sich in Hohenbrunn bei München; zu den Produkten der Fotosparte zählten Farbfilme, Kameras, Minilabs, medizinische Bildsysteme und digitale Editier- und Speichertechnologien.

Konica C35 Automatic

GeschichteBearbeiten

Im Jahre 1873 begann Rokusaburo Sugiura in Kojimachi, Tokio, bei Konishiya Rokubeiten mit dem Handel fotografischer und lithografischer Produkte. Das Geschäft wurde 1879 in Konishi Honten umbenannt. 1882 stellte „Konishi Honten“ Japans ersten Kinofilm her. 1923 wurde die „Konishi-Fotoschule“ gegründet, aus der später die „Tokyo University of Industrial Arts“ hervorging. 1936 wurde das Unternehmen „Konishiroku Honten“ eine Aktiengesellschaft, die 1943 in „Konishiroku Photo Industry Co., Ltd.“ umbenannt wurde. 1956 wurde das Unternehmen „Koniphoto Corporation“ in Philadelphia, PA, USA und sechs Jahre später das Unternehmen „Konica Europe Zentrums“ in Hamburg gegründet. Der Vertrieb und Service für den Fotobereich in Deutschland lag in den 1970er Jahren und bis in die 80er Jahre bei Carl Braun in Nürnberg.[1][2]

1973 wurde „Konishiroku Photo Industry“ 100 Jahre alt und feierte sein Bestehen, es wurde ein neues Firmensymbol und Logo eingeführt. 1987 wurde die Firma in „Konica Corporation“ umbenannt und damit alle Produktbezeichnungen unter dem Markennamen „Konica“ vereint. 1998 wurde die „Konica Color Imaging Corporation“ gegründet. 2003 fusionierte „Konica“ mit Minolta.

ProduktgeschichteBearbeiten

Bereich FotoBearbeiten

 
Konica Autoreflex TC (1976–1982)[3] mit Hexanon-Objektiven, links das Pancake 1,8
 
Konica Hexar: Hochwertige analoge Sucherkamera mit 2,0/35 mm (1992)
 
Konica Hexar RF mit Leica M Elmar 2.8/50mm Objektiv: Analoge System-Sucherkamera (1999)
 
Konica Revio C2: Digitale Miniaturkamera mit 1,2 Megapixel Auflösung (2002)

Konica begann 1882 mit der Herstellung von Kameras. 1903 wurde Japans erstes Fotopapier von Konica hergestellt. Im selben Jahr wurde Japans erste Markenkamera (Cherry Hand Camera) vorgestellt. 1929 führte die Firma den ersten Schwarz-weiß-Film in Japan ein. 1930 wurde die kompakte Halbformat-Klappkamera Baby-Pearl vorgestellt. Der erste Farbfilm in Japan wurde 1941 unter dem Namen (Sakura Natural Color) eingeführt. 1948 stellte Konica die erste 35-mm-Markenkamera (Konica I) vor.

1960 baute Konica seine erste Spiegelreflexkamera F: sie hatte einen Metallschlitzverschluss mit einer kürzesten Belichtungszeit von 1/2000 Sekunde und einer Blitzsychronisationszeit von 1/125 Sekunde.[4] 1963 kam die erste Kleinbildkamera der Welt mit Belichtungsautomatik und CdS-Belichtungsmessung (Konica Auto S) auf den Markt. Es folgten 1965 die erste Spiegelreflexkamera mit automatischem Belichtungssystem (Konica Auto-Reflex) und 1968 die erste Kamera der Welt mit TTL-Belichtungsautomatik (Konica Autoreflex 35 mm FTA in Japan, sonst Autoreflex T)[5].[6] Die Autoreflex-Serie wurde bis zum Modell T4 1978 weiterentwickelt.[7] 1976 erschien eine auf 1.500 Stück limitierte Sonderausgabe der Autoreflex T3.[8]

Die erste Kompaktkamera mit integriertem Blitzgerät und Belichtungsautomatik (Konica C35EF) wurde 1975 auf den Markt gebracht. Deren Nachfolgerin mit passivem Autofokus (Konica C35AF) kam 1977 auf den Markt, 1978 die erste Kleinbild-Kompaktkamera der Welt mit automatischer Dateneinbelichtung (Konica C35EFD). 1979 kam die erste Kleinbild-Spiegelreflexkamera der Welt mit eingebautem kernlosen Mikromotor für den Filmtransport (Konica FS-1) auf den Markt.[9] Die Konica-Objektive haben einen guten Ruf;[10][11] ganz besonders gilt das für das mit der FS-1 vorgestellte 1,8-Pancake-Objektiv.[12][13]

1985 wurde mit der Konica TC-X schließlich die erste Kleinbildkamera präsentiert, die den neu eingeführten DX-Code zu automatischen Filmempfindlichkeitseinstellung auslesen konnte. Die Rückwand der TC-X hat ein Sichtfenster für die Filmpatrone. Die TC-X war die letzte Spiegelreflexkamera, die ein Konica-Logo trug und wurde bereits als Auftragsarbeit bei Cosina gefertigt.[14] Wie die erste Spiegelreflexkamera von Konica hatte sie einen Metallschlitzverschluss.[15] 1987 kam die erste Einwegkamera von Konica heraus. 1989 wurde die kleinste vollautomatische Kompaktkamera der Welt (Konica Big Mini) von Konica vorgestellt.

1992 folgte die hochwertige Sucherkamera Hexar[10] mit sehr gutem und lichtstarkem Objektiv 2,0/35 mm,[16] welche die leiseste Sucherkamera der Welt auf dem Markt ist.[17] 1995 wurde in Zusammenarbeit von Konica und Sony Corporation das Konica Picture MD System entwickelt. 1996 wurden die APS-Kamera Konica Super Big Mini BM-S 100 vorgestellt. 1997 präsentierte Konica ihre Digitalkamera Konica Q-M 100 der Öffentlichkeit. 1998 wurde ein Laufwerk für optomagnetische 3,5"-Disks (OMD-9060) mit einer Speicherkapazität von 640 MB auf dem Markt vorgestellt. 1999 wurde weltweit die Filmreihe Konica Color Centuria eingeführt.

2000 wurde die Kleinbildsuchersystemkamera Konica Hexar RF mit drei Wechselobjektiven, welche mit Leica-M-Objektiven kompatibel ist, vorgestellt; sie wurde bis 2003 verkauft.[18] 2001 wurden die Digitalkameras Konica Digital Revio KD-200Z und KD-300Z auf den Markt gebracht, im Jahr 2002 die Konica Digital Revio KD-500Z.

Bereich Fax/ KopiererBearbeiten

1971 stellte Konishiroku den ersten japanischen Trockenkopierer U-Bix 480 her.[19] Im Jahr 1986 brachte Konica den fotografischen Vollfarbkopierer Konica Color 7 auf den Markt. 1991 präsentierte Konica das erste Dreifarb-Kopier/Telefaxgerät der Welt, das Konica KF8028. 1996 wurde der Filmscanner Konica Qscan vorgestellt.

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. auto motor und sport 10/1972, Seite 156, abgerufen am 8. November 2020.
  2. knippsen.blogspot.com vom 22. September 2019, Konica Autoreflex TC, abgerufen am 8.November 2020.
  3. optiksammlung.de, Autoreflex TC, abgerufen am 20. Oktober 2020.
  4. buhla.de, Konica-Spiegelreflexkameras 1960-1987, abgerufen am 24. Oktober 2020.
  5. buhla.de, Konica Autoreflex T2 1970-1973, abgerufen am 20. Oktober 2020.
  6. kleinbildkamera.ch, 1968: Konica Autoreflex T, abgerufen am 20. Oktober 2020.
  7. buhla.de, Konica Autoreflex T4 1978-1979, abgerufen am 22. Oktober 2020.
  8. buhla.de, Konica Autoreflex T3 1973-1975, abgerufen am 22. Oktober 2020.
  9. knippsen.blogspot.com vom 29. März 2015, Konica FS-1, abgerufen am 21. Oktober 2020.
  10. a b digitalkamera.de vom 19. Januar 2006, Konica Minolta zieht sich aus dem Kamerageschäft zurück, abgerufen am 20. Oktober 2020.
  11. konicafiles.com, 3. Hexanon AR lenses; unter 8. Sources, Bibliography Quellenangaben, abgerufen am 22. Oktober 2020.
  12. buhla.de, Konica Hexanon AR 40 mm / F1,8, abgerufen am 20. Oktober 2020.
  13. Fotografie mit manuellen Objektiven vom 16. Dezember 2015, Konica Hexanon AR 40mm f1.8, abgerufen am 20. Oktober 2020.
  14. Konica TC-X 1985-1987. Abgerufen am 14. Juni 2020.
  15. buhla.de, Konica TC-X 1985-1987, Technische Daten und Ausstattungsmerkmale, abgerufen am 23. Oktober 2020.
  16. Photonet 1996, Konica Hexar (englisch), (Archivlink) abgerufen am 21. Oktober 2020.
  17. fotosaurier.de, abgerufen am 20. Oktober 2020 (fast unteres Ende der Webseite).
  18. cameraquest.com, Konica Hexar RF, abgerufen am 21. Oktober 2020.
  19. konicaminolta.com, Since 1873: KONICA,(englisch) abgerufen am 22. Oktober 2020 (englisch).

WeblinksBearbeiten

Commons: Konica – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien