Kolsass

Gemeinde in Österreich

Kolsass ist eine Gemeinde mit 1664 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2022) im Bezirk Innsbruck-Land in Tirol (Österreich). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Hall in Tirol. Die Partnergemeinde von Kolsass ist Barbian.

Kolsass
Wappen Österreichkarte
Wappen von Kolsass
Kolsass (Österreich)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Innsbruck-Land
Kfz-Kennzeichen: IL
Fläche: 3,34 km²
Koordinaten: 47° 18′ N, 11° 38′ OKoordinaten: 47° 18′ 1″ N, 11° 37′ 51″ O
Höhe: 553 m ü. A.
Einwohner: 1.664 (1. Jän. 2022)
Bevölkerungsdichte: 498 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6114
Vorwahl: 05224
Gemeindekennziffer: 7 03 22
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Fiechterweg 2
6114 Kolsass
Website: www.kolsass.gv.at
Politik
Bürgermeister: Klaus Lindner (Gemeinschaftsliste für Kolsass – Bürgermeisterliste)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2010)
(13 Mitglieder)
9
3
1
Insgesamt 13 Sitze
Lage von Kolsass im Bezirk Innsbruck-Land
AbsamAldransAmpassAxamsBaumkirchenBirgitzEllbögenFlaurlingFritzensFulpmesGnadenwaldGötzensGries am BrennerGries im SellrainGrinzensGschnitzHall in TirolHattingInzingKematenInnsbruckKolsassKolsassbergLansLeutaschMatrei am BrennerMiedersMilsMuttersNattersNavisNeustift im StubaitalOberhofen im InntalObernberg am BrennerOberperfussPatschPettnauPfaffenhofenPolling in TirolRanggenReith bei SeefeldRinnRumSt. Sigmund im SellrainScharnitzSchmirnSchönberg im StubaitalSeefeldSellrainSistransSteinach am BrennerTelfes im StubaiTelfsThaurTrinsTulfesUnterperfussValsVölsVoldersWattenbergWattensWildermiemingZirlTirolLage der Gemeinde Kolsass im Bezirk Innsbruck-Land (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Kolsass im Winter
Kolsass im Winter
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

GeografieBearbeiten

Der Ost Kolsass liegt im Unterinntal auf 553 m ü. A. Höhe südlich des Inns zwischen Innsbruck und dem Zillertal. Das Gemeindegebiet wird im Norden durch den Inn begrenzt, der auf rund 530 Meter über dem Meer fließt. Daran schließen nach Süden ein breiter Talboden und der Anstieg bis auf rund 600 Meter an. Nur im Südwesten reicht die Gemeinde bis zur Höhe von 800 Meter. Neben dem Inn ist der Weerbach das größte Gewässer. Er bildet die Grenze im Osten.

Die Fläche beträgt 3,34 Quadratkilometer, davon werden 59 Prozent landwirtschaftlich genutzt, sieben Prozent sind Gärten und fünfzehn Prozent sind bewaldet.[1]

Die Gemeinde besteht aus einer einzigen gleichnamigen Ortschaft bzw. Katastralgemeinde.[2]

NachbargemeindenBearbeiten

Fritzens Terfens (Bezirk Schwaz)
  Weer (Bezirk Schwaz)
Wattens Kolsassberg

GeschichteBearbeiten

 
Kolsass mit Burg Neurettenberg im Schwazer Bergbuch von 1556

Die Pfarre Maria Heimsuchung zu Kolsass wurde vermutlich in vorkarolingischer Zeit gegründet, da sie bereits 788 zur Mutterpfarre erhoben wurde. Der heutige Ort ist aus zwei alten Siedlungen (Dorfkern mit Kirche und Ortsteil Mühlbach) hervorgegangen und wird in den Jahren 1050–1065 in einer Traditionsnotiz des Hochstifts Brixen erstmals urkundlich als „Quolesaz“ genannt.[3]

1169/72 wird „Cholsaz“ im Traditionsbuch von Kloster Biburg genannt.[4]

Der Ortsname setzt sich offensichtlich aus den beiden rätoromanischen (ladinischen) Wörtern Col (Hügel) und Sass (Fels) zusammen. Dies könnte sich auf den Burghügel der Burg Rettenberg beziehen, dessen Besiedelung bis in die Eisenzeit zurückreicht.

Im Zuge der Neueinteilung der Tiroler Verwaltungsbezirke wurde Kolsass mit der Gemeinde Kolsassberg vom 15. Oktober 1938 Teil des Bezirks Schwaz, kamen jedoch per 1. Jänner 1948 wieder zurück zum Bezirk Innsbruck-Land.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Einwohnerentwicklung von Kolsass

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Kath. Pfarrkirche Mariä Heimsuchung
  • Kath. Pfarrkirche Mariä Heimsuchung

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

WirtschaftssektorenBearbeiten

Von den landwirtschaftlichen Betrieben des Jahres 2010 wurden elf im Haupt-, vier im Nebenerwerb und drei von juristischen Personen geführt. Diese drei bewirtschafteten 78 Prozent der Flächen. Im Produktionssektor arbeiteten 123 Erwerbstätige im Bereich Herstellung von Waren, 88 in der Bauwirtschaft und 2 in der Wasserver- und Abfallentsorgung. Die wichtigsten Arbeitgeber des Dienstleistungssektors waren die Bereiche Handel (86) und persönliche und soziale Dienste (55 Mitarbeiter).[5][6][7]

Wirtschaftssektor Anzahl Betriebe Erwerbstätige
2011 2001 2011 2001
Land- und Forstwirtschaft 1) 18 17 10 10
Produktion 32 23 213 187
Dienstleistung 69 38 195 167

1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999

Arbeitsmarkt, PendelnBearbeiten

Im Jahr 2011 lebten 812 Erwerbstätige in Kolsass. Davon arbeiteten 140 in der Gemeinde, mehr als achtzig Prozent pendelten aus.[8]

TourismusBearbeiten

Die Anzahl der Nächtigungen stieg von 18.000 im Jahr 2010 auf 25.000 im Jahr 2019. Im Jahresverlauf zeigen sich zwei Spitzen, eine im Februar und eine im Juli.[9]

VerkehrBearbeiten

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

In den Gemeinderat werden 13 Mandatare gewählt.

Partei 2022 2016[12] 2010[13]
Stimmen Anteil Mandate Stimmen Anteil Mandate Stimmen Anteil Mandate
Gemeinschaftsliste für Kolsass – Bürgermeisterliste – BGM-Liste 612 66,02 9 593 63,69 % 9 454 53,92
SPÖ + Parteifreie Kolsass seit 2022 PROKO (ProKolsass) 225 24,27 3 239 25,67 % 3 148 17,58
Freiheitlich Unabhängige Liste Kolsass – FPÖ 90 9,71 1 099 10,63 % 1 53 6,29
Wir für Kolsass 75 8,91
Unabhängige Liste Kolsass 112 13,30

BürgermeisterBearbeiten

Bürgermeister von Kolsass ist Klaus Lindner.[14]

WappenBearbeiten

Das Wappen wurde 1936 verliehen. Es zeigt zwei gekreuzte Drachenköpfe mit roten Zungen auf schwarzem Grund und stammt vom Wappen des ehemaligen Besitzers Ritter Florian Waldauf von Burg Rettenberg ab.[15]

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Kolsass – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ein Blick auf die Gemeinde Kolsass, Fläche und Flächennutzung. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 20. Juni 2021.
  2. 4738.Verordnung des Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen vom 25. Oktober 2017 betreffend die Benennung der Katastralgemeinde Kolsaß. Amtsblatt für das Vermessungswesen, Herausgegeben vom BEV – Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen, Jahrgang 2017, Wien, 1. Dezember 2017, Stück 4, S. 14
  3. Oswald Redlich: Die Traditionsbücher des Hochstifts Brixen vom 10. bis in das 14. Jahrhundert (Acta Tirolensia 1). Innsbruck: Wagner 1886, S. 46, Nr. 118.
  4. Martin Bitschnau, Hannes Obermair: Tiroler Urkundenbuch, II. Abteilung: Die Urkunden zur Geschichte des Inn-, Eisack- und Pustertals. Band 2: 1140–1200. Universitätsverlag Wagner, Innsbruck 2012, ISBN 978-3-7030-0485-8, S. 195, Nr. 637.
  5. Ein Blick auf die Gemeinde Kolsass, Land- und forstwirtschaftliche Betriebe. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 20. Juni 2021.
  6. Ein Blick auf die Gemeinde Kolsass, Arbeitsstätten. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 20. Juni 2021.
  7. Ein Blick auf die Gemeinde Kolsass, Erwerbstätige. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 20. Juni 2021.
  8. Ein Blick auf die Gemeinde Kolsass, Berufspendler. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 20. Juni 2021.
  9. Ein Blick auf die Gemeinde Kolsass, Übernachtungen. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 20. Juni 2021.
  10. Entfernungsrechner – Entfernung berechnen und darstellen. Abgerufen am 20. Juni 2021 (deutsch).
  11. Innradweg. In: Radtouren in Österreich. Abgerufen am 20. Juni 2021 (deutsch).
  12. Land Tirol – Wahlen 2016. Abgerufen am 20. Juni 2021.
  13. Land Tirol – Wahlen 2010. Abgerufen am 20. Juni 2021.
  14. Bürgermeister. Gemeinde Kolsass, abgerufen am 20. Juni 2021 (österreichisches Deutsch).
  15. Gemeindewappen. Gemeinde Kolsass, abgerufen am 20. Juni 2021 (österreichisches Deutsch).