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Kolonialskandal bezeichnet allgemein Ereignisse der Kolonialgeschichte, bei denen Übergriffe und Verbrechen von Kolonialbeamten zunächst vertuscht und schließlich aufgedeckt wurden.

In der deutschen Kolonialgeschichte bezieht sich der Begriff auf:

In der französischen Kolonialgeschichte ist der Skandal um die Mission Voulet-Chanoine bekannt. Diese Expedition sollte 1898 das Gebiet um den Tschadsee für Frankreich sichern, beging aber auf dem Weg dorthin ein so hohes Maß an Gewalttätigkeiten und Plünderungen gegen die indigene Bevölkerung, dass Kolonialminister Florent Guillain die beiden führenden Offiziere ihrer Posten enthob. Diese verweigerten den Befehl und wurden schließlich von ihren eigenen Soldaten umgebracht.[4]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Winfried Speitkamp: Deutsche Kolonialgeschichte. Reclam, Stuttgart 2005, ISBN 978-3-15-017047-2, S. 138.
  2. Rebekka Habermas: Skandal in Togo – Ein Kapitel deutscher Kolonialherrschaft. S. Fischer, Frankfurt a. M. 2016, ISBN 978-3-10-397229-0.
  3. Heike I. Schmidt: Colonial Intimacy – The Rechenberg Scandal and Homosexuality in German East Africa, in: Journal of the History of Sexuality, Jg. 17, Nr. 1, Januar 2008, S. 25–59.
  4. Bertrand Taithe: The Killer Trail. A Colonial Scandal in the Heart of Africa. Oxford University Press, Oxford 2009.