Kollisionsrecht

Unter Kollisionsrecht werden die rechtlichen Normen zusammengefasst, anhand derer bestimmt wird, welche konkurrierenden Rechtsnormen oder welche konkurrierenden Rechtsordnungen auf einen bestimmten konkreten Tatbestand anzuwenden sind. Eine der prominentesten Materien des Kollisionsrechts ist das internationale Recht, etwa das internationale Privatrecht, mit dem die kollisionsrechtliche Literatur und Rechtsprechung sich hauptsächlich befasst.

Weitere kollisionsrechtliche Materien sind das intertemporale Recht, das sich mit zeitlich aufeinander folgenden Rechtsordnungen befasst, etwa nach Gebietsabtretungen, Sezessionen oder Annexionen, oder das interregionale Recht, das sich mit konkurrierenden Teilrechtsordnungen innerhalb eines Staates befasst. Als letzteres wurden in der Vergangenheit auch das zwischen der alten Bundesrepublik Deutschland vor 1990 und der Deutschen Demokratischen Republik anzuwendende Kollisionsrecht angesehen.

Kollisionsrechtliche Normen sind, auch wenn sie etwa in internationalen Verträgen vereinbart wurden, nationales Recht. Jeder Staat hat sein eigenes Kollisionsrecht.

LiteraturBearbeiten

  • Wolfgang Graf Vitzthum: Erster Abschnitt. Begriff, Geschichte und Rechtsquellen des Völkerrechts. In: Völkerrecht. Hrsg. von Wolfgang Vitzthum und Alexander Proelß, Berlin, Boston: De Gruyter, 2020. S. 1–72.
  • Niko Härting: Kollisionsrecht. In: Internetrecht. Verlag Dr. Otto Schmidt, Köln 2022. S. 578–618.
  • Harald Koch: Kollisionsrecht und Auslandsbezug: Wie international ist das IPR?. Festschrift für Ulrich Magnus zum 70. Geburtstag. Hrsg. von Peter Mankowski und Wolfgang Wurmnest. Otto Schmidt/De Gruyter european law publishers, Berlin, Boston, 2014. S. 475–482.