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Kollerinsel

Binnenhalbinsel im Rhein
Schematische Lage der Kollerinsel (rot), eingefasst von Altrhein und Rheinlauf

Die Kollerinsel ist – anders als es der Name vermuten lässt – eine Binnenhalbinsel. Sie liegt heute im Rhein zwischen den Gemeinden Brühl (Baden-Württemberg), zu der sie verwaltungsmäßig gehört, und Otterstadt (Rheinland-Pfalz).

Die Halbinsel ist – neben der Altstadt von Konstanz – eines der beiden linksrheinischen Landesgebiete Baden-Württembergs. Auf der Kollerinsel liegt allerdings auch ein etwa gleich großes Stück Wald, das zur rheinland-pfälzischen Gemeinde Otterstadt gehört. Der Verlauf der Landesgrenze wurde am 24. April 1840 in einem Staatsvertrag zwischen dem Königreich Bayern und dem Großherzogtum Baden festgelegt. Damals erhielt Baden die Kollerinsel im Tausch gegen ein rechtsrheinisches Gebiet bei Germersheim, das für einen Brückenkopf der Festung Germersheim benötigt wurde.[1]

Inhaltsverzeichnis

Geographie und EntstehungBearbeiten

Die Kollerinsel umfasst eine Fläche von ungefähr 400 Hektar und liegt auf dem Gebiet der Gemeinde Brühl. Die Halbinsel liegt dabei westlich des Gemeindezentrums und der Gemeinde Ketsch, sowie östlich der rheinland-pfälzischen Gemeinden Otterstadt und Waldsee.

Das Gebiet befand sich ursprünglich rechts des Rheins, wurde aber im Zuge der Rheinbegradigung linksrheinisch und bildet nun, fast vollständig umgeben von einem Arm des Altrheins und dem neuen begradigten Lauf des Flusses, eine Halbinsel.

Heutiger StatusBearbeiten

Seit 1938 untersteht die Halbinsel dem Landschaftsschutz. Sie steht Menschen als Naherholungsgebiet und Tieren als Rückzugsraum zur Verfügung. Weiterhin dient sie seit neuester Zeit als Polder dem Hochwasserschutz. Aus diesem Grund wurden die vorher existierenden Bauernhöfe abgesiedelt und durch einen Pferdehof mit der Adresse Kollerhof, 67166 Otterstadt, der auf einer Warft steht, ersetzt.

KollerfähreBearbeiten

 
Kollerfähre

Die Kollerinsel ist durch die Kollerfähre, eine Sommer-Autofähre, bei Stromkilometer 410 mit der rechten Rheinseite und dort mit der Gemeinde Brühl verbunden. Die Fähre wird im Auftrag des Landes Baden-Württemberg von der Ludwigshafener Kiesfirma Becker & Grieshaber betrieben.

Nachbarfähren:

VerkehrBearbeiten

Die verkehrsmäßige Erschließung erfolgt über die baden-württembergische Landesstraße 630, die die Fortsetzung der rheinland-pfälzischen Landesstraße L 535 darstellt und die Halbinsel durchquert. Östlich des Rheins führt sie über Brühl weiter bis nach Schwetzingen.

CampingplätzeBearbeiten

Ein Campingplatz befindet sich etwa 400 m nördlich des Fähranlegers.

Südlich des Fähranlegers befand sich ein Campingplatz der Paddler-Gilde Ludwigshafen. Er wäre für Wanderfahrer geeignet, die auf dem Rhein mit Paddelbooten aktiv sind. Dem Verein wurde der Platz gekündigt, so dass dieser auch für Wanderfahrer nicht mehr zur Verfügung steht.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Adam Ignaz Valentin Heunisch: Das Großherzogthum Baden, historisch-geographisch-statistisch-topographisch beschrieben. Heidelberg 1857, S. 69.


Koordinaten: 49° 23′ 6″ N, 8° 29′ 1″ O