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Der Ritterschlag, Edmund Blair Leighton, Öl auf Leinwand, 1901

Knight (engl. für Ritter) ist der niedrigste Rang innerhalb des Adels in Großbritannien, der aus dem mittelalterlichen Heerwesen hervorgegangen ist. Das Wort ist etymologisch verwandt mit „Knecht“ und deutet darauf hin, dass das englische Rittertum historisch stärker von der Dienstpflicht gegenüber dem König geprägt war, als das relativ stärker von Privilegien geprägte Rittertum in Kontinentaleuropa.

Die Würde wird ausschließlich vom britischen Monarchen verliehen. Man erhält sie heute entweder durch

  1. Ernennung zum Knight Bachelor, oder
  2. Aufnahme in einen der staatlichen Ritterorden (bei einklassigen Orden z. B. als Knight/Dame Companion oder im Fall der mehrklassigen Orden z. B. als Knight/Dame Commander oder als Knight/Dame Grand Cross), siehe Orden und Ehrenzeichen des Vereinigten Königreichs, auch einige staatliche Ritterorden der Commonwealth Realms sind mit entsprechenden Ritterwürden verbunden.

Für alle Knights erfolgt die Investitur grundsätzlich durch Ritterschlag vom britischen Monarchen (aktuell: Queen Elizabeth II.) oder von einem von ihm eingesetzten Stellvertreter. Die Bezeichnung eines weiblichen Knights ist Dame, weibliche Knights des Hosenbandordens und des Distelordens werden als Lady bezeichnet. Zum Knight Bachelor existiert keine weibliche Entsprechung, diese Würde kann ausschließlich an Männer verliehen werden. Weibliche Knights können ihren Titel somit ausschließlich als Mitglieder eines staatlichen Ritterordens erlangen. Männliche Knights stellen ihrem Namen das Prädikat Sir ([sɜː(ɹ)]) voran, weibliche Knights benutzen das Prädikat Dame ([deɪ̯m]). Die Würde eines Knights ist als persönlicher Adelstitel nicht erblich, sie muss daher von einer Person immer erst erworben werden und erlischt mit deren Tod.

In der Hierarchie des britischen Adels ist dem Knight der (erbliche) Baronet übergeordnet; beide zusammen bilden die Gentry. Die Knights der staatlichen Ritterorden sind den Knights Bachelor übergeordnet.

Die Würde eines Knights wird vom Monarchen als Auszeichnung für besonders verdiente Zivilisten und Militärs gewährt. In einige Ritterorden können auch Personen aufgenommen werden, die nicht Bürger eines Commonwealth Realm sind; in ihrem Fall führt dies aber anders als bei Untertanen der britischen Krone nicht zu einer Nobilitierung. Beispiele sind etwa Bob Geldof oder Paul Hewson (Bono), die beide von Königin Elisabeth II. durch Erhebung zum Knight Commander des Order of the British Empire (KBE) und damit zum Ritter geschlagen worden sind, aber den Namenszusatz Sir nicht benützen dürfen, da beide irischer Nationalität sind und ihr Heimatland kein Commonwealth Realm ist, oder bekanntermaßen auch die US-Bürger Bill Gates, welcher zum KBE bzw. Norman Schwarzkopf junior, welcher zum Knight Commander des Order of the Bath (KBC) erhoben worden sind. Illustrativ ist auch das Beispiel des Ralf Dahrendorf, der 1982 mit deutscher Nationalität zum Knight Commander des Order of the British Empire (KBE) erhoben worden ist. Erst nachdem er 1988 die britische Staatsbürgerschaft via Naturalisation angenommen hatte, durfte er sich nun als Brite Sir Ralf Dahrendorf nennen. 1993 wurde er als Baron Dahrendorf zum Life Peer erhoben und führt seither statt dem „Sir“ die ranghöhere Anrede „Lord Dahrendorf“.

Im Mittelalter wurde bei englischen Knights ursprünglich zwischen zwei Rängen, den ranghöheren Bannerets und den rangniederen Bachelors unterschieden. Die Bachelors geboten über keine eigenen adligen Vasallen und standen im englischen Heerbann nur ihrer Lanze als Kampfgemeinschaft vor. Sie gehorchten im Kriegsfall einem Banneret, der ihre Lanzen zu einem Banner vereinigte. Im Laufe der Zeit entstanden parallel staatliche Ritterorden, deren Knights zwischen denen der Bannerets und der Bachelors rangierten. Der Titel eines Knight Banneret wurde im Zuge der nachlassenden militärischen Bedeutung der Ritter nach 1642 nicht mehr verliehen.

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten