Knauthainer Elstermühlgraben

künstlicher Nebenarm der Weißen Elster

Der Knauthainer Elstermühlgraben ist ein künstlicher Nebenarm der Weißen Elster und hat eine Länge von 6,39 Kilometern.[1] Er ist das untere Teilstück eines ehemaligen, etwa 29 Kilometer[2] langen Mühlgrabens, der durch den Tagebau Zwenkau unterbrochen wurde. Das obere Teilstück ist der Profener Elstermühlgraben. Wasserrechtlich ist der Knauthainer Elstermühlgraben ein Gewässer II. Ordnung.[1]

Knauthainer Elstermühlgraben

Knauthainer Elstermühlgraben in Großzschocher

Daten
Lage Sachsen, Deutschland
Flusssystem Elbe
Abfluss über Weiße Elster → Saale → Elbe → Nordsee
Quelle als Nebenarm der Weißen Elster bei Hartmannsdorf
51° 15′ 23″ N, 12° 17′ 34″ O
Mündung in Großzschocher in die Weiße ElsterKoordinaten: 51° 17′ 57″ N, 12° 19′ 53″ O
51° 17′ 57″ N, 12° 19′ 53″ O

Länge 6,3 km[1]
Linke Nebenflüsse Hochwasserentlastung des Krebsgrabens, Klucksgraben
Rechte Nebenflüsse Zickmantelscher Mühlgraben
Großstädte Leipzig
Gemeinden Hartmannsdorf, Knauthain, Großzschocher

VerlaufBearbeiten

Der Knauthainer Elstermühlgraben zweigt als verrohrte Ausleitung in Sachsen kurz vor der Gefällestufe Hartmannsdorf von der Weißen Elster ab. Er nimmt noch verrohrt, linksseitig die Hochwasserentlastung des Krebsgrabens und in Hartmannsdorf, bereits oberirdisch und ebenfalls linksseitig, den Klucksgraben auf.[3] Der Knauthainer Elstermühlgraben teilt sich in Knauthain in zwei Arme und ist bis zu seiner Wiedervereinigung bei Knautkleeberg auf wenigen hundert Metern Länge ein kleines Stück gewunden. Ab Knautkleeberg fließt er in annähernd geradem Verlauf am westlichen Rand der Elsteraue und nimmt kurz vor seiner Mündung von rechts den Zickmantelschen Mühlgraben auf. Der Knauthainer Elstermühlgraben mündet in Großzschocher in der Nähe der Brückenstraße in die Weiße Elster.

GeschichteBearbeiten

 
Der ursprüngliche Mühlgraben um 1879 zwischen Eythra und Bösdorf

Der historische Mühlgraben wurde im 12. Jahrhundert durch die Mönche des Klosters Pegau und auf Veranlassung des Wiprecht von Groitzsch angelegt. Sein Hauptzweck war der Betrieb der Mühlen von Elstertrebnitz bis Großzschocher, welche teilweise noch bis ins 20. Jahrhundert genutzt wurden.

Im Zuge des Braunkohleabbaus wurde die Weiße Elster zwischen 1972 und 1977 in ihr heutiges betoniertes Bett zwischen Zwenkau und Leipzig verlegt und damit auch der Mühlgraben bei Kleindalzig in diese eingebunden bzw. bei Hartmannsdorf aus dieser wieder abgezweigt. Sein dazwischen liegendes, trocken gefallenes Bett mit einer Länge von etwa fünf Kilometern wurde ab 1984 durch die Abraumbagger devastiert. Südlich des ehemaligen Eythra ist heute noch der Mühlgraben zwischen Betonelster und Zwenkauer See erhalten, führt aber wegen des abgesenkten Grundwasserspiegels kein Wasser mehr.

RenaturierungBearbeiten

Die Stadt Leipzig plant, den Knauthainer Elstermühlgraben im Zuge der Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie zu renaturieren. Dabei soll der bestehende Gewässerkorridor zwischen Knauthain und Windorf um etwa 25 m verbreitert und teilweise ein neuer, mäandrierender Flusslauf angelegt werden.[4] Allgemein wird die vollständige Entsiegelung des Gewässerprofiles und die Herstellung der ökologischen Längsdurchgängigkeit angestrebt.[5] Auch Teile des Krummen Grabens, des Windorfer Augrabens und des Wiesengrabens sollen mit einbezogen werden, die kleinere Altläufe zwischen Weißer Elster und Mühlgraben sind.[6] Am 21. November 2016 wurde zu diesem Zweck ein Flurbereinigungsverfahren angeordnet.[7]

WeblinksBearbeiten

Commons: Knauthainer Elstermühlgraben – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Fließgewässer II. Ordnung. In: Website der Stadt Leipzig. Abgerufen am 5. Juli 2019.
  2. Leipziger und Schkeuditzer Gewässer Broschüre des Naturschutzbund Deutschland (NABU) Landesverband Sachsen e. V.; Auf: sachsen.nabu.de (PDF; deutsch; 7,64 MB)
  3. Antrag Nr. VI-A-04486 Betrachtung des Gewässersystems einschließlich der Problemlösungen im Südwesten Leipzigs; Ortschaftsrat Hartmannsdorf-Knautnaundorf, Stadträtin J. Heller; 2017; S. 6; Auf: linksfraktion-leipzig.de (Deutsch, PDF, 5,78 MB)
  4. Brandiser Stadtjournal Amtsblatt der Stadt Brandis; Ausgabe 1/2017; 16. Januar 2017; Auf: stadt-brandis.de (PDF; deutsch; 5,92 MB)
  5. Umweltbericht 2013 Stadt Leipzig; 31. Dezember 2013; Auf: leipzig.de (PDF; deutsch; 16,5 MB)
  6. Umweltbericht 2007 Stadt Leipzig; Dezember 2007; Auf: leipzig.de (PDF; deutsch; 12,6 MB)
  7. Flurbereinigungsverfahren Knauthainer Elstermühlgraben Bekanntmachung auf leipzig.de; abgerufen am 3. April 2017