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Kloster Schlehdorf

Dominikanerinnenkloster in Bayern
Kloster Schlehdorf
Pfarrkirche St. Tertulin
Das Kloster auf einem Gemälde von Simon Warnberger

Das Kloster Schlehdorf ist heute ein Kloster der Missions-Dominikanerinnen von King William’s Town in Südafrika.

Es liegt unmittelbar am nördlichen Rand der Bayerischen Alpen am Kochelsee südlich von München und wird von rund 60 Missions-Dominikanerinnen geführt. Auf dem Klostergelände gibt es neben einem Gästehaus und einem Klosterladen auch eine Realschule der Diözese München und Freising, zu der das Kloster als Exklave gehört.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Das St. Dionysius und später St. Tertulin geweihte Kloster wurde 763/772 durch die Huosi, ein in der Region ansässiges Adelsgeschlecht, gegründet. Bis ins 10. Jahrhundert war es ein Benediktinerkloster, dann ein Kollegiatstift. Ab 1140 Augustiner-Chorherrenstift, wurde es 1803 im Zuge der Säkularisation aufgelöst. Die zwischen 1773 und 1780 erbaute Stiftskirche wird dem Münchner Baumeister Balthasar Trischberger zugeschrieben. Das Kloster ist eine barocke, dreigeschossige Dreiflügelanlage und wurde 1717 bis 1725 gebaut. Das Kloster wurde verkauft, es gehört seit 1904 den Missions-Dominikanerinnen von King William’s Town und ist seit 1960 Sitz der deutschen Ordensprovinz. Die Klostergebäude wurden 1926/27 unter Hans Schurr erweitert.

Reihe der Augustiner-PröpsteBearbeiten

Die Liste ist wegen fehlender Urkunden sehr unvollständig.[1]

  1. Heinrich I., um 1150
  2. Heinrich II.
  3. Conrad I.
  4. Heinrich III., 1206
  5. Conrad II., 1271
  6. Bernhard I., 1296
  7. Conrad III., 1298
  8. Hermann I.
  9. Conrad IV.
  10. Berthold, 1403
  11. Johann I.
  12. Conrad V., 1425
  13. Hermann II., † 1451
  14. Oswald I.
  15. Ulrich
  16. Oswald II. (unsicher)
  17. Johann II., † 1473
  18. Matthias Mayr, 1473
  19. Johann III. Hyr, 1490, 1493
  20. Johann IV. Coci
  21. Gabriel Kramer, 1503–1507
  22. Caspar Haeglin, 1507
  23. Anton
  24. Melchior
  25. Augustin I. Hohenleitner
  26. Achaz
  27. Georg Sedlmayr, 1558, 1561
  28. Augustin II. Wimpassinger
  29. Wolfgang Bucher, 1571–1608
  30. Christoph Ellwanger, † 1631
  31. Virgil Eisenschmied, 1631–1663
  32. Bonifaz Buchner, 1663–1667
  33. Felician Weinmüller, 1667–1673
  34. Bernhard II. Bogner, 1674–1724
  35. Augustin III. von Schlechten, 1724–1726
  36. Constanz Schroeller, 1726–1735
  37. Corbinian Gschwendtner, 1735–1755
  38. Innocenz Strasser, 1755–1788
  39. Tertulin Salcher, 1788–1803, † 1829

OrgelBearbeiten

 
Orgel

Die Orgel wurde 1783 von Franz Thoma (1745–1817) aus Aitrang/Allgäu gebaut. Obwohl sie mehrfach umgebaut wurde, unter anderem 1877 durch Max Maerz und 1962 durch Guido Nenninger, war noch soviel originale Substanz geblieben, dass 1997–2000 eine Restaurierung durch den Münchner Orgelbau Johannes Führer durchgeführt werden konnte.[2]

Die Orgel hat 18 Register auf zwei Manualen und Pedal und weist die folgende Disposition auf:[3]

Hauptwerk II C–c3
Principal 8′
Flöte 8′
Quintadena 8′
Gamba 8′
Octav 4′
Flöte 4′
Sesquialtera 3′
Superoctav 2′
Mixtur 1′
Unterwerk I C–c3
Copel 8′
Principal 4′
Flöte 4′
Octav 2′
Cimbel 112
Tremulant
Pedal C–H
Subbass 16′
Octavbass 8′
Violon 8′
Trompetenbass 8′

SonstigesBearbeiten

Das Schlehdorfer Kreuz in der Heilig-Kreuz-Kirche mit einer lebensgroßen Figur des Christus ist um das Jahr 970 entstanden und gehört damit zu den ältesten Monumental-Kruzifixen der Christenheit.

 
Panoramabild Kloster Schlehdorf mit Kochelsee

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Michael Hartig: Die oberbayerischen Stifte, Band I: Die Benediktiner-, Cisterzienser- und Augustiner-Chorherrenstifte. Verlag vorm. G. J. Manz, München 1935, DNB 560552157, S. 236 f.
  2. Martin Balz: Göttliche Musik – Orgeln in Deutschland. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8062-2062-9, S. 180.
  3. Daniel Kunert: Die Orgel der Pfarrkirche St. Tertulin Schlehdorf, abgerufen am 14. April 2018

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Kloster Schlehdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 47° 39′ 28″ N, 11° 19′ 5″ O