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Kloster Schlehdorf

Dominikanerinnenkloster in Bayern
Kloster Schlehdorf
Pfarrkirche St. Tertulin
Das Kloster auf einem Gemälde von Simon Warnberger
Michael Wening: Closter Schlehdorff, um 1700

Das Kloster Schlehdorf ist heute ein Kloster der Missions-Dominikanerinnen von King William’s Town in Südafrika.

Es liegt am Ostrand von Schlehdorf am nördlichen Rand der Bayerischen Alpen und in unmittelbarer Nähe des Kochelsees. Es wird zur Zeit von rund 30 Missions-Dominikanerinnen[1] geführt. Auf dem Klostergelände gibt es neben einem Gästehaus und einem Klosterladen auch eine Realschule der Diözese München und Freising, zu der das Kloster als Exklave gehört.

GeschichteBearbeiten

Das St. Dionysius und später St. Tertulin geweihte Kloster wurde 763/772 durch die Huosi, ein in der Region ansässiges Adelsgeschlecht, gegründet. Es gilt als Nachfolgekloster von Scharnitz, das vermutlich zwischen 769 und 772 abgebrannt ist. Erster Abt ist Arbeo, der spätere Abt von Freising, sein Nachfolger war Atto von Freising, ebenfalls den Huosi zugehörig.[2] Daraus wurde geschlossen, dass dieses Kloster quasi als „Hauskloster“ der Huosi gedacht war. Der Huosi Gaio, Sohn des Poapos, schenkte 799 seinen Besitz im Inntal im pagus Poapintal sowie in Langenpettenbach an das Kloster Schlehdorf.[3]

Bis ins 10. Jahrhundert war es ein Benediktinerkloster, dann ein Kollegiatstift. Ab 1140 Augustiner-Chorherrenstift, wurde es 1803 im Zuge der Säkularisation aufgelöst. Die zwischen 1773 und 1780 erbaute Stiftskirche wird dem Münchner Baumeister Balthasar Trischberger zugeschrieben. Das Kloster ist eine barocke, dreigeschossige Dreiflügelanlage und wurde 1717 bis 1725 gebaut. Das Kloster wurde verkauft, es gehört seit 1904 den Missions-Dominikanerinnen von King William’s Town und ist seit 1960 Sitz der deutschen Ordensprovinz. Die Klostergebäude wurden 1926/27 unter Hans Schurr erweitert.

Reihe der Augustiner-PröpsteBearbeiten

Die Liste ist wegen fehlender Urkunden sehr unvollständig.[4]

  1. Heinrich I., um 1150
  2. Heinrich II.
  3. Conrad I.
  4. Heinrich III., 1206
  5. Conrad II., 1271
  6. Bernhard I., 1296
  7. Conrad III., 1298
  8. Hermann I.
  9. Conrad IV.
  10. Berthold, 1403
  11. Johann I.
  12. Conrad V., 1425
  13. Hermann II., † 1451
  14. Oswald I.
  15. Ulrich
  16. Oswald II. (unsicher)
  17. Johann II., † 1473
  18. Matthias Mayr, 1473
  19. Johann III. Hyr, 1490, 1493
  20. Johann IV. Coci
  21. Gabriel Kramer, 1503–1507
  22. Caspar Haeglin, 1507
  23. Anton
  24. Melchior
  25. Augustin I. Hohenleitner
  26. Achaz
  27. Georg Sedlmayr, 1558, 1561
  28. Augustin II. Wimpassinger
  29. Wolfgang Bucher, 1571–1608
  30. Christoph Ellwanger, † 1631
  31. Virgil Eisenschmied, 1631–1663
  32. Bonifaz Buchner, 1663–1667
  33. Felician Weinmüller, 1667–1673
  34. Bernhard II. Bogner, 1674–1724
  35. Augustin III. von Schlechten, 1724–1726
  36. Constanz Schroeller, 1726–1735
  37. Corbinian Gschwendtner, 1735–1755
  38. Innocenz Strasser, 1755–1788
  39. Tertulin Salcher, 1788–1803, † 1829

Klosterkirche St. TertulinBearbeiten

SonstigesBearbeiten

Das Schlehdorfer Kreuz in der Heilig-Kreuz-Kapelle mit einer lebensgroßen Figur des Christus ist um das Jahr 970 entstanden und gehört damit zu den ältesten Monumental-Kruzifixen der Christenheit.

 
Panoramabild Kloster Schlehdorf mit Kochelsee

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Kloster Schlehdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. https://schlehdorf.org/
  2. Joachim Jahn: Ducatus Baiuvariorum. Das bairische Herzogtum der Agilolfinger. Hiersemann, Stuttgart 1991, ISBN 3-7772-9108-0, S. 273.
  3. Wilhelm Störmer: Adelsgruppen im früh- und hochmittelalterlichen Bayern. Kommission für Bayerische Landesgeschichte, München 1972, ISBN 3-7696-9877-7, S. 96.
  4. Michael Hartig: Die oberbayerischen Stifte, Band I: Die Benediktiner-, Cisterzienser- und Augustiner-Chorherrenstifte. Verlag vorm. G. J. Manz, München 1935, DNB 560552157, S. 236 f.

Koordinaten: 47° 39′ 28″ N, 11° 19′ 5″ O