Hauptmenü öffnen

Das Kloster Hosios Lukas auch Kloster Osios Loukas (griechisch Μονή Οσίου Λουκά Moní Osíou Louká, deutsch ‚Kloster des seligen Lukas‘) oder Lukaskloster ist neben Daphni und Nea Moni eines der drei bedeutendsten byzantinischen Klöster in Griechenland. Es liegt in Böotien in der Region Mittelgriechenland etwa 20 km ostsüdöstlich von Delphi. Seit 1990 gehört es zur Liste des Weltkulturerbes der UNESCO.

Das Kloster Hosios Lukas
Teil der Klosteranlage

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Im 10. Jahrhundert gründete der aus Ägina stammende Eremit Lukas von Steiris an der Stelle des heutigen Klosters eine Einsiedelei. Hier konnte er seine Religion sicher vor den nach Mittelgriechenland eingewanderten Slawen und den Sarazenen, die die griechischen Küsten heimsuchten, ausüben. Wohl noch zu seinen Lebzeiten wurde eine der heiligen Barbara geweihte Kirche gebaut, die den Kern der heutigen Panagia-Kirche bildet. Einer Legende nach soll Lukas prophetische Gaben besessen haben und bereits 941 die Rückeroberung Kretas vorhergesagt haben. Als dies zwanzig Jahre später nach dem Tod des Lukas tatsächlich eintrat, begann das Kloster Pilger anzuziehen und wurde entsprechend ausgebaut. Der Baukern des Klosters, das mit finanzieller Hilfe aus Byzanz gebaut wurde, hat sich bis heute erhalten.

AnlageBearbeiten

 
Ansicht der Ostpartie der beiden Klosterkirchen

Kern der Klosteranlage sind zwei miteinander verbundene Kirchen, das Katholikon und die Panagia-Kirche. Auch der alte Speisereum ist erhalten und dient heute als Museum. Der Glockenturm, einer von ursprünglich vier, wurde 1863 wieder hergerichtet.

Das Katholikon, die dem Lukas geweihte Hauptkirche aus dem Jahre 1011, stellt einen zur der Zeit neuen Kirchentypus dar, der sich sowohl von einer Basilika als auch von den überkuppelten Kirchen früherer Jahrhunderte unterscheidet. Es handelt sich bei dem langrechteckigen Bau um eine Kreuzkuppelkirche. Die schlichten Außenwände bestehen aus Ziegeln und antiken Steinquadern, die möglicherweise aus Delphi hierher geschafft wurden. Teile der Außenmauern könnten ursprünglich verputzt oder verkleidet gewesen sein. Der Innenraum hebt sich deutlich vom grob gestalteten Äußeren ab. Die Kirche wird von einer mit Fresken ausgestalteten Kuppel mit einem Durchmesser von 9 Metern überspannt. Bemerkenswert sind die Mosaiken aus dem 11. Jahrhundert. In der Gesamterhaltung ist die bildliche Ausstattung einzigartig in Griechenland. Lediglich die Mosaiken der Hauptkuppel gingen bei einem Einsturz im 16. oder 17. Jahrhundert verloren und wurden durch entsprechende Fresken – Pantokrator, Muttergottes, Johannes der Täufer und Erzengel – ersetzt.

Unterhalb des Katholikons liegt eine mit Fresken ausgestaltete Unterkirche die ursprünglich das Grab des Lukas beherbergte. Dieses befindet sich heute in der Oberkirche.

Die kleinere und ältere Panagia-Kirche ist durch einen Säulengang direkt mit dem Katholikon verbunden.

Um die beiden Kirchen gruppieren sich das ehemalige Refektorium, das heute ein Museum beherbergt, der Glockenturm und die Wohntrakte der Mönche.

LiteraturBearbeiten

  • Lambert Schneider, Christoph Höcker: Griechisches Festland. Antike und Byzanz, Islam und Klassizismus zwischen Korinthischem Golf und nordgriechischem Bergland (= DuMont Kunst Reiseführer). 5. Auflage. Dumont Reiseverlag, Ostfildern 2011, ISBN 978-3-7701-2936-2, S. 223 ff.
  • Ernst Diez, Otto Demus: Byzantine mosaics in Greece, Hosios Lucas & Daphni. Harvard University Press, Cambridge MA 1931.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Kloster Hosios Lukas – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 38° 23′ 41,1″ N, 22° 44′ 47,7″ O